Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Heckmair à la Albrecht


7. Tag: Grande Finale über Monte Caplone und Tremalzo

Strecke: 71,3 km, 2591 hm
Anfo am Idrosee - Bondone - Bocca di Camplone - Malga Tombea bei Monte Caplone - Malga Lorina - Malga Ciapa - Tremalzo - Passo Nota - Passa Bestana - Baita Segala - Passo Rocchetta - Bocca Larici - Pregasina - Ponale - Riva - Torbole

  • 15 %: Straße
  • 27 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 50 %: Feldweg, Schotter
  • 8 %: Trail, Pfad
  • kurze Tragepassage über den nicht fertiggestellten Tunnel am Monte Caplone in der Nähe der Bocca di Campei, Schiebepassage über ca. 20 hm am Passo Rocchetta
  • GPS-Track: 07-Idrosee-Gardasee.gpx

Varianten

  1. ab Idrosee über Storo und Passo Ampola zum Tremalzo
    GPS-Track: 07-Var1-Idrosee-Ampola-Tremalzo.gpx
  2. ab Passo Ampola über Lago di Ledro zur Ponale-Straße
    GPS-Track: 07-Var2-Ampola-Ledrosee-Ponale.gpx

Details dazu weiter unten im Textbericht.


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)
magenta: Heckmair Route (wenn abweichend, ansonsten wie Hauptroute)

07 Transalp Heckmair a la Albrecht

07 Idrosee Gardasee


Der Abschluss über den Tremalzo ist schon ein krönendes Highlight einer Transalp, wobei ich da noch einen drauf setze: die wunderschöne Traverse entlang des Monte Caplone zum Tremalzo. Ein Blick auf die Übersichtskarte verrät schon, dass es der logische Weg in Richtung Gardasee ist. Außerdem werdet ihr es an den Bilder sehen. Doch los geht es auf der letzten Etappe von Anfo entlang des Idrosees. Gleich danach beginnt die lange Auffahrt, zunächst auf einer kaum befahrenen Nebenstraße zum Bergdörfchen Bondone.

Idrosee Bondone

Bondone: Blick zurück zum Idrosee


Von Bondone führt eine durchgehend steile Waschbetonpiste zum Rifugio Alpo, ggf. kann man hier rasten und verschnaufen. Denn es folgt nach kurzer etwas flacherer Fahrt die Auffahrt auf grober Schotterpiste zur Bocca di Caplone.

Auffahrt Bocca Caplone

Bei der Auffahrt zur Bocca di Caplone schweift der Blick zurück in den Teil der Alpen, den wir in den letzten Tagen durchstreift haben.


Wir kommen dem Ziel näher mit der Traverse entlang des Monte Caplone zum Tremalzo. Bis zur Malga Tombea zieht der Weg noch weiter in die Höhe.

Auffahrt Caplone

Alte Militärpiste von der Bocca di Caplone in Richtung Monte Caplone


Bei der Auffahrt zum Sattel kann man Überreste der Stellungen aus dem 1. Weltkrieg besichtigen.

Schutzengraben

Schützengräben am Monte Caplone


Die Abfahrt zur Malga Tombea ist einsam.

Abfahrt Tombea

Hier oben trifft man kaum andere Mountainbiker.


Man kann aber auch nicht sagen, dass keine Sau unterwegs wäre.

Malga Tombea

An der Malga Tombea werden einheimische Schweinerassen gehalten, die ihre Verwandtschaft mit Wildschweinen nicht verbergen können.


Der Anstieg ist noch nicht zu Ende.

Anstieg Bocca Campei

Die Militärpiste zieht sich hinauf zur Bocca di Campei.


Am Monte Caplone wird die Strecke spannend.

Tunnel Caplone

Die zuvor breite Militärpiste endet als Sackgasse in einem Tunnel, der im 1. Weltkrieg nicht fertiggestellt wurde.


Eine kurze Klettereinlage ist notwendig. Dann geht es auf Saumpfaden weiter.

Trail am Monte Caplone Trail

Trails am Monte Caplone

Trail am Monte Caplone


Schließlich geht es weiter bergab.

Caplone Lorina


Die Strecke verbreitet Tremalzo-Feeling, nur dass dort außer uns keiner unterwegs ist.

Tunnel Caplone Lorina

Tunnel bei der Abfahrt zur Malga Lorina


Es bleibt spannend.

wie Tremalzo

In Serpentinen windet sich die alte Militärpiste hinab.


Auch an der Malga Lorina ist es einsam.

