Albrecht-Route

Mit dem Mountainbike über die Alpen

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Trailer zur DVD Abenteuer Alpencross 2 – Transalp auf der Albrecht-Route – © Sebastian Runschke und Roland Schymik – SERU Film

Strecke

Garmisch- Fernpass – Landeck – St. Anton – Verwalltal – Galtür – Ischgl – Fimberpass – Scuol – Pass da Costainas – Münstertal – Val Mora – Passo Verva – Grosio – Val Rezzalo – Passo Gavia – Pezzo – Montozzo-Scharte – Val di Sole – Madonna di Campiglio – Passo Ballino – Gardasee

Länge: ca. 469 km
Höhenmeter: ca. 12.000 hm
Etappen: 7, Hinweise zu Varianten bei den einzelnen Tagesberichten

Die beste Zeit ist von Mitte/Ende Juni bis Mitte/Ende September, wenn der Schnee von den hohen Pässen verschwunden ist und es im Herbst noch nicht wieder geschneit hat. Es ist immer wichtig, sich vor und während der Reise rechtzeitig zu informieren und die aktuelle Wetterlage im Auge zu behalten.

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004 (siehe die Detailkarten bei den Tagen 1 bis 7)

Albrechtroute aktuell Hauptroute Nebenroute versus Ur Route 2004

Hinweis

Basis des Tourberichts in Text und Bild ist die Ur-Route, wie ich sie im Jahr 2004 gefahren bin. Seitdem hat sich die Albrecht-Route zu meiner Überraschung und Freude zum Dauerbrenner in der Transalp-Szene entwickelt.

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Die grundsätzliche Einteilung der Etappen hat sich bewährt und wurde im Laufe der Jahre nur geringfügig verändert. Ansonsten habe ich immer wieder die Route überprüft und an den Stellen angepasst, wo man sie verbessern kann. Einerseits werden neue Wege gebaut, andererseits habe ich gezielt danach gesucht, Straßenpassagen verschwinden zu lassen, zugunsten von Schotterpisten oder noch besser Trails. Änderungen an der klassischen Route habe ich sehr behutsam vorgenommen. Auf den Übersichtskarten der einzelnen Etappen kann man sich die Unterschiede anschauen. Der Vergleich der Höhenprofile zeigt die Entwicklung der Albrecht-Route. Die Ergebnisse resultieren aus meinen Recherchen zur Version v2 der Albrecht-Route, die von mir im Internet dokumentiert wird.
Die Ergebnisse der laufenden Recherchen sind in diesen Bericht eingeflossen, der den aktuellen Stand dokumentiert.

Übersicht Etappen der Hauptroute mit Hinweisen auf Varianten

1. Tag: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald – alter Fernpass – Schloss Fernstein – Nassereith – Strad – Imst – Schönwies – Zams – Landeck
– Variante: Biberwier

2. Tag: 76,6 km, 2262 hm
Landeck – St. Anton am Arlberg – Verwalltal – Heilbronner Hütte – Galtür – Ischgl – Fimbertal – Bodenalpe
– Variante: Tobadill – Ischgl

3. Tag: 64,3 km, 2063 hm
Bodenalpe – Fimberpass – Vna – Sent – Scuol – S-charl – Pass da Costainas – Lü – Tschierv
– Variante: St. Maria im Münstertal

4. Tag: 77,7 km, 1370 hm 
Tschierv – Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Arnoga – Passo di Verva – Eita – Grosio
– Variante: Torri di Fraele über Bormio

5. Tag: 46,6 km, 2183 hm
Grosio – Le Prese – Fumero – Val di Rezzalo – Passo dell‘ Alpe – Gavia-Pass – Pezzo
– Variante: Passo Foppa/Mortirolo

6. Tag: 60,3 km, 2169 hm
Pezzo – Case di Viso – Montozzo-Scharte – Lago di Pian Palu – Pejo – Fucine – Val di Sole – Dimaro – Madonna di Campiglio
– Variante: Passo Tonale

7. Tag: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio – Val d’Agola – Passo Bregn de l’Ors – Passo del Gotro – Albergo Brenta – Val d’Algone – Stenico – Ponte Arche – Cure – Passo Ballino – Tennosee – Villa del Monte – Tenno – Deva – Riva – Torbole
– Variante: Sarcatal

Vergleich Höhenprofile der aktuellen Albrecht-Route mit der Ur-Route 2004

Albrecht Route profil aktuell
albrecht route2004 komplett

Nachfahren der Tour

Tourenvorschläge

Die sorgfältig recherchierten und sauber dokumentierten Tourenvorschläge spiegeln den Zeitpunkt der Erstellung wider. Für die Aktualität und Richtigkeit der Informationen kann ich aus verständlichen Gründen nicht garantieren. Ich freue mich über jeden Hinweis zu aktuellen Veränderungen.
Das Nachfahren der Routenvorschläge geschieht auf eigene Gefahr. Jegliche Haftung aus der Benutzung der Informationen aus den Tourberichten, den Detail und sonstigen Informationen ist ausgeschlossen. Das gilt vor allem für Unfälle, angerichtete Flurschäden oder begangene Ordnungswidrigkeiten. Einzelne Streckenabschnitte können zwischenzeitlich einem Fahrverbot unterliegen oder nur für Fußgänger erlaubt sein. An diesen Strecken muss das Fahrrad geschoben werden. Schieben kann man sein Fahrrad immer, dann ist man nämlich Fußgänger.

Tipps für Unterkünfte und Raststationen

Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen – siehe Kontakt.


Folgendes ist verfügbar im Webshop:

  • GPS-Tracks
  • Kartenscans
  • Finisher Bikeshirt
  • TOPO-Karte für Garmin GPS-Geräte

Transalp Roadbook 1– im Buchhandel oder versandkostenfrei direkt beim Verlag

Karte bei Amazon bestellen durch Klicken auf die jeweilige Nummer. Über das Amazon-Partnerprogramm erhalte ich ggf. eine kleine Provision bei qualifizierten Verkäufen.

Die Bilder stammen von der Original-Befahrung und Erkundungen einzelner Streckenabschnitte. Wenn nicht anders angegeben, unterliegen sie meinem Copyright. Ansonsten ist der Bildautor genannt. Die Bildrechte liegen in diesen Fällen beim Autor, der mir das Recht zur Veröffentlichung erteilt hat.

Andreas Albrecht

Die hier dokumentierten Strecken stammen aus mehreren Komplettbefahrungen und einzelnen Recherchetouren, um die Strecke zu optimieren.


Ur-Route gefahren vom 5.-11. September 2004

Transalp Team Ur-Route 2004
Transalp Team Ur-Route 2004

Team Ur-Route v.l.n.r.: HaPe (Ulm – bis 3. Tag), Reiner (Arnstadt), Olaf (Mainz), David (München), Matze (Gräfenroda), Uli (Gelnhausen) ,  Andreas (Gotha), Christian (Deggendorf)


Prolog

Und am Ende sind es nicht die Jahre in deinem Leben, die zählen. Es ist das Leben in deinen Jahren.

Abraham Lincoln (1809-1865)

Vorbemerkung: Diesen Originalbericht habe ich kurz nach der „Erstbefahrung“ der Albrecht-Route geschrieben. Ich habe ihn soweit als möglich unverändert gelassen. Das hat einerseits historische Gründe, andererseits spiegelt er den Geist der Albrecht-Route, nach meinem Empfinden, gut wider.
Die Fotos stammen überwiegend von der ersten Befahrung. Ich habe sie
sparsam ergänzt an den Stellen, wo ich kein Bildmaterial zur Verfügung hatte.

Meine erste Transalp bin ich im Jahre 1994 gefahren. Danach kamen Jahre des Ausprobierens und des Suchens nach einer optimalen Route. Seit dem Jahr 2000 war ich auf der richtigen Fährte, Jahr für Jahr, Tour für Tour. 4 Jahre später, im September 2004, war ich endlich zufrieden.

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Alles passt zusammen. Die Strecke, die Truppe, das Wetter – alles spielt mit. 7 Tage Sonnenschein, stahlblauer Himmel und nicht zu heiß, besser kann es gar nicht sein. Ich hatte mich im Vorfeld, mit einem Augenzwinkern, sogar an den Mondphasen orientiert, um den richtigen Zeitpunkt für die Transalp festzulegen. Wir sind am Ende einer Vollmondphase losgefahren. Da ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass es eine Schönwetterphase gibt.
In die Route habe ich alle Highlights einbauen können, die ich in den letzten Jahren befahren habe. Viele Mountainbiker haben seitdem Anregungen aus meinen Tourberichten aufgegriffen und sind verschiedene Varianten meiner Transalps ab Garmisch nachgefahren. Rückmeldungen aus dem Internet und aus den Hotels an den Etappenorten bestätigen mir das immer wieder. Zunächst war ich erstaunt über die Resonanz, dann natürlich erfreut, dass so viele „meine“ Touren nachfahren.
Möglicherweise liegt das an meiner Einstellung zum Mountainbiken in den Alpen. Ich will möglichst viel fahren können, gerade im hochalpinen Bereich. Die Schiebepassagen sollen sich in Grenzen halten. Bikegeschleppe, besonders bergab, finde ich nervig. Das geht offenkundig vielen so. Außerdem habe ich darauf geachtet, für den Fall schlechten Wetters eine alternative Route zu haben, auf der die Transalp weitergehen kann. Zum Glück habe ich diese selten gebraucht.

Transalp Roadbook in Papierform und als eBook (16. Auflage 2022)

  • berücksichtigt die aktuelle, verbesserte Streckenführung, mit Hinweisen zur 6-Tage-Variante und v2
  • v2-Strecken sind auf den Übersichtskarten markiert
  • Änderungen im Vergleich zu alten Auflagen sind hier dokumentiert
  • Ebenfalls erhältlich als eBook – mehr Info hier

1. Tag: Fernpass

Gesicherte Trailpassage am Fernpass
Gesicherte Trailpassage am Fernpass

Strecke: 76,5 km, 904 hm
Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald – alter Fernpass – Schloss Fernstein – Nassereith – Strad – Imst – Schönwies – Zams – Landeck

  • 4 %: Straße
  • 49 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 42 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 01-ALR-Garmisch-Landeck.gpx

siehe auch Variante Biberwier: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf der Übersichtskarte, kein separates Höhenprofil notwendig

  • GPS-Track: 01-var-ALR-Biberwier.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

01 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

01 ALR Garmisch Landeck
Garmisch-Partenkirchen: Panorama mit Zugspitze - so richtig zur Einstimmung auf die Transalp geeignet
Garmisch-Partenkirchen: Panorama mit Zugspitze – so richtig zur Einstimmung auf die Transalp geeignet

Inzwischen könnte ich meine Route aus dem Gedächtnis fahren. Trotzdem habe ich das Roadbook mit den drei A4-Seiten und die 18 gescannten Kartenausschnitte dabei, um auf Nummer sicher zu gehen.
Wir sind eine prima Truppe. Schon zu Ostern haben wir uns am Gardasee getroffen und sind gemeinsam Touren gefahren. Menschlich passen wir gut zusammen. Es geht in Garmisch-Partenkirchen los. Wir starten am Parkplatz hinter dem Hauptbahnhof. Es ist ein Sonntag. Das hat den Vorteil, dass wir in der Regel allein auf der Strecke sein werden. Eine Gruppe fährt parallel zu uns. Wie sich am Abend in Landeck herausstellt, nach meinen Roadbooks. Gemächlich setzen wir uns in Richtung Zugspitze in Bewegung.

Start unter der Zugspitze
Start unter der Zugspitze

Diese erste Etappe ist zum Einrollen gut geeignet. Jeder kann seinen Rhythmus finden. Von allen Streckenvarianten ist etwas dabei: grober Schotter, Trail-Passagen, einfache Strecken zum Rollen, bergauf, bergab. Nicht zu viel auf einmal: und immer der Blick auf Wälder, Seen und die Berge der Alpen.

Häselgehr Wasserfall
Auf dem Weg nach Ehrwald: Häselgehr Wasserfall

Bei dem herrlichen Altweibersommer ist es ein Genuss für die Sinne und ein wohliges Gefühl auf der Haut, die von der Sonne verwöhnt wird.

Ehrwald mit Zugspitze
Ehrwald mit Zugspitze

Das Panorama ist überwältigend.

Ehrwald: Panorama mit Zugspitze aus einer anderen Perspektive, aber immer gewaltig
Ehrwald: Panorama mit Zugspitze aus einer anderen Perspektive, immer gewaltig

Bei diesem warmen Spätsommerwetter kommt ein Stopp am Weißensee wie gerufen.

Weißensee
Weißensee

Danach folgt die einzige größere Herausforderung auf der ersten Etappe, der Anstieg zum alten Fernpass.

Auf dem Weg zum alten Fernpass
Auf dem Weg zum alten Fernpass
alter Fernpass
Alter Fernpass

Am alten Fernpass sehen wir auf die Autoschlange hinunter, die sich in Richtung Imst quält. Wir sind frei und ungebunden und rauschen die Schotterpiste hinab. Beim Überqueren der Straße müssen wir erst eine Lücke in der unablässig vorüberziehenden Autokarawane abpassen. Die beeindruckendste Passage auf der ersten Etappe ist ohne Zweifel der ausgesetzte Wegabschnitt der uralten „Via Claudia“. Inzwischen ist er als S0-Trail mit einem Hauch von S1 einzustufen. In der Tiefe schimmert der Fernsteinsee zwischen den Bäumen hindurch.

Fernsteinsee
Fernsteinsee

Die eisenbeschlagenen Wagenräder der alten Römerkarren haben sich im Laufe der Jahrhunderte tief ins Gestein gegraben.

Uralte Wagenspuren am Fernpass
Uralte Wagenspuren am Fernpass

Seit einigen Jahren ist der Weg aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Mountainbiker kommen uns entgegen. Sie kämpfen sich den Weg hinauf. Für uns geht es heute fast nur bergab.

Schloss Fernstein
Schloss Fernstein

Zunächst fahren wir durch Nassereith und danach durch das Gurgltal abwärts in Richtung Inntal. Dabei fühlen wir uns ein wenig an Wege in unseren heimischen Mittelgebirgen erinnert.

Gurgltal
Gurgltal: immer schön leicht bergab

Imst passieren wir an der neuen Kirche . Am Ufer des Inns erreichen wir den Radweg in Richtung Landeck.

Am Inn
Am Inn

Nach der Stippvisite am Inn halten wir uns nicht lange mit Pausen auf, sondern fahren in flotter Formation weiter. Olaf gibt einen guten Windschatten. Er fährt viel Rennrad. Wir erreichen ein flottes Tempo.

Easy going nach Landeck
Easy going nach Landeck

An einer Wasserstelle, kurz vor dem Tagesziel, halten wir an.

Wasserstellen gibt es jede Menge auf der Strecke der gesamten Transalp
Wasserstellen gibt es jede Menge auf der Strecke der gesamten Transalp

Eine Nonne auf einem Fahrrad, die von unserer Spitzengruppe zügig passiert wurde, radelt nach kurzer Zeit entspannt vorbei. So schnell waren wir also doch nicht. Weiter geht’s! In wenigen Minuten sind wir im Hotel „Mozart“ in Landeck. Das hauseigene Schwimmbad und ein Sonnenbad im Garten warten schon auf uns.

Hotel Mozart Landeck
Hotel Mozart in Landeck

Wir sind guter Dinge. Die Wetteraussichten sind hervorragend. Wir freuen uns auf das leckere Abendessen. Seitdem ich hier übernachte, habe ich meine Abendgarderobe ein wenig angepasst. Eine leichte Mikrofaserhose für den Abend ist immer dabei, ebenso wie ein T-Shirt, das nicht zu fahrradmäßig aussieht. Ich mache ein Schwätzchen mit dem Hotel-Chef Thomas Radlbeck, den ich auf einer Messe in Erfurt kennengelernt hatte. Ich freue mich über das Wiedersehen.

