Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

München - Venedig


5. Tag: Cortina d'Ampezzo - Forcella Ambrizzola - Passo Duran

Strecke: 42,1 km, 2374 hm
Cortina d'Ampezzo - Croda da Lago - Forcella di Ambrizzola - Passo Staulanza - Pecol - Valle della Grava - Passo Duran

  • 16 %: Straße
  • 24 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 39 %: Feldweg, Schotter
  • 21 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 05MV-Cortina-Duran.gpx

siehe auch Varianten: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte

  • GPS-Track: 05var1-Staulanza-Pecol.gpx
  • GPS-Track: xxx05var2-Rif-Bruto.gpx (wird wohl ab 2023 entfallen)
  • GPS-Track: 05var3-Cibiana-Zoldo.gpx
  • GPS-Track: 05var4-Venas-Belluno.gpx (wird ab 2023 entfallen)

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot/blau: alternative Strecken

05 06 Transalp Muenchen Venedig

Höhenprofil Hauptroute

05MV Cortina Duran


IMG 350 1186Übernachtet man in Cortina d`Ampezzo, ist man schnell wieder aus dem Ortszentrum heraus. Falls die Wetterprognosen ungünstig sind, fährt man zum Busbahnhof und
wechselt dort auf den schon erwähnten Dolomiten-Radweg. Das ist bei jedem Wetter ein sicherer Weg aus den Alpen heraus, zur Not bis Belluno (siehe Variante 4 am heutigen 5. Tag). Matthias und ich rüsten uns für die Auffahrt zur Forcella Ambrizzola. Das sind mehr als 1000 Höhenmeter am Stück, zunächst relativ einfach auf einer geteerten Forststraße.
Ab der Malga Federa wird dann der Weg zu einer Schotterpiste, bald sehr grob und kurze extrem steile Rampen. Ein paar Schiebestücke lassen sich mit dem Transalprucksack wohl kaum vermeiden. Es ist alles aber halb so wild. Zur Belohnung wartet dann das Rifugio Croda da Lago am gleichnamigen Bergsee: Mittagspause in der Sonne mit einem schönen Blick auf das, was uns noch bevorsteht - der Weg zur Forcella Ambrizzola. Leider wird die Idylle ausgerechnet heute etwas getrübt durch eine Horde laut schnatternder Pensionisten. Es ist unverkennbar der näselnde Wiener Dialekt, der selbst in den Ohren der meisten Österreicher eher unschön klingt. Irgendein Wanderreiseveranstalter mit Verbindung zur europaweit agierenden Busreise-Mafia hat sie wohl so weit herangekarrt, dass sie den schönen Höhenweg hierher bewältigen konnten. Die Bedienung ist das offenbar schon gewöhnt, denn sie geht gekonnt mit den mundartlichen Besonderheiten der Bestellungen um. Um so mehr ein Grund für Matthias und mich uns der Landessprache zu befleißigen so gut es geht.
Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zur Forcella Ambrizzola. Ich kenne den Weg schon und freue mich, dass heute so gute Sicht herrscht. Er ist zu großen Teilen fahrbar und man hat ständig eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Berge. An der Passhöhe wird das Panorama noch gesteigert mit Blick zu: Marmolada, Monte Pelmo und dem markanten Gebirgsstock der Civetta. An der Passhöhe tauchen wir ein in die Einsamkeit der Bergwelt. Die Wanderer nehmen einen anderen Weg.

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Wir halten auf den Monte Pelmo zu, der uns mit seinen charakteristischen Felsformationen eine Orientierung bietet. An der Forcella Ambrizzola darf man sich nicht verleiten lassen und dem breiten Wanderweg nach rechts folgen. Nach meiner Erfahrung ist es am sinnvollsten, auf dem linken Weg Nr. 436 weiterzufahren (Ausschilderung: Richtung San Vito di Cadore, Prendera). Er führt auf direktem Weg zur Malga Prendera, die man schon weiter unten liegen sieht. Der Der Trail ist verblockt und nicht flüssig fahrbar, aber es ist der direkte Weg. Wir sind heute beide extrem vorsichtig unterwegs, so dass wir lieber einmal zu viel absteigen als Gefahr zu laufen, auf dem verblockten Trail zu stürzen. Ab der Malga Prendera folgt eine gut fahrbare Schotterpiste. Schließlich erreichen wir das Rifugio Città di Fiume (www.rifugiocittadifiume.it). Unsere Wasservorräte gehen zur Neige, also machen wir hier eine kurze Rast. Eine kleine italienische Wandergruppe genießt ebenfalls den schönen Nachmittag. Wir kommen gleich ins Gespräch und sie drücken gleich die übliche Anerkennung über unsere Reiseroute aus. Sie stammen aus Treviso in der Nähe von Venedig und können mir bestätigen, dass meine geplante Route über den Passo Praderadego wohl eine sinnvolle Wahl ist. Ein Mann spricht von einer strada bianca, also einer geschotterten Straße, es sollte also passen. Als wir den Pass dann am folgenden Tag passieren, stellt sich dann heraus, dass von der Schotterpiste bei der Abfahrt nichts übriggeblieben ist. Deshalb ist aus der Strecke über Passo Praderadego nur eine alternative Route geworden.

