Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Schweizroute: Bodensee - Gardasee via Tremalzo


Tourbericht

"Wenn du denselben Weg wie jeder anderer reist, wirst du nur sehen, was sie bereits gesehen haben."
Iain Banks (*1954)


Prolog

Wie der Zufall so spielt, lernte ich den Schweizer Darko aus Glarus kennen, der mit seinem Freund Jeff aus New York eine Transalp fuhr. Ich saß nach unserer Etappe gerade in Grosio auf der Terrasse meines Stammhotels "Sassella", als die beiden durchgefroren vom Passo Verva kamen. Ein Wort gab das andere und dann zog Darko das, wenn auch schon zerfledderte "Transalp Roadbook 1" von mir aus der Tasche. Das Hallo war natürlich groß und da wir am selben Tag am Gardasee ankamen, lud ich die beiden zu unserem Abschlussessen ein. Dabei wurde dann die Idee geboren, den Start einer Transalp am Bodensee mit einer Durchquerung der Glarner Alpen zu verbinden. Darko mit seiner Ortskenntnis hat dazu im Vorfeld verschiedene Übergänge ausprobiert und mit dem Risetenpass eine eindrucksvolle, wenn auch fordernde Variante gefunden. Und diesen sind wir dann am dritten Tag auch gemeinsam gefahren - ein tolles Erlebnis.

Diese Transalp ist auch deshalb so lang geworden, weil dieses Mal das Wetter mitspielte und ich alle im Vorfeld angepeilten Pässe und Ziele erreichen konnte. Am Bodensee wollte ich schon lange eine Transalp starten. Lindau bietet sich dazu in idealer Weise an. Wenn man am Morgen mit dem Zug in München startet, ist man noch vor Mittag da und kann noch eine ordentliche Strecke bis in die Schweiz zurücklegen. Mit den Glarner Alpen wartet dann als Sahnehäubchen dieser Tour ein Gebirgsstock auf seine Überwindung, der bisher wohl recht selten auf Transalps durchquert wurde.
Für Darko ist die Tourbegleitung am 3. Tag eine Dienstreise. Gleich danach hat er einen Bericht für seine Zeitung "Die Südostschweiz" geschrieben: hier der Artikel als pdf-Dokument.

Darko Albi

Darko (links im Bild) mit mir auf dem Weg zum Risetenpass


Wie die Tour entstand - eine Schnapsidee wird Realität

Darko Cetojevic (Glarus - Schweiz)

In sieben Tagen rund 490 Kilometer und fast 12 000 Höhenmeter mit dem Mountainbike durch die Alpen – das ist eine normale Transalp-Tour. Alles andere als normal fällt die Feier danach aus: Die Transalp- Finisher essen und trinken ausgiebig, und mit jedem Glas werden ihre Aufstiege, von den sie erzählen, steiler, die Abfahrten waghalsiger, die Sprünge höher und die erlebten Stürze gefährlicher. Andreas Albrecht sitzt mittendrin, lächelt viel und sagt wenig. Er spult rund 4000 Kilometer jährlich durch die Alpen ab und überwindet dabei gegen 90 000 Höhenmeter. Alle am Tisch sind auf einer von seinen Touren gefahren. Albrecht ist einer der ersten Transalp-Biker Europas überhaupt. Einer der feiernden Transalp-Finisher kommt aus Glarus. Er redet auf den Transalp-Pionier Albrecht ein und unterstreicht seine Sprüche mit Grappa.
«Das Glarnerland, lieber Andreas, das sind grandiose, für die meisten Mountainbiker noch unentdeckte Landschaften. Eine Transalp, die durchs Glarnerland führt – das gibt es noch nicht. Du wärst der Erste, der so etwas macht.»
Die Kombination aus Einreden und Abfüllen wirkt wie eine unwiderstehliche Zentrifugalkraft, die Albrecht das glarnerische Bike- Paradies im Verlaufe des immer
länger werdenden Abends vor die Augen weht. Schliesslich lenkt er ein: «Wir probieren es mal.»
Und tatsächlich: Ein Jahr später fährt Andreas Albrecht wirklich durchs kleine Glarnerland. Der Transalp-Spezialist erkundet dabei eine mögliche Route vom Bodensee zum Gardasee – und er findet eine Perle: Die dritte Etappe führt
von Glarus über den Risetenpass nach Schiers und wird von ihm «das Glarner Sahnehäubchen» genannt. Albrecht veröffentlicht die ganze Tour dann auf seiner Homepage www.transalp.info. In den darauf folgenden Jahren weckt diese Transalp zunehmend das Interesse der Mountainbiker. Die Transalp mit dem Glarner Sahnehäubchen ist allerdings alles andere als normal. Sie dauert acht Tage und führt über rund 550 Kilometer sowie 17.000 Höhenmeter. Das ist nicht für jedermann. Eine Belohnung haben die Finisher jedenfalls, denn die Feier danach wird jeweils mächtig abgehen.


Überarbeitung: was hat sich geändert?

Ausgangspunkt war die Überarbeitung der Transalp Heckmair à la Albrecht. Ideen aus dieser Schweizroute sind dort eingeflossen. Genauso ist es umgekehrt. Besonders ab dem mittleren hochalpinen Teil der Strecke habe ich die Strecke optimiert und mehr Varianten aufgeführt. Gleichzeitig ist damit das "Transalp Roadbook 4 - Schweizroute: Bodensee - Glarner Alpen - Gardasee" Geschichte. Es wird nicht neu aufgelegt. Diese Transalp wird nun an dieser Stelle aktuell gehalten. Die Besitzer des alten "Transalp Roadbook 4" können sich hier informieren, was es für Änderungen gibt. Der Bericht von der ursprünglichen Explorertour befindet sich hier im Archiv.

4. Tag: Scalettapass

  • zusätzliche Variante bei schlechtem Wetter oder zuviel Schnee auf dem Scalettapass
  • verläuft ab Davos über den Flüelapass und geht bis Livigno

5. Tag: Königsetappe - vier Pässe, drei Grenzen

  • zusätzliche Variante am 4. Tag umgeht ebenfalls den Pass Chaschauna
  • in Livigno zusätzlich Variante Mottolino-Lift mit Trailabfahrt zum Passo d'Eira
  • Abfahrt vom Passo d'Eira nun auf Trail und nicht mehr auf Straße zum Abzweig ins Valle Vallacia
  • Passage im Valposchiavo nun deutlich interessanter und mehr abseits der Straße (z.B. Passage entlang des berühmten Kreisviaduktes der Rhätischen Bahn in Brusio)
  • zusätzliche Trail-Variante Römerweg von Sfazu nach Angelo Custodi

6. Tag: Die Spur der Steine

  • Schiebe-, Tragepassage zum Passo del Venerocolo via Lago Belviso nur noch als Variante
  • ersetzt durch Höhentrail "Gran Venerocolo Tour" von Aprica über Malga Magnolta zum Passo del Venerocolo
  • Etappenende in Schilpario
  • nur noch als Variante: Etappenende am Passo del Vivione mit der hochalpinen Wanderung via Passo del Gatto

7. Tag: Passo di Campelli - Passo di Croce Domini - Idrosee

  • Start der Hauptroute in Schilpario
  • bei Übernachtung am Passo del Vivione kurze Abfahrt zum Rifugio Bagozza und dort weiter auf Hauptroute
  • zusätzliche Variante: kürze Straßenabfahrt am Passo di Maniva zum Idrosee

8. Tag: Finale Tremalzo

  • zusätzliche Variante über Monte Caplone zum Tremalzo
  • zusätzliche Variante über Lago di Ledro zur Ponalestraße