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Thomas ist so, wie ich viele Österreicher schätzen gelernt habe: verlässlich, professionell und immer herzlich. Er erzählt mir, dass immer mehr Radfahrer sein Hotel frequentieren. Manche seien für eine Story gut. Einer sei einmal mangels trockener Wechselkleidung barfuß und in Unterwäsche zum Abendessen erschienen, was die anderen Anwesenden und vor allem seine Mutter, die Seniorchefin des Hauses, nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinriss. Mit einem Augenzwinkern also hier der Hinweis: Im Hotel „Mozart“ herrscht Ordnung, Krawattenzwang besteht allerdings nicht.

1. Tag: 79 km, 849 hm
Garmisch-Partenkirchen – Ehrwald – Fernpass – Schloss Fernstein – Strad – Imst – Landeck

albrecht route01

Hinweise zur Variante zwischen Biberwier und Weißensee

  • ab Biberwier leichtere Strecke über Radweg Via Claudia
  • verläuft parallel zur Fernpassstraße
  • separates Höhenprofil nicht notwendig
  • GPS-Track: 01-var-ALR-Biberwier.gpx

Übernachtungstipp

Landeck

  • Hotel Mozart: Nähe Bahnhof, Superkomfort, Schwimmbad, super Essen, Telefon: 0043/5442/64 222, abschließbare Radgarage, Reinigungsgerät, Werkstatt und Trockenraum …….. sicher, sauber

Ebenso ein toller Ausgangspunkt für einen Radurlaub über mehrere Tage.

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Dazu kann man verschiedene Bus- und Bahntransfers nutzen. Ab einer Nächtigung im Hotel Mozart erhält man die Tirol West Card mit zum Beispiel freien Bustransfers.
Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von

Damit könnte man zum Beispiel entspannt und stressfrei die 1. Etappe der Albrecht-Route mal ohne schweren Rucksack fahren.
Geht ganz einfach:

  • mit Zug von Landeck bis Innsbruck
  • mit Zug von Innsbruck über Seefeld nach Garmisch-Partenkirchen
  • ggf. sogar mit Zug von Garmisch nach Ehrwald

Habe ich zum Beispiel bei der Überprüfung meiner Strecken in dieser Region genauso gemacht.

Rosengartenschlucht
Rosengartenschlucht
Gurgltal
Gurgltal


2. Tag: Verwalltal

Idylle an den Scheidseen
Auf dem Weg zur Heilbronner Hütte: Idylle an den Scheidseen

Strecke: 76,6 km, 2262 hm
Landeck – St. Anton am Arlberg – Verwalltal – Heilbronner Hütte – Galtür – Ischgl – Fimbertal – Bodenalpe

  • 16 %: Straße
  • 38 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 39 %: Feldweg, Schotter
  • 7 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 02-ALR-Landeck-Bodenalpe.gpx

siehe auch Variante über Tobadill: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 02-var-ALR-Tobadill-Ischgl.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

02 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

02 ALR Landeck Bodenalpe

Der Gardasee liegt für die anderen gedanklich noch in weiter Ferne. Für mich ist er schon heute nah. Ich gehe im Geiste die Etappen durch und bin mir sicher, dass wir alle Highlights auf der Strecke erleben werden. Für den zweiten Tag hatte ich mir vorgenommen, über St. Anton durch das Verwalltal nach Ischgl zu fahren. Erst einmal heißt es, Strecke zu machen. Am Abzweig ins Paznauntal verabschieden sich Uli und HaPe für heute. Sie fahren die kürzere Strecke Richtung Ischgl. Sie wollen es heute ruhig angehen lassen. Uli kennt den Weg aus dem letzten Sommer. Wir werden uns auf der Bodenalpe wiedertreffen. Gegen Mittag sind sie dort und Uli bestätigt mir per SMS die Ankunft. Ab Flirsch ist es ruhig auf der Strecke. 

Flirsch
Flirsch

Wir wechseln auf Nebenwege, die im Winter als Langlaufloipen genutzt werden. In St. Anton am Arlberg ist Gelegenheit, sich zu versorgen. Wir machen insgesamt nur kurze Pausen. Das ist besser für den Körper, der sich auf langandauernde Belastung, aber nicht auf ständige Höchstleistung einstellen muss. Bei dem schönen Wetter ist es kein Problem, mal kurz zu stoppen und eine Banane oder einen Riegel reinzuschieben.
Nach der Ortsdurchfahrt biegen wir am Hotel „Mooserkreuz“ ins Verwalltal ab.

Mooser Kreuz
Mooser Kreuz: Beginn der schönen Strecke im Verwalltal (Foto von einer späteren Befahrung mit meiner Frau)

Im Jahr 2000 bin ich hier das erste Mal entlang gefahren. Damals noch mit dem etwas unsicheren Gefühl, was mich auf der Transalp so alles erwarten wird. Heute bin ich ganz entspannt und genieße das langsame Eintauchen in die Gebirgswelt. Das Verwalltal ist ein so genanntes V-Tal, das relativ sanft ansteigend das Überschreiten der Baumgrenze bei rund 2000 Meter für den Normalbiker zum Vergnügen werden lässt.

Verwalltal mit Patteriol
Verwalltal mit Patteriol (3056 m), auch „Matterhorn des Verwalls“ genannt

Die Konstanzer Hütte ist schnell erreicht und passiert. Jetzt schon eine Pause einzulegen, wäre unklug. Danach würde es sich doppelt schwer treten.

Verwalltall nach Konstanzer Hütte
Im Verwalltall kurz nach der Konstanzer Hütte
Verwalltal sieht leicht aus ist aber zäh
Verwalltal: sieht leicht aus, ist aber zäh

An der Schönverwall-Hütte ist die Schotterpiste zu Ende. Der Trail beginnt. Wir trudeln in kurzen Abständen ein und machen uns auf den Weg bis zu einer Brücke.

An der Schönverwallhütte beginnt der Trail
Trail von der Schönverwallhütte in Richtung Heilbronner Hütte
Nach der Brücke geht es dann schnell steil bergauf
Nach der Brücke geht es steil bergauf

Damals begann hier eine Schiebepassage in Richtung Heilbronner Hütte, die mit ein paar Tragepassagen gewürzt war. Das ist nun Geschichte. Hier ein Bild zur Erinnerung.

Erinnerung
Ehemalige Tragepassage in Richtung Heilbronner Hütte

Update Verwalltal

Ca. 1,5 km nach der Schönverwall-Hütte gibt es ab der Brücke einen neuen Pfad. Dieser führt in Serpentinen auf das Plateau bei den Scheidseen.

Der Trail im Verwalltal von der Schönverwall-Hütte (im Hintergrund) hinauf zu den Scheidseen lässt sich bis zur Brücke nun gut fahren und danach zumindest gut schieben.
Trail im Verwalltal

Der Trail im Verwalltal lässt sich von der Schönverwall-Hütte bis zur Brücke gut fahren. Danach kann man zumindest gut schieben. Auf dem Hochplateau bei den malerischen Scheidseen lässt es sich auf jeden Fall wieder fahren.

Auf dem Plateau kann man wieder fahren
Auf dem Plateau
Plateau bei den Scheidseen kurz vor der Heilbronner Hütte
Scheidseen
Scheidseen
Scheidseen: nun ist es nicht mehr weit bis zur Passhöhe

Schließlich meistern alle den Schlussanstieg zur Heilbronner Hütte. Matze und Christian fahrenderweise, die anderen schieben das letzte Steilstück.

Heilbronner Hütte
Heilbronner Hütte

Auf der Terrasse knallt die Sonne wie im Hochsommer. Ich esse ein kleines Süppchen, auf mehr habe ich keinen Appetit.
Hinweis: Inzwischen ist die Hütte bei gutem Wetter sehr überlaufen. Ich würde in dem Falle dort keine Rast machen, sondern zum Kops-Stausee abfahren. Die Abfahrt in Richtung Kops-Stausee ist bei diesem herrlichen Wetter ein Traum.

Blick von der Heilbronner Hütte zur Silvretta-Gruppe
Abfahrt von der Heilbronner Hütte: im Hintergrund die Silvretta-Gruppe

Die Abfahrt ist im oberen Teil steil, weist aber keine technischen Schwierigkeiten auf. Wir lassen es einfach rollen und halten immer wieder kurz an, um die Aussicht auf die Bergketten der Silvretta zu genießen.

Leichte aber steile Abfahrt von der Heilbronner Hütte
Leichte aber steile Abfahrt von der Heilbronner Hütte

Nach der Verbella Alpe muss man aufpassen, um den kurzen, steilen Anstieg zur linken Seite der Schranke nicht zu verpassen. Dieser führt zum wunderschönen Stausee Kops. Nach rechts in Richtung Partenen weiter abwärts zu rollen, ist zwar verführerisch, hilft aber nicht viel weiter. Wir kurbeln ein kurzes steiles Stück nach oben. Ein paar entgegenkommende Wanderer helfen mental ungemein, den mühsamen Gegenanstieg zu bewältigen. Am Stausee halten wir kurz inne. Das Wasser ist durch die eingeschwemmten Sedimente milchig himmelblau.

Stausee Kops
Stausee Kops
Stausee Kops
Pfad entlang des Stausees Kops

Kurz nach dem Pfad überquert man die Straße in Richtung Gasthaus Zeinisjoch. Man bleibt auf dem Wanderweg. Der mündet direkt auf dem MTB-Weg in Richtung Galtür.

Zeinisjochhaus
Zeinisjochhaus – danach folgt die Abfahrt ins Paznauntal über Galtür nach Ischgl

Das Zeinisjoch ist eine Bemerkung wert. Es hat vermutlich seinen Namen vom einheimischen Ausdruck für die Tränen der Tiroler Kinder. Viele von ihnen mussten bis in die 1940er Jahre ihre damals bitterarme Heimat verlassen, um sich in Schwaben als Dienstmädchen oder -jungen zu verdingen.

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Hier am Joch verabschiedeten sie sich von ihrer Familie und wurden den Schleppern übergeben. Es ist für uns heute kaum mehr vorstellbar, welche Armutsgrenze vor historisch kurzer Zeit durch die Alpen ging. Im damals reichen und mächtigen Deutschland veranlasste dies manche Einwohner, sich zum allgewaltigen Herrscher über das Leben der ihnen anvertrauten bzw. gekauften Seelen aufzuschwingen. Zum Glück ist mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges diese unsägliche Tradition hinweggefegt worden.

Nun aber genug des geschichtlichen Exkurses. Wir genießen die rasante Abfahrt in Richtung Galtür, das schnell in Sichtweite gelangt.

Die Kühe sind satt wir auch
Die Kühe sind satt, wir auch

Die Lawinenverbauungen sind deutlich zu erkennen. Sie sollen Galtür nach den tragischem Unglück im Jahre 1999 vor Wiederholungen schützen. Man sieht deutlich, dass die Lawinenhänge nicht bewaldet und nicht mit Skiliften erschlossen sind. Es war wohl eher eine Verkettung unglücklicher Umstände, die damals im Winter nach tagelangen Schneefällen den weißen Tod in den jahrhundertealten Ort brachte.

Lawinenverbauung in Galtür
Lawinenverbauung in Galtür

Wir fahren in den Ort ab, um auf dem Radweg neben der Trisanna bergab zu rollen. Inzwischen hat man sich auf die Zunft der radelnden Sommergäste eingestellt. Der Weg ist bestens ausgeschildert. Kurz hinter Galtür, bei einzelnstehenden weißen Häusern (Apart Alexander), folgen wir dem Schotterweg entlang der Trisanna. In der Schlucht rücken die Felswände dicht aneinander. Nach einem verheerenden Hochwasser im August 2005 wurde der Weg neu angelegt und ist seitdem gut ausgebaut. Ischgl ist schnell erreicht.

Ischgl
Ischgl: rechts geht es steil ins Fimbertal hinauf

Schließlich erreichen wir oberhalb der Ortslage Ischgl einen Wegabzweig ins Fimbertal. Dort soll heute für uns Endstation sein. Wir kurbeln den zwar steilen, aber durchaus fahrbaren Weg zur Bodenalpe hinauf.

Im Fimbertal endlich fertig für heute
Im Fimbertal kurz vor der Bodenalpe

Wir übernachten hier und nicht wie viele andere auf der Heidelberger Hütte. Diese ist oft sehr überlaufen, von Hüttenromantik keine Spur mehr. Dereinst zählte ich dort mehr als 80 Mountainbiker über Nacht, dazu rund 100 Wanderer- und Sangesfreunde der Alpenvereinsektion Heidelberg. Da wurde die alpine Einsamkeit zum Massenerlebnis.
Die Wirtin der Bodenalpe Esma empfängt uns herzlich und wir beziehen unsere Zimmer. Die Zimmer sind sauber und mit Dusche/WC und TV gut ausgestattet. Abendessen und Frühstück sind schmackhaft und reichlich. Fazit: sehr empfehlenswert.

Bodenalpe
Bodenalpe

2. Tag: 78 km, 2240 hm
Landeck – St. Anton am Arlberg – Verwalltal – Heilbronner Hütte – Galtür – Ischgl – Fimbertal – Bodenalpe

albrecht route02

Hinweise zur Variante über Tobadill nach Ischgl

Strecke: 37,9 km, 1514 hm
Landeck – Perfuchs – Perfuchsberg – Tobadill – Vordergiggl – Giggler Tobel – Frodenegg – See – Sesselebene – Kappl – Ebene – Ischgl – Bodenalpe

  • 32 %: Straße
  • 55 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 9 %: Feldweg, Schotter
  • 4 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 02-var-ALR-Tobadill-Ischgl.gpx
  • im Falle schlechten Wetters kurze Strecke nach Ischgl
  • am Giggler Tobel meist nasse Trailanteile, ggf. schieben
  • ab dem Ort See entlang der Paznaun-Talstraße bis Ischgl mit diversen Umfahrungen

Aktuelles Höhenprofil der Variante über Tobadill nach Ischgl

02 var ALR Tobadill Ischgl

Bilder an der Strecke der Variante über Tobadill – See

Panorama auf Grins mit Parseierspitze
Panorama hinüber nach Grins mit Parseierspitze
Tobadill mit Blick zum Hohen Riffler, mit 3168 m der höchste Gipfel der Verwallgruppe
Tobadill mit Blick zum Hohen Riffler, dem mit 3168 m höchsten Gipfel der Verwallgruppe
Von Hintergiggl durch den Giggler Tobel auf gemeinsamem Pfad nach Frödenegg
Von Hintergiggl durch den Giggler Tobel auf gemeinsamem Pfad nach Frödenegg
Frödenegg
Idylle in Frödenegg

Übernachtungstipps

Flirsch

  • Berghotel Basur, Flirsch 148, 6572 Flirsch, Österreich, Tel.: +43 5447 5206

St. Anton am Arlberg

Der Ort liegt an der Strecke, wenn man zum Beispiel die erste Etappe verlängern oder hier starten will (unter Auslassung der 1. Etappe Garmisch -Landeck).

Hotel Montfort in St. Anton
Hotel Montfort in St. Anton
  • Hotel Montfort: A-6580 St. Anton am Arlberg, Dorfstraße 57, Tel. +43-5446-2310
  • das Hotel befindet sich am Beginn der Fußgängerzone, direkt an der Albrecht-Route

Ischgl

  • Hotel Jägerhof
  • Direkt an der alternativen Route des 2. Tages gelegen. Niveauvolles, familiär geführtes 4-Sterne-Hotel im Ortszentrum von Ischgl (Nähe Kirche).
  • Adresse: Eggerweg 11, A-6561 Ischgl/Tirol, Tel.: +4354445206
Ischgl Hotel Jägerhof
Ischgl: Hotel Jägerhof

Bodenalpe

  • Berghotel im Fimbertal oberhalb von Ischgl:  www.bodenalpe.at  Tel.: 0043-5444-5285 
Bodenalpe
Bodenalpe

Inzwischen ist die Albrecht-Route für die Bodenalpe ein fester Bestandteil des Sommergeschäfts geworden. Mich verbindet eine herzliche Freundschaft mit der Familie Walser.