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Matthias und ich checken erst einmal die weitere Strecke. Wenn wir es heute noch bis zum Passo Duran schaffen wollen, liegen noch mehr als 1000 Höhenmeter vor uns, verteilt auf drei Anstiege. Ein Blick auf die Uhr zeigt uns, dass es machbar sein sollte, wenn uns keine Panne einen Strich durch die Rechnung macht. Außerdem liegen für den Notfall noch ein paar Übernachtungsmöglichkeiten an der Strecke als da wären: Passo Staulanza, Rifugio Palafavera, Pecol. Also ziehen wir los, begleitet von den Wünschen der Wanderfreunde: Buon viaggio, ragazzi!
Es folgt eine kurze Abfahrt auf der Schotterpiste bis zu einem Wanderparkplatz an der Straße zum Passo Staulanza. Die paar Höhenmeter zur Passhöhe sind schnell erledigt.
In einer Kehre geht es wieder ins Gelände. Die sacksteile Auffahrt zum Col de Baldi wird belohnt mit einer tollen Rundumsicht auf die umliegenden Gipfel der Civetta, des Monte Pelmo und vieler anderer Dolomitengipfel. In der Ferne ist sogar die Marmolada zu sehen. Die Abfahrt beginnt auf einer breiten Schotterpiste, ehe ein etwas versteckter Abzweig uns auf einem herrlichen Trail mit wurzeligen Abschnitten hinunter nach Pecol führt. Noch einmal geht es steil hinauf. An der Flanke der Civetta entlang quert die Strecke das Skigebiet am Pian del Crep. Es gibt also erwartungsgemäß ein paar knackige Rampen, allerdings auf einer guten Schotterpiste.
Schließlich folgt ein schöner Trail zur Forcella della Grava, der von einem groben Karrenweg ins Tal hinunter abgelöst wird - sehr fein. Ab der Malga Grava geht es weiter das Valle della Grava hinab. Das ist ein einsames Tal, dass wir auf einer Mischung aus Schotterpiste und zerbröckelnden Asphalt hinunterrollen. Bei den paar Häusern von Moiazza erreichen wir die Verbindungsstraße zwischen Passo Cibiana und Passo Duran. Die Strecke kenne ich noch von der Regenetappe des vergangenen Jahres. Alles wird gut, wir schaffen noch die gut 300 Höhenmeter zum Rifugio Sebastiano am Passo Duran. Wir bekommen ohne Probleme ein Zimmer und ein ordentliches Abendessen. Schön, dass wir es heute so weit geschafft haben. Die Übernachtung am Passo Duran im Rifugio Sebastiano ist eine gute Wahl.


Variante 1: Passo Staulanza nach Pecol auf Straße

- Kurz bergab auf Straße und in Pecol rechts hinein in Richtung Civetta

  • GPS-Track: 05var1-Staulanza-Pecol.gpx

- separates Höhenprofil nicht notwendig


Variante 2: kurz vor Passo Duran zu Rifugio Bruto Carestiato

Wenn das Wetter gut ist, kann man auch die steilen Rampen hinauf zum Rifugio Bruto Carestiato fahren und eine Hüttenübernachtung anpeilen. Der Abzweig befindet sich ca. 600 Meter vor dem Passo Duran und ist ausgeschildert. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, dort vorher anzurufen und zu reservieren.
Achtung:
Hinweise am 6. Tag beachten. Die dort beschriebene Hauptroute ist derzeit durch Windbruch bis Agordo nicht befahrbar.

  • GPS-Track: xxx05var2-Rif-Bruto.gpx (wird wohl ab 2023 entfallen)

Variante 3: Schlechtwettervariante Passo Cibiana

- Cortina d'Ampezzo - Dolomiten Radweg bis Venas di Cadore - Passo Ciabiana - Forno di Zoldo - Chiesa

Bei absolut schlechtem Wetter bleibt einem nichts anderes übrig als die hochalpine Strecke über die Forcella di Ambrizzola auszulassen. Diese Route zweigt kurz vor Venas di Cadore vom Dolomiten-Radweg ab und verläuft komplett auf der Straße über den Passo Cibiana. Bei Chiesa erreicht die alternative Strecke wieder die Hauptroute mit dem Schlussanstieg zum Passo Duran.

  • GPS-Track: 05var3-Cibiana-Zoldo.gpx

05var3 Cibiana Zoldo


Variante 4: Dolomitenradweg nach Belluno

Das ist eher eine Variante für Trekkingbiker oder für den absoluten Notfall, wenn gar nichts mehr geht und man Venedig unbedingt erreichen will. Verläuft bis Tai di Cadore auf alter Bahntrasse (Dolomitenradweg). Allerdings sollte man wissen, dass der Dolomiten-Radweg ab Pieve di Cadore recht bald auf der alten Talstraße verläuft. Dort gibt es kaum noch motorisierten Verkehr, auf ein paar kurzen Abschnitten allerdings schon. Meist gibt es auch noch Gegenwind. Dadurch fühlt sich dieser Abschnitt trotz abfallender Tendenz meist zäh an.

  • GPS-Track: 05var4-Venas-Belluno.gpx

In Belluno kann man

  • auf der Strecke des 7. Tages der Hauptroute weiterfahren über die Prealpi oder
  • von Belluno auf dem Radweg in Richtung Sedico fahren, um dort auf die Variante des 6. Tages über den Passo Praderadego zu gelangen

05var4 Venas Belluno


Übernachtungstipps:

Passo Duran: Rif. San Sebastiano, Tel. 0039-0437-62360
www.passoduran.it