05 Malga Lorina IMG 3777

Malga Lorina


Weiter geht es weit abseits des Gardasee-Mainstreams über den Passo della Cocca und Malga Ciapa zum Rifugio Garda. Wir sind nun wieder auf der ursprünglichen Heckmair-Route. Hier beginnt die legendäre Schotterpiste am Tremalzo. Man kann mit Fug und Recht sagen: die Wiege des Mountainbikings in Europa. Plötzlich gib es deutlich mehr  Mountainbiker, nicht zuletzt weil es viele Shuttle-Services am Nordufer des Gardasees gibt. Der Tremalzo ist das Ziel, das am häufigsten angefahren wird.

Bei unserer damaligen Befahrung war das anders. Bevor es losgeht, gönnen wir uns noch einen Cappuccino. Der Wirt bestätigt mir, dass die Ponale-Straße offen ist. Wir ziehen frohlockend los. Nach einem Erdrutsch zwischen Riva und Limone war die Ponalestraße lange Jahre zwischen Riva und Pregasina gesperrt, sehr zum Leidwesen aller Mountainbiker am Gardasee. Das passiert immer mal wieder, man sollte also immer ein Auge drauf haben, wenn man diese Passage als Abschluss einer Transalp plant.

Rifugio Garda - Beginn der Schotterpiste zum Tremalzotunnel

Rifugio Garda - Beginn der Schotterpiste, zunächst Auffahrt zum Tremalzotunnel


Die Auffahrt teilt man sich heutzutage mit anderen Mountainbikern gerne.

Schotterpiste zum Tremalzotunnel

Schotterpiste zum Tremalzotunnel - Blick zurück zum Rifugio Garda, darunter im Tal liegt die Malga Ciapa


Schließlich sind wir oben und durchfahren den berühmten Tremalzotunnel. 

Tremalzo Tunnel

Tremalzotunnel: kaum vorstellbar, dass die Piste noch in den 2010er Jahren als offizielle Straße galt, die von Autos befahren werden durfte.


Die legendäre Abfahrt beginnt.

Tremalzo Abfahrt

In vielen Kehren geht es hinab.

Tremalzo Abfahrt

Wir lassen uns Zeit bei der Abfahrt.


Tremalzo rasante Abfahrt

Es kann aber auch durchaus rasant zugehen.


Als wir bei der traumhaften Schotterabfahrt den Lago im Sommerdunst vor uns liegen sehen, machen wir noch einmal kurz Rast und vertilgen die Reste des Paninos von heute morgen.

Valle di Bondo

Blick ins Valle di Bondo: im Sommerdunst ist der Lago zu erahnen.


Auf der alten Militärstraße am Tremalzo

Auf der alten Militärstraße am Tremalzo wird in beiden Richtungen gern gefahren.


Auf der alten Militärstraße am Tremalzo

Meine Vorzugsrichtung ist abwärts (hier bei einer späteren Befahrung).


Am Passo Nota beginnt eine der schönsten Passagen, die man am Gardasee fahren kann.

Passo Nota

Passo Nota - Möglichkeit zum Zwischenstopp oder man fährt weiter zur...

Baita Segala

Baita Segala - legendäre Selbstversorgerhütte oberhalb von Limone


An der Baita Segala füllen wir Wasser nach. Nach wie vor versorgt die Sektion Limone des italienischen Alpenvereins die Besucher der Hütte mit Getränken: Wasser, Bier, Wein. Was der Wanderer oder Radfahrer als Obolus hinterlässt, ist seinem Gutdünken überlassen und wird in den Geldschlitz einer "Kasse des Vertrauens" eingeworfen, die ins Mauerwerk eingelassen ist. Zufällig sind zwei Männer vom Verein da. Ich bedanke mich herzlich für die Versorgung und sie bestätigen mir endgültig, dass das Traumfinale Wirklichkeit wird. Nun gibt es für uns kein Halten mehr. Wir überwinden die letzten Trail-Passagen zum Passo Rocchetta mit Genuss.

Trail von Baita Segala zum Passo Rocchetta

Trail von Baita Segala zum Passo Rocchetta: den überprüfe ich regelmäßig - am Weg ist in den letzten Jahren etwas gearbeitet worden, Konzentration ist allerdings immer gefragt!


Am Passo Rocchetta liegt uns der Gardasee zu Füßen.

Passo Rocchetta


Es folgt eine letzte kleine Herausforderung.

Wurzeltrail vom Passo Rocchetta zur Malga Palaer

Wurzeltrail vom Passo Rocchetta zur Malga Palaer (aber keine Panik, den ist mein Sohn gefahren, als er 10 Jahre alt war).