3. Tag: Königsetappe über den Fimberpass und Pass da Costainas

Fimberpass mit Fluchthorn
Fimberpass mit Fluchthorn: sogar fahrbar, wenn man rechtzeitig aufsteigt!

Strecke: 64,3 km, 2063 hm
Bodenalpe – Fimberpass – Vna – Sent – Scuol – S-charl – Pass da Costainas – Lü – Tschierv

  • 2 %: Straße
  • 20 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 53 %: Feldweg, Schotter
  • 25 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-ALR-Bodenalpe-Tschierv.gpx

siehe auch Variante nach St. Maria im Münstertal: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 03-var-ALR-StMaria.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

03 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

03 ALR Bodenalpe Tschierv

Es ist in der Tat eine ordentliche Aufgabe, die heute vor uns liegt. Der Alpenhauptkamm wird zweimal bezwungen. Das sollte man nur bei gutem Wetter riskieren.

Fimberpass
Fimberpass
Pass da Costainas
Pass da Costainas

Noch ist es kühl, als wir uns an der Bodenalpe auf die Räder schwingen. Die Sonne taucht die Bergspitzen in ein rötliches Licht. Nach und nach ergreift sie Besitz vom Tal.

Aufbruch im Morgenlicht an der Bodenalpe
Aufbruch im Morgenlicht an der Bodenalpe

Die Schotterpiste ist gut fahrbar, mal mehr, mal weniger steil. An der Schweizer Grenze künden nur die Schilder davon, dass wir die Euro-Zone verlassen, zumindest offiziell.

Das ist nicht der Zöllner
Das ist nicht der Zöllner!

 Im Engadin ist die europäische Einheitswährung als zweites Zahlungsmittel neben dem Schweizer Franken akzeptiert. Wir unterbrechen die Fahrt immer wieder durch Fotopausen. Das Morgenlicht ist dazu ideal.

Heidelberger Hütte schon in Sichtweite
Heidelberger Hütte in Sichtweite

Nach einer guten Stunde ist die Heidelberger Hütte erreicht.

Sammelpunkt an der Heidelberger Hütte
Sammelpunkt an der Heidelberger Hütte

Alle Mountainbiker, die hier übernachtet haben, sind bereits ausgeflogen. Wir haben den Aufstieg zum Fimberpass für uns allein.

Jetzt gehts los
Jetzt gehts los!

Der Weg zum Pass erfordert zwar ein paar Schiebepassagen, dauert aber kaum eine Stunde und ist sogar teilweise fahrbar.

Von wegen reine Schiebepassage zum Fimberpass
Von wegen reine Schiebepassage zum Fimberpass

In vielen Berichten steht folgendes geschrieben: Im Mittelalter sollen über diesen Pass die Toten aus Ischgl zum Friedhof nach Sent im Engadin gebracht worden sein, denn das Paznaun gehörte jahrhundertelang zur Gemeinde Sent. Im Winter war der Weg unbegehbar. Man ließ deshalb die Leichen einfrieren und brachte sie im Frühjahr in Sent unter die Erde. Klingt gut, oder nicht?

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Der Wahrheit kommt wohl folgende Version näher. Die Gemeinde Sent hatte sehr große Weidegebiete im Paznaun erworben. Ischgl gehörte lange Zeit kirchlich zu Sent. Es gibt eine alte Überlieferung über die Toten. Da sich die Senter nur im Sommer in Ischgl aufhielten, dürfte es nur sehr selten vorgekommen sein, dass Leichen für einen späteren Transport eingefroren wurden. (Quelle: Cla Rauch – Gemeinde Sent).
Wie dem auch sei. Am Fimberpass überschreiten wir eine Sprachgrenze. Im Unterengadin spricht man Rätoromanisch. Sie ist die vierte Amtssprache der Schweiz und hat ihre Wurzeln im Lateinischen. Wanderer und Biker grüßen sich mit „Allegra“. Der Pass heißt Cuolmen d’Fenga.

Gleich geschafft der Pass ist zum Greifen nah
Gleich geschafft, der Pass ist zum Greifen nah!

Nach und nach treffen alle am Pass ein und sind beeindruckt vom großartigen Panorama.

Fimberpass mit Fluchthorn
Fimberpass mit Fluchthorn

Die Abfahrt auf dem weithin einsehbaren Pfad gehört zu den berühmten Trails in den Alpen.

Der legendäre Trail am Fimberpass
Der legendäre Trail am Fimberpass

Wir genießen den anspruchsvollen Single-Trail ins Unterengadin.

Der legendäre Trail Der eine fährt der andere schiebt
Der eine fährt, der andere schiebt!

Bis zur winzigen Alp Chöglias sind 500 Tiefenmeter zu überwinden. Je nach Fahrkönnen und Geländebeschaffenheit müssen einige Passagen geschoben werden. Heute hat der Trail den idealen Grip – nicht zu nass und nicht zu trocken. Sogar ich fahre weite Teile. Könner fahren bei guten äußeren Bedingungen fast die gesamte Strecke. Der Pfad ist teilweise ausgewaschen und führt an Abbruchkanten entlang. Bei entsprechender Vorsicht sollte das aber kein Problem darstellen.

Begegnung in der Nähe der Alp Chöglias
Begegnung in der Nähe der Alp Chöglias – es sind nicht nur Mountainbiker unterwegs!

Später überquert man eine abenteuerliche Bachbrücke und einen Gletscherbach.

Die Brücke gibt es nur im Sommer
Die Brücke gibt es nur im Sommer

Weiter geht es das Tal hinab.

Ruppige Piste Richtung Griosch
Ruppige Piste in Richtung Griosch

Ab Griosch fahren wir weiter auf der guten Naturstraße in Richtung Vna. Kurz vor der Ortslage biegen wir scharf rechts ab in Richtung Val Sinestra. Später teilt sich der Wiesenweg. Der Wegweiser zeigt an, dass der untere linke Weg direkt zum Kurhaus führt. Er wird wenig später zum anspruchsvollen Wurzel-Trail, der an der Abbruchkante des Flusses steil nach unten geht. Nach einer Rechtskurve muss man Obacht geben. Hier ist ein Felsabbruch. Die dadurch entstandene Steilstufe ist ca. 1,50 Meter hoch.

Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste

Ich würde den Drop nicht riskieren.
Vom Kurhaus Val Sinestra führt eine schöne Naturstraße nach Sent. Der Ort liegt hoch über dem Inntal mit direktem Blick ins Val d’Uina. Von hier aus geht es über einen Panoramaweg hinab nach Scuol. Eine Rast am Supermarkt im Ortszentrum mit Auffüllung der Vorräte ist empfehlenswert.

Scuol
Innbogen in Scuol

Die Auffahrt nach S-charl ist eine reine Fleißaufgabe. Wenn die Säge klemmt: es gibt einen Bus, der im Rahmen der Kapazität Fahrräder mitnimmt.
Die Auffahrt führt im Val Minger durch eine Mondlandschaft.

Auffahrt nach S charl im Val Minger
Val Minger

Nach starken Regenfällen kann die Naturstraße durch Murenabgänge verschüttet sein. Der werden zwar immer so schnell als möglich beseitigt. Es kann aber kurzzeitige Sperrungen geben. Also auf der Tour immer die Augen und Ohren offenhalten.

S-charl
S-charl

Der Dorfbrunnen ist ein natürlicher Sammelpunkt.

S-charl
Lagebesprechung in S-charl

Hier hält der Postbus. Wer Kräfte sparen will oder muss, kann seine Fahrräder in Scuol außen am Bus verstauen und sich kutschieren lassen. Ich hatte es HaPe vorgeschlagen, aber sein Ehrgeiz war stärker.

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Leider hat er seinem Knie damit keinen Gefallen getan. Bei der folgenden Auffahrt zur Alp Astras schwillt es stark an. Nichts geht mehr. Er muss zurück nach Scuol rollen. David überbringt uns an der Alp Astras diese Nachricht. Wir hatten schon besprochen, dass in solchen Fällen eine klare Entscheidung getroffen wird. Per SMS informiert mich HaPe, dass er in Scuol ein Hotelzimmer genommen hat und am nächsten Tag von seiner Nichte mit dem Auto abgeholt wird. Schade, dass er die Tour abbrechen muss, er war ein angenehmer Begleiter.

Falls man eine Pause in S-charl einlegen will: das „Crusch Alba“ liegt direkt am Weg.

Hotel Crusch Alba
Crusch Alba

Von S-charl aus führt der Weg entlang idyllischer Bergwiesen und einem munter murmelnden Bach.

Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas
Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas
Idylle auf dem Weg zum Pass da Costainas
Auf dem Weg zum Pass da Costainas

Nur ein einziges steiles Stück kann einen aus der Puste bringen. Die Hochebene zur Alp Astras erweist sich immer wieder als Rennstrecke.

Am Start
Am Start! Alp Astras in Sicht.

Christian und Matze sind die Sieger.

Alp Astras
Alp Astras

Von der Terrasse der Alp Astras haben wir einen weiten Blick zurück über die angenehm zu fahrende Strecke.

Blick von Alp Astras
Blick zurück von Alp Astras: nach und nach trudeln alle ein

Der wunderschöne Trail zum Pass da Costainas ist gut fahrbar und ein Traum.

Hochalpiner, fahrbarer Trail zum Pass da Costainas
Hochalpiner, fahrbarer Trail zum Pass da Costainas

Einer aus der Gruppe opfert sich und öffnet und schließt ein Gatter. So können alle anderen Fahrer von sich sagen, den Pass komplett fahrenderweise bezwungen zu haben.

Pass da Costainas auch fahrbar
Pass da Costainas – fahrbar!

Ich bin immer wieder fasziniert von dieser einzigartigen Möglichkeit, den Alpenhauptkamm fahrenderweise zu bezwingen, ohne dass man auf einer Teerstraße fährt. Es ist wirklich ein Genuss für alle, die ewiges Schieben im unwegsamen Gelände satt haben. Andere sind ebenfalls fasziniert von den Möglichkeiten, sich am Pass zu entspannen.

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Der Pass da Costainas ist nicht nur bei Radfahrern beliebt!

Die Abfahrt enthält gleich zu Beginn ein kurzes, sehr steiles Schotterstück.

Steile Abfahrt vom Pass da Costainas
Steile Abfahrt vom Pass da Costainas

Leider macht Olaf dabei Bekanntschaft mit dem Untergrund. Eine ausgeprägte Schotterflechte ziert für den Rest der Tour seinen rechten Oberarm und den Unterschenkel.

Nochmal gut gegangen
Nochmal gut gegangen – Olaf kann weiterfahren!

Als wir die Wiese erreichen, sind die Schwierigkeiten vergessen. Eine Traumabfahrt auf gutem Schotter bis Lü wartet auf uns. Die Sicht ist fantastisch. Der Ortler mit seiner dicken Schneehaube liegt zum Greifen nah vor uns. Fotopause!

Lü mit Ortler im Hintergrund
Die ersten Häuser von Lü mit Ortler im Hintergrund

In Lü gibt es eine beliebte Rast- und Übernachtungsmöglichkeit, die Pension Hirschen. Wir fahren diesmal durch. Kurz nach dem Örtchen kreischt meine vordere Scheibenbremse erbärmlich. Der Bremsbelag ist komplett abgefahren. Zum Glück hat David passende Ersatzbeläge dabei. Ich war so dusselig, das vor der Tour nicht zu kontrollieren. Aus seinen eigenen Fehlern lernt man wohl am besten. Das wird mir nicht noch einmal passieren. Etappenende ist nach leichter Schotterabfahrt in Tschierv im oberen Münstertal.

3. Tag: 68 km, 1996 hm
Bodenalpe – Fimberpass – Vna – Sent – Scuol – S-charl – Pass da Costainas – Lü – St. Maria im Münstertal

albrecht route03

Variante nach St. Maria im Münstertal

Strecke: 67,7 km, 2065 hm
Bodenalpe – Fimberpass – Vna – Sent – Scuol – S-charl – Pass da Costainas – Lü – St. Maria im Münstertal

  • 10 %: Straße
  • 18 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 47 %: Feldweg, Schotter
  • 25 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-var-ALR-StMaria.gpx (von Lü bis St. Maria im Münstertal)

So sind wir bei der Ur-Route gefahren. Der Grund war die Übernachtung in der urigen Jugendherberge „Chasa Plaz“, die ich von vorherigen Touren kannte. Wegen des warmen Spätsommerwetters konnte unsere Pasta-Party im Freien stattfinden. Es wurde relativ früh dunkel. Wir saßen noch lange im Freien zusammen. Das Glühen der Berge zeigte an, dass morgen wieder ein herrlicher Tag auf uns warten würde.

Abendliche Pasta Party
Sta. Maria im Münstertal – Jugendherberge: abendliche Pasta-Party

Aktuelles Höhenprofil der Variante nach St. Maria im Münstertal

03 var ALR StMaria komplett ab Bodenalpe

Alternative bei Schlechtwetter

Schnee am Fimberpass im Juli
So kann’s gehen: Schnee auf dem Fimberpass im Juli
  • Diese Entscheidung muss ggf. schon auf der 2. Etappe ab Landeck getroffen werden.
  • Das ist mir auch schon einmal auf der Bodenalpe passiert. Ich musste umkehren und zurück über Landeck fahren. Danach ging es weiter durch das Inntal.
  • Wir mussten damals sogar über den Reschenpass, um ins Münstertal zu gelangen

Übernachtungstipps

Tschierv

  • Hotel Al Rom: direkt an der Ofenpass-Straße gelegen. Bei Ankunft kann das Fahrrad gereinigt und über Nacht in der abschließbaren Bikegarage abgestellt werden. Wäscheservice möglich gegen einen kleinen Obolus.
Hotel Al Rom in Tschierv
Hotel Al Rom in Tschierv

  • Pension Hirschen – Telefon: +41 81 858 51 81      hirschen-lue.ch  
Lü Gasthof Hirschen
Lü: Gasthof Hirschen

Sta. Maria im Münstertal

Chasa Jaro
Janine Hofer bietet fünf Doppelbettzimmer in einem sehr alten Haus an (ca. 800 Jahre), welches liebevoll restauriert ist. Alle Zimmer sind alte Holzstuben. Man teilt sich das moderne Badezimmer und das Gäste-WC mit anderen Bewohnern. Da es nur wenige Zimmer gibt, ist die Anzahl der Gäste überschaubar. (Tipp von Karsten Voß)

  • Via Veglia 95 (bzw. Döss da Punt 95)
  • CH-7536 Sta. Maria Val Müstair GR
  • Telefon Janine Hofer: +41 76 570 14 93
  • www.chasa-jaro.ch
Chasa Jaro
Chasa Jaro
Zimmer in Chasa Jaro
Zimmer in Chasa Jaro

4. Tag: Val Mora, Passo di Verva

Grobe Schotterabfahrt vom Passo di Verva nach Eita
Grobe Schotterabfahrt vom Passo di Verva nach Eita

Strecke: 77,7 km, 1370 hm 
Tschierv – Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Arnoga – Passo di Verva – Eita – Grosio

  • 10 %: Straße
  • 17 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 62 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-ALR-Tschierv-Grosio.gpx

siehe auch Variante ab St. Maria im Münstertal und ab Torri di Fraele über Bormio: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 04-var-ALR-StMaria-PraVau.gpx
  • GPS-Track: 04-var-ALR-Torri-di-Fraele-Bormio.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

04 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

04 ALR Tschierv Grosio

Nach dem Start in Tschierv folgt die Strecke dem MTB-Weg 444, der inzwischen Teil des Nationalpark-Marathons ist. Dieser wird von den Schweizern jedes Jahr im August ausgerichtet. Nach einer schönen Einrollstrecke über Fuldera verlieren wir etwas Höhe, ehe in Runca die Auffahrt zum Döss Radond beginnt. Bei Pra da Vau wird es etwas flacher und eine Wasserstelle gibt Gelegenheit, die Trinkflaschen nachzufüllen. An der Weggabel mündet die Nebenroute ein, die in St. Maria im Münstertal begonnen hat und bis hierher deutlich steiler und anstrengender ist.

