Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

München - Venedig


4. Tag: Pustertal - Fanes - Cortina d'Ampezzo

Strecke: 60,2 km, 1818 hm
St. Siegmund - Saalen - Enneberg - St. Vigil - Fanes - Cortina d'Ampezzo

  • 27 %: Straße
  • 34 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 38 %: Feldweg, Schotter
  • 1 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04MV-Pustertal-Cortina.gpx (aktualisiert Juli 2022)

siehe auch Varianten: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte

  • GPS-Track: 04var1-Toblach-Cortina.gpx
  • GPS-Track: 04var2-Plaetzwiese.gpx
  • GPS-Track: xxx04var3-Cortina-Verbindung.gpx (seit Juli 2022 überflüssig, da der GPS-Track der Hauptroute aktualisiert wurde)

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot/blau: alternative Strecken

04 Transalp Muenchen Venedig 

Höhenprofil Hauptroute

04MV Pustertal Cortina


FanesIn Niedervintl fahren wir wieder auf den Radweg, der uns mit leichten bergauf/bergab ins Herz der Dolomiten bringt. Nun wieder auf einheitlicher Strecke für beide Varianten der Transalp München - Venedig. Ein paar Kilometer weiter in der Nähe von St. Lorenzen gabelt sich die Route wieder. Bei meiner ersten Erkundung der Transalp München - Venedig bin ich mit David und Dietmar die alternative Variante über die Plätzwiese gefahren. Jetzt ist die Hauptroute an der Reihe, die durch die Fanes führt. Zunächst müssen wir den Pustertalradweg bis St. Lorenzen hinter uns bringen.

Dort könnte man auf der Talstraße bleiben. Das ist aufgrund des Verkehrs keine so gute Idee. Wir fahren deshalb auf der kleinen Hochstraße über Saalen und Enneberg nach St. Vigil. Über das Rautal gelangt man zur Pederü-Hütte. Dort beginnt der steile Anstieg in die Fanes. Beide Varianten der Route München - Venedig bieten die Möglichkeit einer vernünftigen Hüttenübernachtung. Auf der Plätzwiese ist das die Dürrensteinhütte. In der Fanes ist das die gleichnamige Faneshütte bzw. Üica de Fanes, wie sie in der ladinischen Sprache heißt, zu gut deutsch Pfannenhütte. Der Name rührt von der Lage der Hütte her. Sie befindet sich am Rande einer kleinen Hochebene, die sich wie eine Bratpfanne vor ihr eindellt und bis zur gegenüberliegenden Lavarella-Hütte reicht. Auf dem Grund der Pfanne befinden sich Wiesen und ein kleiner See.

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Die Faneshütte ist sehr gepflegt und hat eine sehr schöne Sonnenterrasse, die bis spät am Abend von den Sonnenstrahlen erreicht wird. Wie der Zufall will ereilt uns bei unserer Tour das gleiche Schicksal wie ein Jahr zuvor auf der Dürrensteinhütte. Wir hatten uns entschlossen, hier zu übernachten. Über Nacht ereignet sich ein kleiner Wettersturz. Am Morgen regnet es und während des Frühstücks geht der Regen in nassen Schnee über. Im Vorfeld der Tour hatte ich mir geschworen, in so einem Falle die Sache auszusitzen. Die Wettervorhersage spricht von einem kleinräumigen Tief, dass die Alpen im Laufe des Tages überqueren soll, um dann wieder besserem Wetter Platz zu machen. Matthias und ich vertrauen der Vorhersage, verlängern um eine Nacht und verbringen einen Ruhetag. Der ist gleichzeitig mit einem Wechsel in ein sehr komfortables Doppelzimmer verbunden. Der Preis bleibt moderat. So war unsere Entscheidung goldrichtig, hier zu bleiben und nicht nach Cortina d`Ampezzo weiter zu fahren.


Aus Gründen der Etappeneinteilung folgt jetzt ein Stück Originalbericht, der nur den Weg von der Fanes nach Cortina beschreibt:


Am Morgen hat sich das Tief verzogen. Strahlend blauer Himmel ist die Belohnung für unser Ausharren. Die Bergspitzen sind weiß mit Schnee überzuckert. Die Sicht ist fantastisch. Wir haben alles richtig gemacht. Sich selber keinem Zeitdruck auszusetzen ist bei einer Transalp wohl die sinnvollere Einstellung. Matthias und ich haben nicht das Gefühl, einen Tag verloren zu haben durch unser Ausharren in der Fanes-Hütte. Nein, wir sind uns beide einig; wir haben einen Traumtag gewonnen. Diese klaren, frischen Tage in den Alpen sind ein Geschenk. Das werden wir jetzt genießen, wir haben uns mit unserer Geduld selber belohnt. Eine Königsetappe wartet auf uns.
Wir frühstücken so zeitig wie möglich. Als Tagesziel peilen wir den Passo Duran an. Dort befindet sich ein nettes Berggasthaus. Das weiß ich noch vom Vorjahr. Ob wir es in Ruhe schaffen werden, ist noch ungewiss. Die Strecke ist zwar nicht extrem lang, hat aber deutlich über 2000 Höhenmeter, soviel ist mir klar. Draußen ist es knapp unter Null Grad, leichte Schneereste sind noch auf dem Weg. Lange werden wir nicht frieren, denn aus dem Stand geht es von der Faneshütte steil bergauf zum Limojoch. Die reichlich 100 Höhenmeter bringen uns gleich ins Schwitzen. Die Sonne ist noch nicht über die Berggipfel geklettert und sobald man steht, ist es lausig kalt. Wir ziehen für die Abfahrt alles an, was an wärmenden Sachen im Rucksack ist. Bei der Abfahrt auf einer groben Schotterpiste erreichen wir bald sonnige Abschnitte. Die wärmen uns aber erst weit unten im Tal. Bei der Abfahrt überqueren wir zunächst Pfützen und einen Eisrand und später den Rio Travenanzes. Sein Canyon hat im Laufe von Jahrmillionen tief ins Gestein der Dolomiten gegraben. Kurz darauf mündet der Rio Travenanzes in den Rio di Fanes. Das Ampezzo-Tal ist schnell erreicht. Hier könnte man auf den Radweg wechseln, der das Pustertal mit Belluno verbindet. Er wurde auf der alten Trasse der Dolomitenbahn angelegt und nennt sich logischerweise auch Dolomitenradweg. Er ist eine gute Alternative bei schlechtem Wetter, um auf dem Weg nach Venedig weiterzukommen. Zum Glück haben wir keine Wetterprobleme. Die Sonne strahlt vom Himmel und langsam gewinnt sie auch an Kraft. Im Talgrund orientiere ich mich kurz. Ich war bei diversen Transalps schon des Öfteren in dieser Gegend und wollte den bestmöglichen Weg für Mountainbikes nach Cortina suchen und habe ihn gefunden. Flussabwärts auf der rechten Seite hangelt er sich am Hang entlang. Nach einigem Auf und Ab erreichen wir freies Gelände mit Blick auf den Olympia-Ort und das Bergmassiv mit der Cima Ambrizzola.

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Variante 1: Toblach - Dolomitenradweg - Cortina d'Ampezzo

- bis Toblach auf dem Pustertal-Radweg und dann über den Dolomiten-Radweg auf der Trasse der alten Bahnlinie bis nach Cortina d'Ampezzo

Das ist eine entspannte Variante, die die hochalpine Durchquerung der Fanes komplett auslässt. Die Route folgt dem Pustertaler Radweg. Zunächst geht es über St. Lorenzen nach Bruneck, wo man sich eine Rast im historischen Ortszentrum gönnen sollte. Danach führt die Route weiter auf der ehemaligen Bahnstrecke nach Olang, vorbei am Olanger Stausee bis man Welsberg passiert. Kurz darauf erreicht man den Abzweig in Richtung Pragser Tal/Plätzwiese (siehe Variante 2). Hinter Toblach folgt der moderate Anstieg auf der alten Bahntrasse. In der Nähe des Dürrensees hat man einen tollen Blick auf die Drei Zinnen. Am Passo Cimabanche erreicht man den Scheitelpunkt der Strecke und den Übergang in die italienische Provinz Belluno. Hier mündet auch die alternative Variante 2 von der Plätzwiese kommend ein. Der Rest ist total entspanntes Rollen bergab, bis man am Busbahnhof Cortina d’Ampezzo erreicht. Hier ist man wieder auf der Hauptroute. Oder man folgt am nächsten Tag weiter den leichten Varianten 3 und/oder 4, die am 5. Tag beschrieben sind.

  • GPS-Track: 04var1-Toblach-Cortina.gpx

04var1 Toblach Cortina


Variante 2: Plätzwiese

- über Altpragser Tal und Plätzwiese nach Schluderbach, hier Verbindung zu Variante 1

Diese Variante zweigt vom Pustertaler Radweg beim Ort Untergasse ab und führt stetig ansteigend über das Altpragser Tal hinauf zur Plätzwiese. Ab dem Ort Säge zunächst auf einer Schotterpiste, die parallel zur Straße verläuft. Rund anderthalb Kilometer vor dem Gasthof Brückele erreicht man die Almstraße. Ab dem Gasthof besteht auch die Möglichkeit, mit dem Bus hinauf zur Plätzwiese zu fahren, falls Platz ist. Wählt man die Variante über die Plätzwiese, sollte man die Tour so planen, dass man auch auf dem Hochplateau übernachtet. Ich empfehle dazu die Dürrensteinhütte mit Blick auf den Monte Cristallo. Die Abfahrt von der Plätzwiese erfolgt auf der alten Militärpiste, ehe man bei Schluderbach die Straße zum Passo Cimabanche erreicht (Verbindung zu Variante 1). 

  • GPS-Track: 04var2-Plaetzwiese.gpx

04var2 Plaetzwiese


Variante 3: Cortina d’Ampezzo – Verbindung Hauptroute zu alternativer Route und umgekehrt - entfällt ab Juli 2022

  • GPS-Track: xxx04var3-Cortina-Verbindung.gpx

Übernachtungstipps:

Fanes Hütte: Tel.: 0039-0474-501097
www.rifugiofanes.com

Cortina d'Ampezzo
Übernachtungen im allgemeinen und besonders im August recht teuer; Empfehlung von Patrick Göbl:
Hotel Cristallino d'Ampezzo, Via Roma 87,
Tel. 0039-0436-4690,  www.hotelcristallino.com

Hotel Impero,  Via Cesare Battisti, 66 -
Tel: 0039-0436-4246 , www.hotelimperocortina.it