Nach der Malga Palaer erfreuen wir uns an der Abfahrt auf dem uralten Karrenweg nach Pregasina.

Larici Pregasina

Zwischen Bocca Larici und Pregasina: in den steilen Abschnitten und Kurven ist die Schotterpiste als Waschbeton hergerichtet, weil es die Zufahrt zum Gehöft an den Punta Larici ist


Immer wieder halten wir an einem der vielen Aussichtspunkte an und können uns an den Blicken auf den Lago kaum satt sehen.

Bei Pregasina

Panorama bei Pregasina


Wer noch den Nerv dazu hat, besucht den berühmten Hidden Spot, den man kurz hinter Pregasina über die Wiese nach einer kurzer Schiebepassage erreicht.

Hiddenspot Fake Trail

Hier werden immer wieder gerne von den Hochglanzmagazinen die Fake-Fotos der Trails am Gardasee aufgenommen.


Schließlich überqueren wir den Ponale und landen auf dem als Wanderweg wiedereröffnetem Stück, dass fast noch schöner zu fahren ist als früher.


Der Weg ist als ca. anderthalb Meter breiter Sentiero für alle Nutzergruppen (Radfahrer, Läufer, Wanderer etc.) angelegt. In den Tunnels werden die Wege getrennt geführt. Die restliche Breite ist mit Erde aufgefüllt und es sind ein paar Schikanen eingebaut, damit die Biker nicht zu sehr runterheizen. Wir sind natürlich rücksichtsvoll und erschrecken keine Wanderer.

Letzter Stopp an der Ponalestraße

Lieber halten wir für einen letzten Stopp nochmal an.


David und ich genießen in vollen Zügen diese schönste aller Möglichkeiten, eine Transalp zu beenden und rollen zum Hafen von Riva.

Riva

Ankunft bzw. Zwischenstopp am Hafen in Riva


Es folgt der letzte Teil, die immer wieder beeindruckende Fahrt entlang des Ufers des Gardasees.

Radweg von Riva nach Torbole direkt am Ufer

Der Radweg von Riva nach Torbole verläuft direkt am Ufer des Gardasees - nicht immer ist es so ruhig wie hier.


Schließlich erreichen wir den traditionellen Endpunkt fast aller meiner Transalps, die am Gardasee enden, das Strandcafe in Torbole.

Finale in Torbole

In Torbole endet unsere Reise dann traditionsgemäß endgültig.


Wir ziehen kurz Resümee. Eine einsame, anstrengende, aber auch beeindruckende Transalp liegt hinter uns. Alles ist gut gegangen. Ein kleines Empfangskomitee hat sich zusammengefunden: meine Simi und Tino. Matze und Reiner sind auch da, die uns im September bei der nächsten Transalp begleiten werden (Bemerkung: das wurde dann die Albrecht-Route).

Am Ziel in Torbole - Blick zurück auf Cima Sat, Strada del Ponale und Pregasina

Am Ziel in Torbole - Blick zurück auf Cima Sat, Strada del Ponale und Pregasina


Varianten

1. ab Idrosee über Storo und Passo Ampola zum Tremalzo

  • kommt eigentlich nur in Frage, wenn man am Tag zuvor die Variante 06-Var2-PassoManiva-Idrosee.gpx gefahren ist
  • und noch bis Storo oder Passo Ampola weitergefahren sein sollte
  • GPS-Track: 07-Var1-Idrosee-Ampola-Tremalzo.gp
  • ab Anfo: ca. 68 km, 1840 hm

2. vom Passo Ampola über Ledrosee zur Ponalestraße

  • ist eigentlich nur sinnvoll, wenn feststeht, dass man auf der letzten Etappe definitiv nicht über den Tremalzo fahren kann oder will
  • zum Beispiel weil das Wetter nicht passt oder man mit der Kraft am Ende ist
  • man kann dann ab Passo Ampola leicht und einfach auf dem Radweg in Richtung Lago di Ledro fahren
  • den Ledrosee dann auf der rechten Seite über Pur umfahren und bergab über Pre zur Ponale-Straße
  • GPS-Track: 07-Var2-Ampola-Ledrosee-Ponale.gpx
  • ab Anfo: ca. 51,4 km, 612 hm

Zu beiden Varianten kann man sich ab Storo an den Höhenprofilen  bei dieser Transalp am 7. Tag orientieren. Ab Anfo kommen hinzu: ca. 14,9 km und ca. 150 hm


Übernachtungstipps:

  • Torbole: Aktivhotel Santalucia, Via di Santa Lucia, 6, 38069 Nago-Torbole, Tel.: +39 0464 505140
  • Torbole: Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354