Auffahrt zum Döss Radond
Auffahrt zum Döss Radond

Nächster Sammelpunkt und Wasserstelle ist in der Nähe der Alp Praveder.

Alp Praveder
Alp Praveder

Nach einer kurzen Rast sind die letzten Höhenmeter zum Döss Radond schnell vergessen.

Die letzten Meter zum Döss Radond
Die letzten Meter zum Döss Radond

Kurz hinter der Alpe ist es soweit.

Alpe bei Döss Radond
Alpe bei Döss Radond

Das Ziel des ersten Anstieges des Tages ist in Sichtweite.

Döss Radond
Döss Radond – der Übergang ins Val Mora

Wir finden alle wieder zusammen. Es ist sonnig, aber ein wenig frisch. Wir sind in den Bergen ganz allein unterwegs, abgesehen von den vielen Murmeltieren, die sich durch ihr charakteristisches Pfeifen bemerkbar machen. Matze kann die Geräusche täuschend echt nachmachen. Es ist, also ob sie sich unterhalten. Wir ziehen die Windjacken über und genießen die Abfahrt durchs Val Mora.

Val Mora hier verlief im Mittelalter eine alte Handelstrasse
Val Mora

Hier verlief im Mittelalter eine alte Handelsstraße. Sie verlor ihre Bedeutung, als andere Passübergange entstanden sind wie der Pass Umbrail. Der Umbrail ist mit 2601 m zwar deutlich höher als der Döss Radond (2234 m). Der Weg ist im unteren Teil des Val Moras sehr erosionsgefährdet.
Das Hochtal ist bei diesem Wetter einfach überwältigend. Wir halten oft an und schauen auf die uns umgebenden Dreitausender.

Val Mora - Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora
Val Mora – Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora

Die Bilder brennen sich ein. Diese alpine Kulisse sucht ihresgleichen. Wildromantisch ist es hier. Man meint, jeden Moment könnte Winnetou um die nächste Wegbiegung geritten kommen. Es werden in der Tat immer mehr Wanderreiter im Val Mora gesichtet.

Und es werden in der Tat immer wieder Wanderreiter im Val Mora gesichtet
Wanderreiter im Val Mora am Abzweig zur Alpe Mora

Die Schotterpiste wird zu einem Wiesentrail, der sich später durch Krüppelkiefern schlängelt.

Idyllischer Wiesentrail im Val Mora
Idyllischer Wiesentrail im Val Mora
Trail durch Krüppelkiefern im Val Mora
Trail durch Krüppelkiefern im Val Mora

Ab der Bachbrücke wird das Tal schmaler. Der Pfad zieht sich an der linken Flussseite durch die Geröllhalden und zwingt einen ab und an zum Absteigen. Wer nach einem schneereichen Winter zu früh im Jahr oder nach starken Regenfällen unterwegs ist, kann Pech haben. Dann kann es passieren, dass der Weg nach einem Lawinenabgang im Winter oder einem Murenabgang im Sommer verschüttet ist.

nach der Brücke beginnt der Trail durch die Geröllhalden
Nach der Brücke beginnt der Trail durch die Geröllhalden
Der Trail muss nach jedem Winter wieder hergerichtet werden
Der Trail muss nach jedem Winter wieder hergerichtet werden

In der Regel kann man ab Mitte Juni den Trail passieren. Er wird von der Schweizer Seite aus betreut. Infos zum aktuellen Zustand erhält man bei der Touristinfo im Val Müstair.
Wir nähern uns der grünen Grenze am Passo Val Mora.

Val Mora: kurz vor Italien
Val Mora: kurz vor Italien

Am Passo Val Mora verlassen wir die Schweiz über die grüne Grenze. 

Passo Val Mora
Passo Val Mora

Nach der grünen Grenze sind wir in Italien. Wer die Augen nicht aufsperrt, bekommt die Grenze gar nicht mit.

Nach der grünen Grenze nun schon in Italien wer die Augen nicht aufsperrt bekommt die Grenze gar nicht mit
Auf dem Weg zu den Stauseen

Am Passo di Fraele geraten die Stauseen ins Blickfeld. Der erste See ist der Lago di San Giacomo di Fraele.

Der erste Stausee ist der Lago di San Giacomo di Fraele
Lago di San Giacomo di Fraele

Wir halten uns bei der Seeumfahrung rechts. Der zweite See ist der Lago di Cancano.

Am Lago di Cancano ist man dann in Italien
Lago di Cancano

Wir passieren die Einmündung des Schotterweges vom Passo di Alpisella. Am Rifugio San Giacomo stehen die Liegestühle einladend in der Sonne. Kaffeepause!

Rifugio San Giacomo
Rifugio San Giacomo

Als ob sich seit unserem letzten Aufenthalt nichts verändert hätte, ist das kleine Kätzchen wieder zur Stelle und turnt auf David herum.

Rifugio Giacomo
Pause am Rifugio San Giacomo

Wir fahren weiter, immer die Schotterpiste am See entlang. Oberhalb der Staumauer halten wir beim Rifugio Monte Scale an und bewundern die Bergwelt. Das Sommer-Skigebiet des Stilfser Jochs ist deutlich zu erkennen. Klar zeichnen sich die dunklen Liftmasten über dem weißen Schnee ab.

Eindrucksvolle Aussicht am Rifugio Monte Scale
Eindrucksvolle Aussicht am Rifugio Monte Scale

Der Zickzackweg durch die Felswand des Valle Forcola ist gut sichtbar. Bei solchem Wetter ist das eine wunderbare Strecke. Von Santa Maria aus wäre es jedenfalls möglich, diese Variante zu fahren.

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Man müsste in dem Fall das Val Mora auslassen und die wenig befahrene Straße zum Pass Umbrail nehmen. Dann ginge es weiter auf dem Höhentrail zur Bocchetta di Forcola. Eine schwere Entscheidung: bisher ist sie bei mir immer zu Gunsten des Val Mora ausgefallen. Irgendwie erscheint mir diese Route logischer. Die Variante über die alten Militäranlagen aus dem 1. Weltkrieg ist eher passend als Fortsetzung einer Transalproute, wenn man vom Stilfser Joch her kommt. Diese Idee ist inzwischen in der Albrecht-Route Top of the Rocks umgesetzt.

Weiter geht’s in Richtung Torri di Fraele.

Lago delle Scale
Am Lago delle Scale vorbei – im Hintergrund Cima de Piazzi

An den Torri di Fraele sind wir nicht alleine.

Torri di Fraele
Torri di Fraele
Revierkämpfe an den Torri di Fraele
Revierkämpfe an den Torri di Fraele

Wer oben steht, hat gewonnen!
In unserer Gruppe geht es friedlicher zu. Wir begutachten die vor uns liegende Strecke.

Torri di Fraele Blick Val Viola
Torri di Fraele: Blick in Richtung Val Viola

Nun gut, über den folgenden Weg brauche ich nicht lange zu rätseln. Nach den Torri di Fraele geht es in der dritten Serpentine rechts ab Richtung Arnoga, über die Schotterpiste „Decouville“.

Torri di Fraele: Blick auf Serpentinenstrecke und geradeaus in Richtung Val Viola
Torri di Fraele: Blick auf Serpentinenstrecke
Decouville: geniale höhengleiche Verbindung nach Arnoga -
Decouville: geniale höhengleiche Verbindung nach Arnoga

Entstanden ist die Strecke für eine Kleinbahn beim Bau der Stauseen Lago di San Giacomo e Fraele und Lago di Cancano.

Decouville
Decouville: ca. 18 km flache Strecke zwischen Torri di Fraele über Arnoga ins Val Viola

Dafür brauchen wir heute viel Zeit, nicht weil wir müde sind, sondern weil uns der Anblick überwältigt und wir immer wieder innehalten, um alles in uns aufzunehmen.

Gletscher des Cima di Piazzi 3439 m
Gletscher des Cima de Piazzi (3439 m)

In den letzten Tagen habe ich in Anbetracht der uns umgebenden landschaftlichen Highlights immer wieder gesagt: „Am nächsten Tag wird es noch einen Zacken schärfer!“ Es stimmt tatsächlich. Das ist das Schöne an dieser Traum-Transalp. Die Eindrücke eines Tages werden von den Impressionen des nächsten übertroffen.
In Arnoga machen wir Halt, um einen Cappuccino zu trinken. Die Rast war unnötig, wie ich im Nachhinein feststellen musste. Durch die Pause verliert man die Lockerheit in den Beinmuskeln, die sich auf der langen Flachstrecke eingestellt hat. Die kann man am Passo di Verva gut gebrauchen. Matze und Christian fahren die schwere Schotterpiste komplett durch. Alle anderen schieben ab und zu.

Kampf zum Passo di Verva
Es ist ein Kampf hoch zum Passo di Verva

Schließlich erreichen wir die Passhöhe.

Passo di Verva
Mein leider viel zu früh verstorbener Freund Uli „La Grappa“ Reimelt am Passo di Verva

Den Schotter-Downhill nach Eita lassen wir ruhig angehen.

Abfahrt vom Passo di Verva
Abfahrt vom Passo di Verva

Immer wieder unterbrechen wir die Abfahrt. Es wäre eine Sünde, diese beeindruckende Landschaft einfach an sich vorbeiziehen zu lassen.

Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks
Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks

Der Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks gibt Gelegenheit zum Herumkraxeln und Herumschauen. Wenig später kommt das kleine Bergdörfchen Eita ins Blickfeld.

Eita
Eita
Einrollen nach Eita
Die letzten Meter auf der Schotterpiste: Einrollen nach Eita

Im Bergdörfchen Eita hat uns das Leben wieder. Hier wird noch ursprüngliche Landwirtschaft betrieben, allem Anschein nach meist von den älteren Bewohnern des Tales.

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Ein Bauer und seine Frau sind damit beschäftigt, mit Hilfe einer Art Häckselmaschine den Dung zu zerkleinern, um ihn besser auf die Felder aufbringen zu können. Im Vorgarten eines kleinen, uralten Bauernhauses liegt ein alter Mann im Schatten. Er hat sich in Filzdecken eingemummelt, seine Frau ruht neben ihm. Ich grüße freundlich: „Buon giorno!“. Sie nicken und wünschen uns eine gute Reise: „Buon viaggio, ragazzi!“ Es wirkt wie eine Idylle. Ich kann mir gut vorstellen, wie hart das Leben hier oben war. Es ist sicherlich nicht einfach für ursprüngliche Lebensformen, sich in der heutigen Zeit zu behaupten. Aber wir sollten uns bemühen, ihre Lebensräume zu schützen und zu bewahren, damit auch zukünftige Generationen die Schönheit und Vielfalt dieser Natur erleben können. Ich denke vor mich hin: „Die Leute hier oben würden wahrscheinlich besser zurechtkommen, wenn sie sich selbst behelfen müssten. Ganz im Gegensatz zu uns verstädterten Menschen des 21. Jahrhunderts mit all unserem Schickimicki-Kram wie Handy, vollgefedertem Bike und GPS.“

Nun ist es aber genug mit dem Philosophieren. Es geht abwärts ins Valtellina. Das Etappenziel Grosio ruft.

Grosio
Grosio

In Grosio wartet das „Hotel Sassella“ auf uns. Die rasante Abfahrt über 1000 Höhenmeter auf der kleinen Straße bläst alle fragenden Gedanken aus dem Kopf. Die mediterrane Luft des Valtellina tut ein übriges, um keine bohrenden Zweifel über Sinn oder Unsinn einer Transalp aufkommen zu lassen. Freudig begrüße ich Marcella und Jim Pini, den Chef des familiär geführten Hotels. Ich fühle mich wie zu Hause.

Hotel Sassella - damals noch mit dem Namen Albergo
Hotel Sassella – damals noch mit dem Namen Albergo

Hinweis: Wenn man am 5. Tag die Hauptroute über Val di Rezzalo fahren will, kann man sich überlegen, ob man von Grosio aus noch bis nach Sondalo fährt und dort im HOTEL DELLE ALPI übernachtet. Das liegt im Ortsteil Bolladore direkt an der Albrecht-Route. Von Grosio bis Bolladore sind es ca. 5 km und 150 Höhenmeter.

Variante: Start in St. Maria im Münstertal über Passo di Verva nach Grosio

Strecke: 72,7 km, 1576 hm 
St. Maria im Münstertal – Pra da Vau – Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Arnoga – Passo di Verva – Eita – Grosio

  • 12 %: Straße
  • 15 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 62 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-var-ALR-StMaria-PraVau.gpx (von St. Maria i.M. bis Pra da Vau)
    dann weiter wie Hauptroute mit GPS-Track: 04-ALR-Tschierv-Grosio.gpx

Bei unserer Tour auf der Ur-Route starteten wir in St. Maria. Buchstäblich aus dem Stand geht es nur bergauf. Und das bis Pra da Vau auf einer sehr steilen Schotterpiste. Dort ist nun die Verbindung mit der Hauptroute, wie oben beschrieben.

4. Tag: 73 km, 1503 hm
St. Maria im Münstertal – Val Mora – Lago Cancano – Arnoga – Passo Verva – Eita – Grosio

albrecht route04

Aktuelles Höhenprofil der Variante Start in St. Maria im Münstertal über Passo di Verva nach Grosio

04 var ALR StMaria PraVau komplett bis Grosio

Variante: ab Torri di Fraele über Bormio und den Sentiero Valtellina nach Grosio

Strecke: 72,0 km, 871 hm 
Tschierv – Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Premadio – Bormio – Tola – Le Prese – Sondalo – Grosio

  • 6 %: Straße
  • 41 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 41 %: Feldweg, Schotter
  • 12 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-var-ALR-Torri-di-Fraele-Bormio.gpx

Von den Torri di Fraele geht es auf den Serpentinen und parallelen Trails hinab nach Premadio und weiter auf Rad- und Nebenwegen hinunter bis Grosio. Dabei passiert man im Valdisotto bei Aquilone die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (siehe das Bild in der folgenden Fotostrecke).
Wenn man die Albrecht-Route als 6-Tages-Tour fahren will, empfiehlt sich diese Variante. Ab Le Prese fährt man gleich zur „La Baita“ ins Val Rezzalo (verkürzt die Transalp um einen Tag): siehe den Bericht zu einer 6-Tage-Tour.

Aktuelles Höhenprofil der Variante ab Torri di Fraele über Bormio und den Sentiero Valtellina nach Grosio

04 var ALR Torri di Fraele Bormio komplett ab Tschierv

Bilder an der Strecke der Variante ab Torri di Fraele über Bormio und den Sentiero Valtellina nach Grosio

Wenn man von den Torri di Fraele auf der Nebenstraße nach Premadio abfährt, gibt es einen schönen High Speed Trail.

Trail von Torri di Fraele nach Premadio
High Speed Trail nach Premadio

Ab Premadio über Bormio bis Grosio verläuft die Strecke fast durchgängig auf schönen Radwegen entlang der Adda bis Grosio. Die fehlenden Teilstücke werden weiter ausgebaut.

Sentiero Valtellina
Sentiero Valtellina: perfekter Zubringer

Der Radweg verläuft inzwischen fast durchgängig abseits der Straße von Bormio bis an den Comer See. Zwischen Aquilone und Le Prese kann man im Tal der Adda noch immer die Spuren des gewaltigen Bergrutsches von 1987 sehen. Das führte dazu, dass der Gaviapass asphaltiert wurde, da die Straße nach Bormio verschüttet war.

Val Pola
Val Pola: Stelle des katastrophalen Bergsturzes

Detaillierte Informationen zum Bergsturz vom 28. Juli 1987: hier.

Übernachtungstipps

Grosio

  • Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, Sauna; www.hotelsassella.it
Hotel Sassella
Hotel Sassella

Inzwischen ist aus dem Albergo ein Hotel geworden, das im Sommer gut von Transalplern frequentiert wir. Davon sind die meisten auf der Albrecht-Route unterwegs .

Grosotto

  • Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624     www.garnilecorti.it

Sondalo-Bolladore

  • HOTEL DELLE ALPI 23035 Sondalo (SO), Via Bolladore, 19, Tel.: +39-0342-801412 (liegt an der Nebenroute)

Übernachtungstipps an der Variante über Bormio

Bormio

  • Hotel Giardino, Via Per Piatta, 11, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 903132
  • HOTEL Funivia, Via Funivia, 34, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.:  +39 0342 903242
  • Ostello Alpino, Via Milano, 88, 23032 Bormio SO, Italien, Tel.: +39 0342 902712

5. Tag: Val di Rezzalo, Gaviapass

Gaviapass Rifugio Bonetta
Rast am höchsten Punkt der Tour

Strecke: 46,6 km, 2183 hm
Grosio – Le Prese – Fumero – Val di Rezzalo – Passo dell‘ Alpe – Gaviapass – Pezzo

  • 35 %: Straße
  • 36 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 20 %: Feldweg, Schotter
  • 9 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 05-ALR-Grosio-Pezzo.gpx

siehe auch Variante über Passo Foppa/Mortirolo, Col Carette: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 05-var-ALR-Mortirolo.gpx
  • GPS-Track: 05-var-ALR-PdLegno-Pezzo

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

05 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

05 ALR Grosio Pezzo

Ein prüfender Blick am Morgen zum Himmel. Wolkenschleier hängen am Himmel. Talabwärts ist eine dunkle Wolkenformation zu sehen, die anscheinend langsam näher kommt. Sollte uns das Wetterglück verlassen?

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Ich berate mich mit David, der sich ebenfalls mit den Wetteranzeichen in den Alpen auskennt. Wir analysieren die Lage: kein starker Wind, kein starkes Absinken der Temperaturen über Nacht. Der Luftdruck ist in etwa gleich geblieben. Nichts deutet auf einen gravierenden Umschwung der Wetterlage hin. Bei schlechten äußeren Bedingungen würde ich auf keinen Fall über das Val di Rezzalo zum Gaviapass fahren. Als wir ca. zwei Kilometer nach Grosio den Abzweig zum Passo Foppa/Mortirolo erreichen, schieben sich die ersten Berggipfel durch die Wolken. Sie entpuppen sich als Hochnebel. Keine Frage, wir fahren zum Val di Rezzalo. Per email hatte ich vorsorglich unsere Durchreise bei Alessandro, dem Hüttenwirt von La Baita angekündigt. Unterwegs überholt uns Alessandro im Auto. Offensichtlich ist er auf dem Weg zur Berghütte. Wir werden erwartet.

Die steile Auffahrt nach Fumero beginnt in Le Prese. Die Straße ist gut befahrbar und hat kaum Verkehr.

Auffahrt von Le Prese nach Fumero
Auffahrt nach Fumero

Die Sonne hat die letzten Nebelschwaden vertrieben und heizt uns tüchtig ein. Wasserstellen gibt es unterwegs genug. Am Ortsende von Fumero ist ein Parkplatz. Wir warten, bis die letzten eintrudeln.

Fumero
Fumero – hier beginnt der schwere Teil der Auffahrt ins Val di Rezzalo

Uli hat es langsam angehen lassen und erreicht als letzter den Treffpunkt. Er ist offensichtlich gut eingefahren. Mit einem erfrischenden, „Auf geht’s, Jungs!“, rollt er ohne Pause weiter. Seine Leistungsfähigkeit setzt uns immer wieder in Erstaunen. Nach dem letzten Wanderparkplatz beginnen die Steilstücke.

Auffahrt Val Rezzalo
Auffahrt zum Val di Rezzalo

Teilweise ist die Strecke mit groben Steinplatten gepflastert. Die Zwischenräume sind durch Kies und Sand zugespült. Es ist trotzdem ein zähes Fahren. Ich suche, soweit es geht, den schmalen Streifen am Rand, der mit dem Mountainbike besser zu befahren ist. Eine dreiviertel Stunde quält man sich ein bisschen. Dann öffnet sich das Hochtal bei San Bernardo.

San Bernardo
San Bernardo

La Baita erreicht man über einen Abzweig, der mit einem kurzen steilen Anstieg gewürzt ist.

Anfahrt La Baita: in Sichtweite der Kirche links hinauf und steil
Anfahrt La Baita

Es ist immer wieder eine Offenbarung, dass es so etwas Schönes gibt. In einer Höhe von 1800 bis 1900 Metern liegen einzelne Gehöfte verstreut im Tal. Strommasten sucht man vergeblich. Vereinzelt wird ein wenig Landwirtschaft betrieben. Viele der alten Hütten sind in der letzten Zeit behutsam instand gesetzt worden und dienen als Wochenendhäuschen oder Sommerfrische für die Leute aus dem Tal.

La Baita
La Baita

Die Terrasse von „La Baita“ liegt in der Sonne. Wir schlürfen Latte Macchiato und genießen den selbstgemachten Heidelbeerkuchen.

Rast an La Baita
Rast an La Baita

Ich freue mich, Alessandro wiederzusehen. Wir tauschen in einem Gemisch aus Deutsch und Italienisch Erinnerungen aus. Er betreibt die einzige Übernachtungsmöglichkeit für durchreisende Transalpler im Tal. Inzwischen genießt La Baita einen legendären Ruf in der Transalp-Szene.

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Strom gewinnt die Hütte durch einen kleinen Generator, der durch Wasserkraft betrieben wird. Seit einigen Jahren kommen immer mehr Urlauber ins Tal, angeregt durch die verschiedenen Tourberichte im Internet. Wer hier übernachten will, sollte unbedingt vorher reservieren (www.rezzalovacanze.com) oder einen Tag vorher anrufen, da die Hütte nicht immer besetzt ist. Bei der Tourplanung ist es für mich immer eine schwere Entscheidung, soll ich nun in Grosio oder in „La Baita“ übernachten. Beide Orte haben ihre speziellen Reize. Leider liegen sie so dicht nebeneinander, dass man sich für eine von beiden Möglichkeiten entscheiden muss. Bei meinen Touren habe ich mich immer wieder einmal für „La Baita“ entscheiden – eine gute Wahl. Als wir bei Alessandro bezahlen wollen, winkt er nur ab: „Mille gracie per pubblicita!“, sagt er zu mir. Ich bedanke und verabschiede mich für dieses Mal.

La Baita
Danke caro amico Alessandro für das Paradies, dass du mit La Baita geschaffen hast!

Frisch gestärkt machen wir uns an die Weiterfahrt.

Val di Rezzalo
Hochebene im Val di Rezzalo

Die Trasse wurde einst aus militärischen Gründen gebaut. Bis zu den letzten Gehöften auf einer Höhe von ca. 2200 m ist sie als breite Schotterpiste ausgebaut. Die erste Hochebene wird über eine steile Serpentinenstrecke erreicht.

Serpentinen zum ersten Plateau
Serpentinen der alten Militärpiste zum ersten Plateau

Auf dem ersten Plateau liegt Saleit.

Saleit
Kurze Verschnaufpause an der Brücke bei Saleit

Weiter geht es steil bergauf.

Auf dem Weg zum zweiten Plateau
Auf dem Weg zum zweiten Plateau

Die Sonne knallt auf uns nieder. Uli hatte angekündigt, dass er eine kleine Badepause im eiskalten Bergbach einlegen will. Diesmal hat er sogar extra ein Thermometer mit, 6° Celsius zeigt es an. Er war schon ein verrückter Hund.

Abkühlung
Abkühlung

Je nach Kondition und Gewicht des Rucksacks müssen trotz des hergerichteten Weges einige Schiebepassagen eingelegt werden. Wie nicht anders zu erwarten, bleiben Matze und Christian bis weit über das zweite Plateau hinaus im Sattel. Nach der zweiten Brücke ist für die meisten Schluss. Inzwischen wurde der Weg bis zur Passhöhe instand gesetzt. Der Weg ist trotzdem sehr steil. Da geht bei den meisten nichts mehr, außer gemütlich das Rad zu schieben und ab und zu anzulupfen.

Schieben Tragen
Schieben und Tragen

Das allerletzte Stück zum Passo dell’Alpe ist wieder fahrbar.

Passo dell'Alpe - geschafft!
Passo dell’Alpe – geschafft!

Die Sonne scheint, es weht ein kühler Wind. Keiner hält sich deshalb lange am Pass auf. Nach der Passhöhe rasten wir ausgiebig in einer windgeschützten Mulde an einem Gletscherbach.

Rast
Pause im Windschatten

Kein Mensch außer uns ist zu sehen. Es herrscht Stille um uns, nur ab und zu unterbrochen durch das Pfeifen der Murmeltiere. Langsam entschließen wir uns aufzubrechen. Solche schönen Tage weit oben in den Bergen sind selten und man sollte sie genießen. Schließlich machen wir uns auf den Weg hinab zur Gaviapass-Straße.

Valle dell'Alpe: Trail in Richtung Gaviapass-Straße mit Pizzo Tresero im Hintergrund
Valle dell’Alpe: Trail in Richtung Gaviapass-Straße mit Pizzo Tresero im Hintergrund

An der Ponte dell’Alpe beginnt die relativ leichte Auffahrt auf Asphalt zum Gaviapass.

Ponte dell Alpe
Ponte dell’Alpe an der Gaviapass-Straße

Am Rifugio Berni hat man einen guten Blick auf den Dosegu-Gletscher zwischen Punta San Matteo und Pizzo Tresero.

Dosegu Gletscher 2004
Dosegu-Gletscher im Jahr 2004

Interessant ist der Vergleich mit dem Jahr 2015, als ich das folgende Bild machte.

Beliebter Fotospot am Rifugio Berni
Beliebter Fotospot am Rifugio Berni mit Dosegu-Gletscher im Hintergrund

Der Rückgang des Gletschers innerhalb von 11 Jahren ist recht deutlich zu sehen. Ob das nun auf die viel beschworene Klimaerwärmung von Menschenhand zurückzuführen ist oder nur die Folge normaler Temperaturschwankungen im Laufe der Erdgeschichte, wer weiß das schon so genau? Das Ziel dieser Transalp, der Gardasee, lag in der letzten Eiszeit unter einer mehrere hundert Meter dicken Eisdecke begraben. Heute sind die Ufer mediterran geprägt. Da stelle ich mir die Frage, was damals die Ursache für die Erwärmung und das Ende der Eiszeiten war. Einflüsse durch den Mensch können es nicht gewesen sein.
Egal, wir sind in der Jetztzeit unterwegs. Es sind noch ein paar Höhenmeter bis zum Gaviapass. Jeder tritt sein Tempo. Kurz vor dem Ziel wird die Straße am Lago Bianco relativ flach.

Lago Bianco am Gaviapass
Lago Bianco kurz vor dem Gaviapass

Das ist immer ein Signal für ein kleines Wettrennen, wenn zwei Mountainbiker nicht weit auseinander liegen. Ich trete an, Olaf liegt in meinem Windschatten und will vorbeiziehen. Ich denke, lass ihn den Punkt für die Bergwertung holen und will ihn abklatschen. Er versteht es offensichtlich als Zeichen, gemeinsam einzurollen. Das tun wir.

Rast am Gaviapass im Rifugio Bonetta
Gaviapass: Rast am Rifugio Bonetta

Wir räkeln uns vor dem Berggasthaus in der knallenden Sonne und genießen die Aussicht. Hier sind wir umgeben von stolzen Bezwingern der Passhöhe: Rennradlern, Cabriofans und den unvermeidlichen Motorradfahrern!
Die Abfahrt vom Pass beginnt mit der rasanten Fahrt durch eine Mondlandschaft. Riesige Steinblöcke liegen links und rechts der Straße. In einer Kehre halten wir an. Tief unter uns liegt das Pendant zum Lago Bianco – der Lago Nero.

Lago Nero bei der Abfahrt vom Gaviapass
Lago Nero bei der Abfahrt vom Gaviapass

Wir bleiben ein Stück auf der Gaviapass-Straße. Am Tunnel, den wir rechts umfahren, genießen wir kurz das Feeling des alten Schotterpasses. Die Straße wurde erst Ende der 1980er Jahre komplett asphaltiert.

Gavia Tunnel alte Strasse
Vor dem Tunnel geht es rechts ab auf ein Stück der alten Straße
Am Tunnel außen vorbei Teilstück der alten Gaviastraße
Am Tunnel außen vorbei: Teilstück der alten Gaviastraße als ursprüngliche Schotterpiste

Jetzt ist die Straße komplett asphaltiert. Der Grund ist folgender: ein gewaltiger Erdrutsch blockierte 1987 die Straße von Sondalo nach Bormio (siehe die Infos dazu im Bericht zur Nebenroute des 4. Tages). Der Gaviapass war die einzige Zufahrtsmöglichkeit von Süden her. Die Straße wurde damals in kurzer Zeit geteert. David kennt sie noch im ursprünglichen Zustand.
Am Felsen studieren wir die Inschrift einer Gedenktafel. Im Jahre 1954 sind hier 54 Alpini ums Leben gekommen. Der Fahrer eines Militärlasters verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug und riss die jungen Soldaten in den Tod. Frische Blumen zeugen davon, dass ihrer noch gedacht wird. Nachdenklich schauen wir in die einige hundert Meter tiefe Schlucht, ehe wir weiterfahren.

Monte Gavia
Im Hintergrund der Monte Gavia: dort hinauf verlaufen alte Militärpfade

Auf dieser Seite des Gaviapasses ist die Straße stellenweise so schmal, dass nur ein Auto passieren kann. Bei der Abfahrt bieten sich tolle Ausblicke auf die Adamello-Presanella-Gruppe! Die Landschaft ist einfach atemberaubend.

Adamello Presanella
Adamello-Presanella-Gruppe

Im unteren Teil wird die Straße breiter und wir heizen mit High-Speed ins Tal. In einer scharfen Rechtskurve auf einer Höhe von ca. 1700 m verläuft ein feiner Singletrail nach Pezzo.

Trail nach Pezzo
Trail nach Pezzo

In Pezzo endet diese Etappe. Das kleine italienische Bergdorf liegt strategisch günstig für die Albrecht-Route, wenn man am nächsten Tag die Montozzo-Scharte in Angriff nehmen will.

Pezzo
Pezzo

Dort gibt es das „Da Giusy“ mit 3 Zimmern, in denen bis zu 14 Biker unterkommen können. Im Restaurant kann man am Abend essen gehen.
Morgen ist der Montozzo angesagt. Wird der Wettergott uns weiter gewogen sein?

5. Tag: 50 km, 2254 hm
Grosio – Le Prese – Fumero – Val di Rezzalo – Passo dell‘ Alpe – Gavia-Pass – Ponte di Legno

albrecht route05

Variante über Passo Foppa/Mortirolo und Col Carette ins Valcamonica

Strecke: 40,7 km, 1751 hm 
Grosio – Passo Foppa/Mortirolo – Col Carette – Vezza d’Oglio – Ponte di Legno – Pezzo

  • 43 %: Straße
  • 48 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 8 %: Feldweg, Schotter
  • 0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 05-var-ALR-Mortirolo.gpx
  • Vor allem sinnvoll bei Schlechtwetter und Gewittergefahr in den Bergen.
  • Dann ist die Fahrt über Val di Rezzalo und Gaviapass zu gefährlich.
  • Ab Grosio auf kaum befahrener Nebenstraße zum Passo Foppa/Mortirolo.
  • Weiter auf landschaftlich überragender Strecke via Col Carette nach Vezza d’Oglio.
  • Im Valcamonica schöner Radweg nach Ponte di Legno.
  • Die Variante über den Passo Foppa/Passo Mortirolo wird dadurch deutlich aufgewertet.
  • Sinnvoll, wenn man am 6. Tag nicht über die Montozzo-Scharte fahren kann oder will, sondern auf die Nebenroute über den Passo Tonale ausweicht.

Aktuelles Höhenprofil der Variante über Passo Foppa/Mortirolo und Col Carette ins Valcamonica

05 var ALR Mortirolo

Wenn man bis Pezzo weiterfahren möchte, dann verlängert sich die Strecke wie folgt:
GPS-Track: 05-var-ALR-PdLegno-Pezzo.gpx

Aktuelles Höhenprofil der Variante über Passo Foppa/Mortirolo Valcamonica bis Pezzo

05 var ALR Mortirolo komplett bis Pezzo

Bilder an der Strecke der Variante über den Passo Foppa/Mortirolo

Auffahrt Mortirolo
Blick ins Valtellina bei der Auffahrt zum Passo del Mortirolo bzw. Passo della Foppa

Der unterschiedliche Sprachgebrauch Mortirolo/Foppa ist verwirrend. Die Geschichte ist schnell erzählt.

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De facto gibt es sowohl den einen als auch den anderen. Der Passo del Mortirolo liegt abseits der Straße, wenn es nach dem Passo della Foppa hinunter nach Monno geht. Der eigentliche Straßenpass ist der Foppa. Der Hotelchef Jim Pini vom legendären „Hotel Sassella“ in Grosio hat mir die Zusammenhänge erklärt. Foppa ist wie gesagt die alte, richtige Bezeichnung für den Straßenpass. Als dann der Giro d’Italia einige Male über diesen Pass führte, benutzte ein Reporter aus Unkenntnis den Namen des Passes del Mortirolo, der Luftlinie keinen Kilometer entfernt liegt, aber nur auf einem Wanderweg zu erreichen ist. Ich habe es überprüft.

Passo del Mortirolo in echt
Passo del Mortirolo in echt

Das Schild ist da! Nur zu Fuß zu erreichen oder mit dem Mountainbike auf dem Weg 435, ca. 500 m und 90 Höhenmeter oberhalb des Albergos Mortirolo.
Was der eine Reporter sagte, haben dann alle nachgeplappert und so bürgerte sich im Laufe der Zeit der „falsche“ Name für den „richtigen“ Pass ein. Durch die offenkundig hochwirksame normative Kraft des Faktischen ist inzwischen auch der Name „Foppa“ von den Wegweisern vor Ort verschwunden. Allerdings gibt es auch eine Geschichte zum Namen des Passes von den Leuten aus dem Valcamonica. Das liegt von Grosio aus auf der anderen Seite. Sie sagten schon immer, dass sie zum Mortirolo gehen. Also akzeptieren wir das als guten Kompromiss und verwenden je nach Lust und Laune beide Bezeichnungen.

Wie dem auch sei, im Jahre 2006 habe ich bei meiner Rennrad Transalp an einem Holzpfahl noch diesen verblichenen Schriftzug vorgefunden.

Passo Foppa
Passo Foppa

Historisches Foto: Passo Foppa – so stand es dereinst auf dem Schild geschrieben! Was währt schon ewig?

Inzwischen hat der Passo del Mortirolo aufgerüstet. Es gibt einen Container mit Möglichkeit zum Waschen, Umziehen und Aufwärmen.

Unterschlupf am Mortirolo
Unterschlupf am Mortirolo

Ohne eine Selfie Point geht heutzutage gar nichts mehr.

Passo del Mortirolo
Passo del Mortirolo

Davor befindet sich ein stabiler Pflock, auf dem man ein Smartphone in der richtigen Höhe abstellen kann, damit das Selfie gelingt. Eine Rastmöglichkeit gibt es im Albergo Mortirolo, das etwas unterhalb der Passhöhe liegt.

Albergo Mortirolo
Albergo Mortirolo

Zur Nebenroute über den Col Carette nach Vezza d’Oglio muss man ein paar dutzend Meter zurück zum Abzweig der Almstraße fahren. Die Strecke ist einfach, aber landschaftlich sehr reizvoll.

Auffahrt Col Carette
Auffahrt zum Col Carette
Col Carette
Col Carette – Abzweig auf Schotter zum Pianaccio

Bei gutem Wetter empfiehlt sich am Col Carette ein kurzer Abstecher über einen alten Militärweg zum Pianaccio.

Pianaccio
Pianaccio

Dort hat man eine fantastische Rundsicht zum Passo Tonale, der Adamello-Pressanella-Gruppe und hinunter ins Valcamonica.
Die Abfahrt vom Col Carette erfolgt zunächst auf einer geteerten Almstraße.

Abfahrt vom Col Carette
Blick in Valcamonica

Später folgen Abschnitte auf Schotter und Waschbeton, die einige steile Bergabpassagen enthalten. Den Talgrund erreicht man in Vezza d’Oglio. Dort kann man rasten.

Vezza d Oglio
Vezza d’Oglio

Rechts an der Waldkante verläuft der Radweg im Valcamonica, der Einschnitt im Hintergrund links ist der Passo Tonale.

Mit oder ohne Pause geht es auf dem Radweg weiter nach Ponte di Legno zum Hotel Raggio di Luce. Das dient als Ziel für die Fahrer der Nebenroute, insbesondere für diejenigen, die am nächsten Tag auf der Nebenroute bleiben und direkt zum Passo Tonale fahren.

Raggio di Luce
Blick vom hauseigenen Gemüsegarten zum Hotel Raggio di Luce

Carla, die Hotelchefin, spricht so rasend schnell Deutsch wie ihre Muttersprache Italienisch. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Das blitzsaubere Hotel liegt in ruhiger Lage etwas oberhalb von Ponte di Legno. Wer hier Station macht, hat bei dieser kurzen Etappe ausreichend Zeit für einen Stadtbummel.

Regenbogen über Ponte di Legno
Regenbogen über Ponte di Legno

Übernachtungstipps

Val di Rezzalo

Pezzo

Da Giusy
Pezzo: Da Giusy – Wir werden erwartet. Danke Virginia für deine Freundschaft!

Ponte di Legno

  • Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice auf Anfrage
    25050 Temu, Via Valeriana 46 – loc. Plazza (Vorort von Ponte di Legno)
    Tel. +39 0364 900852 – mobil. +39 338 1140510
    Auf Anfrage bereitet Carla gerne ein Abendessen mit Produkten aus der Region und aus ihrem Bio-Garten direkt am Haus zu (siehe folgende Bilder).
Hotel Raggio di Luce
Hotel Raggio di Luce
Hotel Raggio di Luce: Kräutergarten
Die Chefin in ihrem Garten

6. Tag: Montozzo

Trail von Montozzo Scharte zum Lago Pian Palu
Trail von Montozzo-Scharte zum Lago Pian Palu: schöner kann es kaum sein!

Strecke: 60,3 km, 2169 hm
Pezzo – Case di Viso – Montozzo-Scharte – Lago di Pian Palu – Pejo – Fucine – Val di Sole – Dimaro – Madonna di Campiglio

  • 11 %: Straße
  • 41 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 35 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06-ALR-Pezzo-Madonna.gpx

siehe auch Variante über Passo Tonale: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 06-var-ALR-Passo-Tonale.gpx
  • GPS-Track: 06-var-ALR-Tonalina.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

06 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

06 ALR Pezzo Madonna

Am Morgen ist es diesig in den Berge. Es ist eindeutig Hochnebel. Keine zwei Sekunden brauche ich zu überlegen, um zu wissen, dass heute die Montozzo-Scharte ruft. Pezzo erwacht langsam, da sitzen wir schon auf den Rädern.

Pezzo
Pezzo – ein typisches italienisches Bergdorf

Nach dem Start erreichen wir schnell Case di Viso. Hier endet die Straße und die Schotterpiste beginnt. Die langgezogenen Serpentinen zeichnen sich deutlich am Berghang ab.

Blick zurück von der Alta Via Camuna ins Valle di Viso - im Hintergrund die Auffahrt in Richtung Montozzo-Scharte
Blick zurück von der Alta Via Camuna ins Valle di Viso

Im Hintergrund rechts sieht man die Auffahrt in Richtung Bozzi-Hütte. Die Montozzo-Scharte ist der Einschnitt ganz rechts im obigen Bild.

Case di Viso
Case di Viso

In Case de Viso erinnert ein kleines Denkmal an den 1. Weltkrieg, in dessen Folge die Militärstraße zur Montozzo-Scharte entstand. Heute bietet das Tal ein friedliches Bild. Hoffen wir, dass es immer so bleibt.

Valle di Viso
Case di Viso im Valle di Viso

Zunächst moderat ansteigend und gut fahrbar kommen bald ein paar steilere Stellen, die manch einen kurz aus dem Sattel zwingen. Die Sonne verbirgt sich hinter den Nebelschleiern. Das ist uns recht. Bei der ersten Erkundung und bei der Tour Top of the Rocks hatten wir pralle Sonne beim Anstieg. Das war nicht das reine Vergnügen.

Moderate Auffahrt Top of the Rocks
Moderate Steigung im ersten Teil der Auffahrt (hier bei der Albrecht-Route Top of the Rocks)
Militärpiste von Case di Viso zum Rifugio Bozzi
Die Militärpiste von Case di Viso zum Rifugio Bozzi zieht sich ellenlang hin
Bis zum Rifugio Bozzi al Montozzo zieht sich das Feld weit auseinander, manch einer schiebt ein paar Meter
Piste zum Rifugio Bozzi

Bis zum Rifugio Bozzi al Montozzo zieht sich das Feld weit auseinander. Matze zieht durch, wahrscheinlich wieder auf dem großen Kettenblatt.

Letzte Nebelfetzen kurz vor dem Rifugio Bozzi
Letzte Nebelfetzen kurz vor dem Rifugio Bozzi

Das Rifugio Bozzi liegt auf einem kleinen Sattel mit traumhafter Aussicht auf die Berge und ins Tal. Die Nebel verziehen sich just in dem Moment, als wir alle wieder beisammen sind.

Rifugio Bozzi vor der Montozzo Scharte
Rifugio Bozzi vor der Montozzo Scharte

Wir machen eine ausgedehnte Pause und besichtigen die Überreste der alten Stellungen und Kriegsbauten.

An der Bozzi Hütte
Alte Schützengräben an der Bozzi Hütte
Stellungen an der Bozzi Hütte
Stellungen an der Bozzi Hütte

Was hier oben verteidigt werden sollte, will sich mir zum wiederholten Mal nicht erschließen. Die Verteidigungslinien zogen sich hinüber bis zum Passo Tonale. Der alte Weg über den Passo dei Contrabbandieri ist noch vorhanden und wäre eine Erkundung wert.
Meine Gedanken gehen ein paar Jahre zurück. Im September 2000 stand ich schon mal dort oben. Just in dem Moment, als wir die Scharte erreichten, brach ein Gewitter mit Hagelschauern los. Der Regen verwandelte die Schotterpiste in einen Sturzbach. Total verdreckt und durchnässt suchten wir in Pejo Zuflucht in einem Hotel. Ähnliche Wetterkapriolen sollten sich wiederholen, als wir mit Roland Schymik zu Dreharbeiten für die DVD „Abenteuer Alpencross 2 – Die Albrecht-Route“ unterwegs waren. Wir übernachteten damals im Rifugio Bozzi und fanden am Morgen eine leichte Schneedecke vor – und das im Juli. Schaut euch das Bild an. Wintersachen sollte man also immer dabei haben, selbst im Hochsommer.

Wintereinbruch Anfang Juli
Wintereinbruch Anfang Juli

Bei dieser Tour ist der Wettergott auf unserer Seite. Die Sonne hat alle Nebelfetzen in der Höhe längst verjagt.

Schiebepassage zur Montozzo Scharte
Die Wanderschaft zur Montozzo-Scharte beginnt

40 Prozent Steigung, aber gleich ist es geschafft.

40 Prozent Steigung aber gleich ist es geschafft die letzten Meter sind die steilsten
Die letzten Meter sind die steilsten
Montozzo Scharte
Montozzo Scharte

Montozzo Scharte: der zweithöchste Übergang nach dem Gaviapass, der höchste Off-Road Übergang bei der Albrecht-Route.

Siegerpose zu Recht
Da ist ein Foto von Matze in Siegerpose nicht verkehrt!

An der Montozzo-Scharte haben sich Überreste von Schützengräben erhalten. Eine kleine Gedenktafel erinnert an die sinnlosen Opfer dieses Gebirgskrieges. Wir halten inne und lassen das grandiose Panorama der Cevedale-Gruppe auf uns wirken. Weit über 3500 Meter sind die Berge hier hoch. Die Sicht ist unglaublich klar, der Himmel stahlblau. Der Trail ist vom höchsten Punkt beginnend zunächst gut fahrbar.

Impressionen des Montozzo-Trails

Im ersten Abschnitt ist der Trail wirklich easy zu fahren.

Trail direkt ab Montozzo Scharte
Traumtrail ab der Montozzo-Scharte
Montozzo Trail
Montozzo Trail
Montozzo Trail
Montozzo Trail
Montozzo Trail
Montozzo Trail

Ein paar Mal queren wir kleine Bäche, die im Spätsommer nicht viel Wasser führen. Nach einer kleinen Almhütte wird der Weg steiler. Von einem Felsplateau öffnet sich plötzlich der Blick auf den türkisblauen Lago di Pian Palu, der rund 500 Höhenmeter tiefer im Talkessel liegt.

Lago Pian Palu
Lago Pian Palu

Der Weg 111 gabelt sich bei ca. 2150 Metern. Links oder rechts? Egal, beide führen zum Stausee und haben ihre speziellen Reize. Zwischenzeitlich war mal der linke Abzweig als Trail für Mountainbiker vorgesehen, wie das folgende Bild zeigt.

Weggabel 111 links
Der linke Trail zum See ist im unteren Teil technisch anspruchsvoll, weil sehr verblockt

Wir haben damals den rechten Abzweig genommen. Mittlerweile ist das Teil einer offiziellen lokalen MTB-Route.

Weggabel 111 MTB 105
Der rechte Abzweig ist als MTB-Route 705 markiert

Auch der Singletrail hinunter zum Lago di PIan Palu ist teilweise recht anspruchsvoll. Sicherlich ein Leckerbissen für alle Fahrtechniker mit ein paar Appetithäppchen wie diesem.

Kniffliger Trailabschnitt
Kniffliger Trailabschnitt

Wir überqueren ein paar Bäche. Dieser ist besonders spannend.

Nicht alles ist fahrbar
Nicht alles ist fahrbar 😀

Matze fährt vorneweg und wartet an einer sonnigen Stelle, damit alle aufschließen können. Es dauert eine Weile. Dann kommt Reiner. Er hat einen kleinen Überschlag hinter sich. Der Helm hat Schlimmeres verhütet . Wir begutachten die Delle im Material. Ohne Kopfschutz hätte das Böse ausgehen können. Olaf und David fehlen noch. Matze und ich laufen schließlich ein Stück zurück. Doch kein Grund zur Sorge. Olaf hat eine Bachquerung genutzt und seine Schürfwunde am Bein ausgewaschen. Als wir die Staumauer erreichen, liegen alle kniffligen Stellen hinter uns.

Lago di Pian Palu
Lago di Pian Palu

Ein Angler zieht gerade eine große Forelle aus dem Wasser, „Buon appetito!“, rufe ich ihm zu. Wir schauen eine Weile seinen Bemühungen zu, den Fisch aus dem Wasser zu bringen. Schließlich fahren wir los. Bis zur Fontanino di Pejo geht es eine gute Schotterstraße abwärts. An der Quelle füllen die Einheimischen das Wasser in große Kanister ab. Dem heiligen Nass werden heilende Kräfte zugeschrieben. Die Straße wird langsam zur Asphaltpiste. In Pejo halten wir kurz an. In den Serpentinen hinab ins Tal zweigt nach rechts ein Radweg ab, der rasch an Höhe verliert. Er führt direkt zum Radweg im Val di Sole. Auf diesem ziehen wir durch bis Dimaro.

Radweg Val di Sole bei Pellizano
Radweg Val di Sole bei Pellizano

Olaf und ich geben uns abwechselnd Windschatten, so dass wir in Windeseile in Dimaro sind. Es ist früher Nachmittag, der Supermarkt hat noch geschlossen. Zeit für eine Rast. Die Sonne brennt heiß. Wir essen im Schatten ein paar Kleinigkeiten, denn es liegen reichlich 800 Höhenmeter im Anstieg vor uns.
Wenn es Probleme mit den Bikes geben sollte, liegt direkt am Weg das B&B Jolly.

BB Jolly in Dimaro
BB Jolly in Dimaro – Roberto spricht gut deutsch und ist bestens auf Biker eingestellt

Roberto gab mir den Tipp für die neue Routenführung in Dimaro. Ein kleiner Schlenker über Carciato umgeht die Passage auf der oft stark befahrenen Straße in Richtung Madonna di Campiglio. Man kommt dann direkt im Val Meledrio raus.

Val Meledrio
Val Meledrio

Der MTB-Weg nach Madonna di Campiglio verläuft im Val Meledrio und ist gut ausgeschildert. Entlang der Flanke der Brenta bieten sich herrliche Ausblicke auf die Felsentürme der Gebirgsgruppe. Es ist schön, wenn man zwischen dem Treten, Schwitzen und Luftholen Zeit und Lust findet, um den Blick schweifen zu lassen.

Entlang der Brenta von Dimaro nach Madonna di Campiglio
Entlang der Brenta von Dimaro nach Madonna di Campiglio

Man schreibt es englischen Bergfreunden zu, dass sich von der Brenta aus der alpinistische Tourismus entwickeln konnte. Durch eine Vielzahl von Klettersteigen gehört der Bergstock zu einem der am besten erschlossenen alpinen Wandergebiete. Mittlerweile hat sich der MTB-Tourismus etabliert. Die Wegmarkierungen sind eindeutig: immer den Schildern Richtung MTB-Madonna folgen. Der Weg führt am Rand eines Canyons entlang.

Brücke über den Canyon bei der Auffahrt von Dimaro nach Madonna di Campiglio
Brücke über den Canyon des Torrente Meledrio

Den Canyon überqueren wir auf einer überdachten Holzbrücke.

Canyon
Zeit für ein kurzes Verschnaufen

Dann wird der Weg flacher und bleibt im Schatten der Bäume bei sehr angenehmen Temperaturen.

Auffahrt Madonna di Campiglio
Auffahrt Madonna di Campiglio

Es folgen ein paar steilere Abschnitte, ehe man sich bei der Malga Pra del Mazza in die Nähe der Autostraße befindet. Auf die Straße zu wechseln ist keine Versuchung. An der Malga Mondifra füllen wir zum letzten Mal Wasser in die Trinkflaschen.

Passo Campo Carlo Magno
Am Passo Campo Carlo Magno mit Blick zur Brenta

Am Waldrand verläuft die Schotterpiste der Auffahrt – gleich ist es geschafft! Bei einem kleinen Lift ist der höchste Punkt erreicht und es geht abwärts.

Brenta bei Madonna di Campiglio
Brenta bei Madonna di Campiglio

Am Golfplatz ist es vollbracht. Es geht nur noch abwärts!

Das Hotel „Arnica“ meines Freundes Matteo liegt mitten im Zentrum von Madonna di Campiglio. Matteo war damals gerade mit den Planungen für seine erste Transalp beschäftigt. Da komme ich gerade recht. Ich empfehle ihm unsere gerade eben gefahrene Strecke. Einer seiner Begleiter kommt dazu und ich zeige ihnen anhand meiner gescannten Karten die Route. Der Einfachheit halber überlasse ich ihnen gleich die Blätter und wünsche ihnen viel Glück und gutes Wetter für ihre Tour. Das hat geholfen. Nach gelungener Transalp schickte mir Matteo (rechts im Bild) ein Foto vom Pass da Costainas.

Ragazzi
Ragazzi

Wir lassen den Tag in einer Pizzeria ausklingen, nehmen einen Absacker an der Bar unseres Hotels und verkrümeln uns zeitig ins Bett.

6. Tag: 64 km, 2217 hm
Ponte di Legno (Precasaglio) – Pezzo – Montozzo-Scharte – Pejo – Fucine – Dimaro – Madonna di Campiglio

albrecht route06

Variante über Passo Tonale

Strecke: 59,1 km, 1843 hm
Ponte di Legno – Passo Tonale – Baita Velon – Fucine – Val di Sole – Dimaro – Madonna di Campiglio

  • 21 %: Straße
  • 30 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 44 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06-var-ALR-Passo-Tonale.gpx

Die Nebenroute startet in Ponte di Legno am Hotel Raggio di Luce und verläuft danach auf dem Radweg Val Sozzine. Dabei passiert man direkt die Seilbahn zum Passo Tonale (geöffnet Anfang Juni bis Anfang September, nimmt Fahrräder mit). Am Val Sozzine muss man auf die Staatsstraße SS 42 wechseln. Während der Hauptferienzeit im August muss man bis zum Passo Tonale u.U. mit starkem Verkehr rechnen (ggf. Seilbahn nutzen). Kurz nach dem Hotel La Roccia kann man an der Mittelstation ebenfalls in die Seilbahn wechseln.

Aktuelles Höhenprofil der Variante über Passo Tonale

06 var ALR Passo Tonale komplett bis Madonna

Wenn man sich in Pezzo entscheidet, die Montozzo-Scharte auszulassen, erreicht man über den Verbindungsweg Tonalina die Staatsstraße SS 42. Dort trifft man auf die eben beschriebene Variante über den Tonalepass. Die Strecke verkürzt sich wie folgt:
GPS-Track: 06-var-ALR-Tonalina.gpx

Aktuelles Höhenprofil der Variante über Passo Tonale ab Pezzo

06 var ALR Tonalina komplett bis Madonna

Bilder von der Strecke der Variante über den Passo Tonale

In Ponte di Legno beginnt die Auffahrt zum Passo Tonale auf der Straße.

Ponte di Legno
Ponte di Legno

Diese Nebenroute gibt es aus gutem Grund. Schnee ist im Hochgebirge im Sommer möglich, wie das folgende Bild zeigt. Es ist Zeit für eine Pause. Gegenüber vom Kriegerdenkmal ist eine Kaffeestube zum Aufwärmen.

Früher Schnee am Passo Tonale
Früher Schnee am Passo Tonale bei einer Tourrecherche
Abfahrt Tonale Baita Velon
Abfahrt auf der alten Tonalestraße (Schotterpiste) in Richtung Baita Velon

Übernachtungstipps

Dimaro

  • Hotel „Serena“, tel.: +39-0463-974974  – I-38025 Dimaro, Via Gole 90, sehr gute Zimmer, hervorragendes Essen: www.serena-hotel.com
  • B&B Jolly: +39-0463-974206, Via Gole 154, www.jollydimaro.it

Madonna di Campiglio

  • Hotel Arnica
  • 38086 Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa 32
  • tel +39-0465-442227
Hotel Arnica
Hotel Arnica

Die Albrecht-Route ist inzwischen in Madonna di Campiglio im Sommergeschäft ein schöner Nebenerwerb, nicht nur für das Hotel Arnica.

  • Hotel Vidi
  • Madonna di Campiglio, Via Cima Tosa, 50
  • TEL: 0039-0465-443344
  • Bed and Breakfast, mit Sauna und Restaurant, zentral gelegen, Supermarkt in der Nähe
  • Sonderpreis für Biker, Garage, Möglichkeit für Reparaturen und Bikewäsche, Wäscheservice für Bikeklamotten
  • Garni dello Sportivo
  • Madonna di Campiglio, Via Pradalago, 29
  • Tel.: 0039-0465-441101
  • Im Zentrum von Madonna di Campiglio, an der Seilbahn Pradalago. Sehr gutes Frühstückbuffet. Sichere Bike-Garage. Wäsche-Service.
  • Famiglia Stefani

7. Tag: Gardasee

Der Gardasee ruft!
Der Gardasee ruft!

Strecke: 67,4 km, 1151 hm
Madonna di Campiglio – Val d’Agola – Passo Bregn de l’Ors – Passo del Gotro – Albergo Brenta – Val d’Algone – Stenico – Ponte Arche – Cure – Passo Ballino – Tennosee – Villa del Monte – Tenno – Deva – Riva – Torbole

  • 27 %: Straße
  • 36 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 31 %: Feldweg, Schotter
  • 6 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 07-ALR-Madonna-Torbole.gpx

siehe auch Variante entlang der Sarca: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 07-var-ALR-Stenico-Sarca.gpx

Übersichtskarte

schwarz: aktuelle Hauptroute
rot: aktuelle Varianten der Hauptroute
magenta: Ur-Route 2004

07 map albrecht route

Aktuelles Höhenprofil

07 ALR Madonna Torbole

Es ist frisch, als ich am Morgen aus dem Fenster blicke. Die Sonne steigt langsam über die Berge. Es wird wieder ein schöner Tag. Passend zum Abschluss dieser grandiosen Tour. Das Frühstück ist reichhaltig: Käse, Wurst, Marmelade, Obst und eine Vielzahl verschiedener Kuchen. Wir schaffen uns damit eine gute Grundlage, denn mit größeren Essenspausen unterwegs wollen wir uns nicht aufhalten.

Start in Madonna di Campiglio am frühen Morgen
Start in Madonna di Campiglio am frühen Morgen

Wir fahren durch das Ortszentrum, am See vorbei durch den kühlen Wald in Richtung Rifugio Vallesinella. Auf einem Trail geht es abwärts zum Wasserfall. Das Rifugio Cascata di mezza ist noch geschlossen.

Cascata di Mezzo - Rifugio Cascate
Cascata di Mezzo – Rifugio Cascate

Wir überqueren die kleine Holzbrücke.

Steg unterhalb des Wasserfalls
Steg unterhalb des Wasserfalls

Danach fahren und schieben wir gemütlich den folgenden Single-Trail entlang.

Steg
Steg; gleich sind alle drüber

Am Anfang ist der Wurzeltrail feucht und glitschig durch den ständigen Sprühnebel des Wasserfalls. Bald erreichen wir eine Forststraße, die uns abwärts in Richtung Malga Brenta bringt.

Morgenstimmung am Rande der Brenta
Morgenstimmung am Rande der Brenta

Aus den Wiesen steigt der Tau auf. Die morgendliche Stimmung ist märchenhaft. Die Schotterpiste das Val d’Agola hinauf ist nur mäßig steil und lässt sich hervorragend fahren. Ich teste mich mal aus und bleibe an Matze und Christian dran bzw. sie reduzieren ihr Tempo so, dass ich folgen kann. Bald ist der Hohlweg erreicht, der zum Lago d’Agola führt.

Lago d'Agola
Lago d’Agola

Am See wird traditionsgemäß Rast in der Nähe des abgestorbenen Baumstumpfes gemacht.

Morgenstimmung am Lago d'Agola
Morgenstimmung am Lago d’Agola

Wir sitzen noch im Schatten, da erhebt sich die Sonne über die Bergspitzen der Brenta. Nach und nach erstrahlt der still da liegende See im gleißenden Sonnenlicht. Gemächlich nehmen wir die kurze, heftige Schiebepassage in Angriff. Ich feure Christian an, der die Wiese so weit hochfährt, bis es nicht mehr geht. Eine starke Leistung!

Schiebepassage auf der Wiese
Schiebepassage auf der Wiese

Der letzte größere Anstieg vor dem Gardasee wird bezwungen. Später verläuft der Pfad im Wald.

Auf dem steilen Pfad bergauf kommt der kurze Halt für das Foto gerade recht
Auf dem steilen Pfad bergauf kommt ein kurzer Halt für ein Foto gerade recht

Der Bärenpass ist erreicht.

Bärenpass
Passo Bregn de l’Ors oder Bärenpass

Am Bärenpass verschnaufen wir für ein Gruppenfoto. Noch weiß keiner von uns, dass wir ein Stück Transalpgeschichte geschrieben haben.

Gruppe Transalpgeschichte
Die Gruppe der Ur-Route v.l.n.r.: Matze, Reiner, Uli †, David, Andreas Albrecht, Olaf und Christian

Danach lassen wir die Glocke der Kapelle erklingen und bereiten uns auf die Abfahrt vor.

Kapelle am Bärenpass
Kapelle am Bärenpass

Erst muss noch der Passo del Gotro bezwungen werden, das geht schnell. Im Spätsommerdunst liegt das Val d’Algone vor uns.

Trail vom Passo del Gotro zur Malga Movlina
Trail vom Passo del Gotro zur Malga Movlina

Eine traumhafte Abfahrt wartet auf uns.

Blick zurück zur Brenta
Blick zurück zur Brenta

Es folgen rund 700 Höhenmeter abwärts auf Schotter bis zum Rifugio Brenta. Danach sind es weitere 500 Tiefenmeter auf einer kleinen Asphaltstraße.

Albergo Brenta im Val d'Algone
Albergo Brenta im Val d’Algone

Am Talende verstauen wir die Windjacken. Es ist deutlich wärmer geworden. Erstaunlicherweise bläst uns diesmal in Richtung Stenico der Wind nur mäßig ins Gesicht. Jeder sucht trotzdem so gut es geht einen Vordermann, der ihm Windschatten spendet. Auf der Piazza Centrale in Stenico werden die Punkte für die Sprintwertung vergeben.

Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten, den Gardasee zu erreichen.

Weiterlesen…

Die zwei klassischen Hauptvarianten kennen alle aus der Gruppe schon. Da ist zum einen der Weg über den Passo di Ballino eine oft gefahrene Möglichkeit. Landschaftlich sehr reizvoll ist zum anderen der Weg durch das einsame Val di Lomasone. Der Wermutstropfen ist allerdings, dass man dabei sehr steile Schiebestücke auf alten Römerpfaden zu überwinden hat (siehe meinen Tourbericht im Archiv). Beide Varianten belohnen den erfolgreichen Transalpler mit dem ersten Blick auf den Gardasee aus mehreren hundert Metern Höhe. Während unserer Ostertourenwoche am Gardasee sind wir beide Alternativen gefahren und entscheiden uns für die leichtere Variante entlang der Sarca. Sie wird weiter unten als Nebenroute beschrieben.

Unangefochten ist inzwischen die Strecke über Ponte Arche und auf Nebenwegen zum Passo Ballino fester Bestandteil der Hauptroute. Sie wird hier und im Transalp Roadbook 1 dokumentiert und beschrieben.
In Stenico geht es den Berg hinab. Schnell ist Ponte Arche erreicht. Auf schönen Schotterwegen geht es weiter zum Passo Ballino.

Dasindo
Felder bei Dasindo

Schließlich ist der Passo del Ballino erreicht. Es geht nur noch bergab.

Passo del Ballino: der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer
Passo del Ballino, der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer

Man kann den Gardasee schon förmlich riechen. Vorher passieren wir den Tennosee.

Tennosee
Der Lago di Tenno in seiner ganzen Pracht

Dann ist es soweit. Der Gardasee kommt zum ersten Mal ins Blickfeld.

Blick zum ersten Mal auf den Gardasee
Zwischen Tennosee und dem Ort Tenno erblickt man den Gardasee zum ersten Mal

Es ist immer wieder ein tolles Gefühl. Nur wenig später passieren wir den Ort, der dem Tennosee seinen Namen gab.

Tenno
Tenno

Es geht abwärts auf alten Karrenwegen durch die Weinberge. Schließlich erreicht man den Hafen von Riva.

Riva
Riva: Eispause am Gardasee mit der Chemnitzer Truppe um Dirk (im gelben Trikot)

Die Jungs gaben später den Anstoß für die Albrecht-Route Top of the Rocks.
Zum Abschluss erfolgt die beeindruckende Fahrt am Ufer des Gardasees entlang, hinüber nach Torbole.

Von Riva nach Torbole direkt am Seeufer entlang
Von Riva nach Torbole direkt am Seeufer entlang
Brücke über die Sarca kurz vor der Mündung in den Gardasee
Brücke über die Sarca kurz vor der Mündung in den Gardasee

Hier trifft die Nebenroute durch das Sarcatal wieder auf die Hauptroute. Der Gardasee breitet sich in seiner ganzen Pracht vor uns aus.

Gardasee mit Blick zur Ponalestraße
Gardasee mit Blick zur Ponalestraße

Weiter geht es am Seeufer entlang.

Alter Hafen von Torbole
Alter Hafen von Torbole

Hoffentlich reicht die Konzentration für die letzten Meter? Bei der Ankunft am Gardasee möchte Matze am liebsten das Fahrrad gegen sein geliebtes Surfbrett austauschen, als er die Surfer auf dem Wasser sieht.

Surfen am Gardasee
Surfen am Gardasee

Noch ein paar Meter den Strand entlang und wir stehen vor dem Strandcafé in Torbole, wo ich meine Transalps am Gardasee immer beende.

Finisher bei der ersten Komplettbefahrung der Albrecht-Route
Die Finisher bei der ersten Komplettbefahrung der Albrecht-Route

Finisher Ur-Route v.l.n.r.: Olaf , Matze (knieend), David, Andreas Albrecht, Reiner, Christian, Uli

Der Gardasee ist die unangefochtene Nummer 1 als Ziel einer Transalp. Warum wohl? Die Bilder sprechen für sich.

Altissimo - kürzeste Verbindung von hochalpin zu mediterran
Altissimo – kürzeste Verbindung von hochalpin zu mediterran
Panorama Punta Larici Pregasina Gardasee
Punta Larici oberhalb von Pregasina

Der Gardasee ist von Nord nach Süd ca. 55 km lang. Es gibt unendlich viele Tourenmöglichkeiten, die ich in einigen Gardasee GPS Bikeguides beschrieben habe.


Variante entlang der Sarca

Strecke: 73,2 km, 919 hm
Madonna di Campiglio – Val d’Agola – Passo Bregn de l’Ors – Passo del Gotro – Albergo Brenta – Val d’Algone – Stenico -Premione – Ponte Sarca – Sarche – Pietrmurata – Dro – Arco – Torbole

  • 20 %: Straße
  • 52 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 23 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 07-var-ALR-Stenico-Sarca.gpx

Aktuelles Höhenprofil der Variante entlang der Sarca

07 var ALR Madonna Stenico Sarca Gardasee komplett

Bei der Ur-Route sind wir aus den oben beschriebenen Gründen diese Variante gefahren. Sie erfordert ab Stenico kaum zusätzliche Höhenmeter. Landschaftlich sehr reizvoll ist die Route auf der alten Sarca-Straße. In Jahrmillionen hat sich der Fluss zwischen Ponte Arche und Sarche in den Fels gegraben, bevor er bei Torbole in den Gardasee mündet. Wir überqueren die Schlucht auf der Ponte Sarca, die sich in einem kühnen Bogen über die Schlucht spannt.

Ponte Sarca
Ponte Sarca

Ein kurzes Stück müssen wir auf der Straße fahren. Der Seitenstreifen gibt uns genug Platz, um unbedrängt vom Verkehr schnell vorwärts zukommen. Ein Radweg trennt uns bald vom Verkehr. Vor dem ersten Tunnel zweigt er links ab. Er verläuft auf der Strada Vecchia im Sarcatal. Es ist ganz still hier. Der Fluss führt um die Jahreszeit wenig Wasser. Der alte Straßenbelag war damals übersät mit Gesteinsbrocken. Langsam holte sich die Natur die Straße zurück. Bäume und Büsche wuchsen durch den bröckelnden Asphalt. An manchen Stellen blieb nur eine schmale Gasse für uns übrig. In einer Kurve rollten wir vorsichtig an die kleine Mauer heran, die die Straße begrenzt. Senkrecht fällt die Felswand ab, unten gurgelt der Fluss. Da stockt einem der Atem. Drei Tunnel, durch die der Verkehr braust, umfahren wir elegant. Dieses Stück erinnerte mich an die alte Ponale-Straße. Sie könnte in etwa zur selben Zeit gebaut worden sein.
Inzwischen ist aus dieser alten Schluchtstrecke ein Radweg entstanden.

Entlang der Sarca-Schlucht
Entlang der Sarca-Schlucht

Schließlich endet diese Reise in die Vergangenheit oberhalb von Sarche.

Sarche
Sarche

Hier beginnt die fruchtbare Ebene, die sich vom Gardasee über Arco und Dro bis zum Lago Toblino erstreckt.Am Ortseingang von Sarche überqueren wir erneut die Sarca und biegen sofort auf den Radweg ab, der dem Flusslauf folgt. Entspannt rollen wir die letzten Kilometer zum Finale unserer Transalp. In Pietramurata führt der Radweg durch die Steinwüste der Marocche. Sie entstand durch den gewaltigen Abbruch einer ganzen Felswand des Monte Brento vor ca. 6000 Jahren.

Marocche
Marocche

Die Marocche ist ein charakteristisches Bergsturzgebiet, das durch Felsabbrüche vor einigen tausend Jahren entstanden ist. Dabei wurde eine gewaltige Steinwüste aus Felsblöcken gebildet.
Jetzt gibt es kein Halten mehr, n Höchstgeschwindigkeit rasen wir auf Dro zu. Wie Olaf immer sagt: „Ein Eis geht immer noch.“ Am Kreisverkehr in Dro befindet sich die Gelateria „Maui“. Hier gibt es weit und breit das beste hausgemachte Eis der Region, behaupte ich. Unsere Eisspezialisten Olaf und Reiner sind erst skeptisch, bestätigen aber meine Meinung.

Gelateria Maui
Gelateria Maui in Dro

Von Dro aus folgen wir dem Flusslauf der Sarca auf einem alten Karrenweg, der durch Olivenhaine führt.

Olivenhaine bei Ceniga
Olivenhaine bei Ceniga

Die kurze Pause in Dro gibt Schwung für den nun wirklich letzten Anstieg durch die Olivenhaine bei Ceniga. An der alten Römerbrücke bei Ceniga wird noch einmal Halt gemacht.

Ponte Romano bei Ceniga
Ponte Romano bei Ceniga

Es geth weiter, vorbei an den Kletterfelsen von Arco. In der Felswand ist immer viel los.

Castello di Arco
Castello di Arco

In Arco beginnt der letzte Teil der Nebenroute, entlang der Sarca an den Gardasee.

Radweg an der Sarca kurz vor Torbole: riecht man schon den Lago?
Radweg an der Sarca kurz vor Torbole, riecht man schon den Lago?
Mündung der Sarca in den Gardasee
Mündung der Sarca in den Gardasee

An der Brücke stößt die Nebenroute wieder auf die Hauptroute.

7. Tag: 75 km, 862 hm
Madonna di Campiglio – Val d’Agola – Passo Bregn de l’Ors – Val d’Algone – Stenico – Villa Banale – Sarche – Arco – Torbole

albrecht route07

Übernachtungstipps

Torbole

  • Villa Stella: Via Strada Granda, 104 – 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354, www.villastella.it
Villa Stella in Torbole
Villa Stella in Torbole

  • Aktivhotel Santalucia Via Santa Lucia 6, (Gps Via Pontalti), I-38069 TORBOLE SUL GARDA (TN), Tel.: 0039-0464-505140, www.aktivhotel.it

Fazit

Nach dieser Transalp war uns allen bewusst, dass wir etwas Besonderes erlebt hatten. Abgesehen vom Wetterglück sind wir eine traumhafte Route durch die Alpen gefahren. Meine jahrelange Recherche hatte sich ausgezahlt: Startort, Strecke, Zielort und Einteilung der Etappen. Alles fühlte sich rund an. Ich machte mich daran, die gefahrene Strecke zu dokumentieren. Das war eine Fleißaufgabe, ging aber mit der entsprechenden Routine zügig vonstatten. Es fehlte nur noch ein griffiger Name für die Transalp-Route.

Wie es zum Namen Albrecht-Route kam

Die Geschichte ist schnell erzählt.
2003 war ich mit einer Gruppe auf einer Transalp unterwegs, die in der Streckenführung der hier dokumentierten Route schon sehr nahe kam. Bei der Schiebepassage von der Heidelberger Hütte zum Fimberpass waren wir nicht alleine unterwegs und man kam mit anderen Transalplern ins Gespräch. Ein Mitglied meiner Gruppe wurde gefragt, was er denn für eine Strecke fährt und mit wem er unterwegs sei. Er antwortete, dass unsere Gruppe von Garmisch an den Gardasee fährt und dass Andreas Albrecht die Gruppe führt. Die Reaktion war die Gegenfrage: „Mit dem Albrecht?“
Ich wusste damals nichts von meiner zaghaft im Wachsen begriffenen Popularität und nahm das mit einem Achselzucken und ohne weiteren Kommentar meinerseits zur Kenntnis. Nach der Transalp schickte mir der betreffende Uwe Richter (übrigens ein Belgier) diese kleine Fotomontage.

Der Albrecht
Der Albrecht!

Und so kam eins zum anderen. Ein Jahr später bin ich diese Ur-Route gefahren und suchte nach einem griffigen Namen. Ich dachte mir in einem kleinen Anflug von „Größenwahn“, warum nicht diese Transalp „Albrecht-Route“ nennen? Gesagt, getan! Jetzt muss ich mit den Folgen leben. 😉

Wie auch immer, am Ende des Tages bleibt die Frage:

Gardasee
Wann geht es wieder los an den Gardasee?
Radweg von Riva nach Torbole direkt am Ufer
Radweg von Riva nach Torbole, direkt am Ufer

Die Albrecht-Route lebt! An den Stellen, wo zu viel Asphalt als Untergrund vorkam, habe ich recherchiert und nach meinem Gefühl bessere Abschnitte gefunden, die dem grundsätzlichen Charakter der Strecke entsprechen, bzw. stärker unterstreichen. Dies ist ein fortlaufender Prozess, weil die Wege in den Alpen einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Einige Verbesserungen habe ich direkt in die Hauptroute einfließen lassen (z.B. am 2. Tag die Passage zwischen Flirsch und St. Anton, die nun vollständig abseits der Hauptstraße verläuft). Andere Strecken sind in der Albrecht-Route v2 dokumentiert.


Video

Hier stelle ich Videos vor, die geeeignet sind, sich einen Eindruck von der Strecke zu verschaffen. Wer sein Video hier veröffentlichen möchte, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten: siehe Kontakt.

Einen guten Eindruck vom aktuellen Streckenverlauf bekommt ihr auf diesem You-Tube-Video. Danke an die KaAn Bikers!

Einen Überblick über die Strecke gewinnt ihr auch hier:

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Rückreise, Shuttle, Gepäcktransport

Blick von Nago zurück auf den Gardasee
Blick von Nago zurück auf den Gardasee

Wenn man die Alpen mit dem Fahrrad überquert hat, kann man auch die Rückfahrt per Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln organisieren. Das klappt mit Regionalzügen ohne Voranmeldung. Man muss nur etwas Geduld und Zeit mitbringen. Aber warum nicht, wenn man die Rückreise als Teil des Urlaubs auffasst? Entschleunigung ist das Motto – das passt doch perfekt auf diese Form des Reisens.

Konkret sieht die Rückfahrt so aus:

Strecke in zwei Abschnitten: ca. 60 km, ca. 300 hm

  • mit dem Rad von Torbole nach Rovereto: ca. 20 km, ca. 300 hm
    Radweg ist sehr gut ausgeschildert und nicht zu verfehlen
    GPS-Track: Radweg-Torbole-Rovereto.gpx
    Download: hier klicken

Übersichtskarte Radweg Torbole – Rovereto

Radweg Torbole Rovereto
  • mit Regionalzug bis Brenner, ggf. mit Umsteigen in Bozen
  • mit dem Rad vom Brenner nach Innsbruck: ca. 39 km, ca. 10 hm
    GPS-Track: Brenner-Innsbruck.gpx
    Download: hier klicken
  • bei schlechtem Wetter mit Regionalzug bis Innsbruck

Übersichtskarte Brenner – Innsbruck

Brenner Innsbruck
  • per Regionalzug z.B. Innsbruck – Garmisch – München oder Innsbruck – Kufstein – München
  • per Regionalexpress oder ICE weiter nach Hause

Mit dem Zug zurück macht diese Reise rund. Es muss ja nicht gleich der Orient-Express sein.

Orient-Express
Orient-Express im Bahnhof Innsbruck

Einfach ist es nicht!
In Regionalzügen braucht man in Italien, Österreich und Deutschland keine Reservierungen. Man ist dadurch flexibel, muss aber immer einen Plan B einkalkulieren, wenn es mal nicht wie gewünscht klappt. Eine kurzfristige Reservierung für Schnellzüge nach Innsbruck oder München zu ergattern, ist in der Sommersaion praktisch aussichtslos, weil es viel zu wenige Kapazitäten gibt. Soviel zum Thema nachhaltige Verkehrswende.

In der Schweiz ist man sehr viel weiter, wie man am Beispiel eines Großraumwaggons nur für Fahrradtransport sieht: hier in der Rhätischen Bahn.

Radtransport in der Schweiz
Gut gelöst in der Schweiz. In Deutschland heißt das Motto: warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.

Shuttle, Gepäck

Folgende deutschsprachige Anbieter organisieren einen Rücktransport vom Gardasee und auf Anfrage ggf. einen individuellen Gepäcktransport auf der Strecke:

Ein besonders toller Service wird hier angeboten.
PKW-Überführung vom Start- zum Zielort: www.transalp-shuttle.com Tel: 0043-676-6877008 
Das klappt bestens, wie ich selber mehrfach erleben durfte. Rechtzeitige Anmeldung ist sinnvoll, in der Sommersaison sind sie schnell ausgebucht.

Außerdem gibt es direkt vor Ort in Torbole folgenden Anbieter:

  • Shuttle Express Andre Conti (spricht sehr gut deutsch) – Kleinbus für 8 Personen mit Klimaanlage, auch Transalpshuttle.
    Sitz: Torbole sul Garda – Tel.: +39 329 1635392

Vorsicht bei preisgünstigen Shuttleanbietern!

Man sollte sich im Vorfeld über die Modalitäten, Fahrzeuge und Ziele erkundigen.

Shuttle "Finger weg"
Shuttle „Finger weg“

Rückmeldungen zur Albrecht-Route

Siehe hier auf dieser separaten Seite.


Albrecht-Route XXL

Die Albrecht-Routen haben sich zum Dauerbrenner in der Transalpszene entwickelt. Das liegt sicher daran, dass die Albrecht-Route erprobt und ausgereift ist. Außerdem achte ich sehr darauf, dass sie immer aktuell ist. Aus vielen Rückmeldungen weiß ich, dass die Route mit ihren verschiedenen Varianten oft nicht nur einmal gefahren wird. Es gibt jede Menge „Wiederholungstäter“. Was liegt also näher, als weitere Möglichkeiten vorzustellen, wie die Route erweitert werden kann? Dazu habe ich intensiv recherchiert und stelle nun die XXL-Route vor. Sie beginnt in München am Hauptbahnhof, verläuft entlang der Isar bis Mittenwald und erreicht die Albrecht-Route in Ehrwald unter Zugspitze.

Im hinteren Teil holt die XXL-Route ab Ponte di Legno/Pezzo aus und  verläuft über den Passo di Croce Domini zum Idrosee. Von dort folgt der spektakuläre Abschluss entlang des Monte Caplones und Tremalzos. Wie man das für sich persönlich gestalten möchte? Der Möglichkeiten gibt es viele. Lasst euch inspirieren!

Erweiterungen XXL

  • Start in München: zwei Abschnitte bis Ehrwald
    • A: München – Sylvensteinspeicher
    • B: Sylvensteinspeicher – Ehrwald
  • dort weiter auf der jeweiligen Albrecht-Route des 1. Tages und weiter die jeweiligen Etappen bis ins Valcamonica
  • Verlängerung im Valcamonica: drei Abschnitte
    • C: Pezzo/Ponte di Legno bzw. Vezza d’Oglio – Breno
    • D: Breno – Passo di Croce Domini – Idrosee
    • E: Idrosee – Monte Caplone – Tremalzo – Ponalestraße – Gardasee

Detailliert werden diese Abschnitte hier beschrieben.