Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Heckmair à la Albrecht


1. Tag: Über den Schrofenpass von Deutschland nach Österreich

Strecke: 55,8 km, 1695 hm
Oberstdorf - Schrofenpass - Warth - Lech - Zug - Freiburger Hütte - Dalaas

  • 32 %: Straße
  • 45 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 11 %: Feldweg, Schotter
  • 12 %: Trail, Pfad
  • Schiebepassagen: am Schrofenpass ca. 30 min, ggf. ist auch Tragen des Bikes an einigen Stellen sinnvoll
  • GPS-Track: 01-Oberstdorf-Dalaas.gpx

Alternative bei schlechtem Wetter:

  • auf Straße ab Lech über Zürs und den Flexenpass nach Dalaas

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)
magenta: Heckmair Route (wenn abweichend, ansonsten wie Hauptroute)

01 Transalp Heckmair a la Albrecht

Heckmair ala Albrecht  01 Oberstdorf Dalaas


Am Bahnhof München-Pasing treffe ich David und wir besteigen den Zug nach Oberstdorf. Gut zwei Stunden ist die Regionalbahn unterwegs, eine entspannte Anreise. Die letzten Regenwolken verhüllen noch die Ausläufer der Alpen. Als wir uns 12 Uhr mittags am Bahnhof in Oberstdorf auf die Räder schwingen, sind auch diese verflogen. Die Ortslage ist schnell durchquert und sofort sind wir mit unseren Rädern alleine.

Start in Oberstdorf und gleich in den Alpen

Nach dem Start in Oberstdorf kommt gleich Alpen-Feeling auf


An einem Tag mitten in der Woche loszufahren, bringt schon eindeutige Vorteile mit sich, gerade wenn man von Oberstdorf aus startet. Ich hatte von regelrechten Staus an der berühmten Leiter am Schrofenpass gehört und gelesen. Uns begegnen auf der Anfahrt ein paar Wanderer, das war's. Erst am Beginn der Schiebe-Passage sehen wir eine kleine Gruppe von Mountainbikern in der Felswand über uns. Exakt an der Leiter haben wir sie erreicht, so dass einer von ihnen uns die Freundlichkeit erweist, uns zu fotografieren. Natürlich auf der Leiter, das muss schon sein.

Leiter am Schrofenpass

Die berühmte Leiter auf dem Weg zum Schrofenpass


Ich hatte schon ein wenig Respekt vor dieser Passage, weil viel Rummel darum gemacht wird. Heckmair sagte: "Das ist die Schlüsselstelle, gleich zu Beginn!" Das ist nach meiner Einschätzung etwas übertrieben. David als erfahrener Bergwanderer und Skitourengeher kann dem nur beipflichten. Klar, trittsicher und schwindelfrei sollte man schon sein, aber eine besondere Schwierigkeit stellt die Passage nach unserer Meinung nicht dar.

Pfad am Schrofenpass

Ausgesetzter Pfad am Schrofenpass


Am Schrofenpass kurzes Tragestück

Kurzes Tragestück am Schrofenpass 


Ohne uns abzuhetzen und mit Zeit für Fotopausen brauchen wir gerade mal 35 Minuten für das Schiebe-/Tragestück. Lästiger ist für uns eher, dass nach dem Pass kein flüssiges Fahren möglich ist. Die schöne Berglandschaft und das sich bessernde Wetter entschädigen uns für die kleine Wandereinlage, von denen auf dieser Tour noch einige folgen sollten. Irgendwann ist der Weg dann für jeden wieder fahrbar. In Warth legen wir eine kurze Essenspause ein, bevor wir nach Lech herunter rollen. Im Ski-Ort ist im Sommer nicht allzu viel los, was uns nur recht ist. Wir biegen nach rechts ab, Richtung Zug und Freiburger Hütte, die mit dem Rad problemlos zu erreichen ist. Die Fahrt auf leichter Schotterpiste um den Formarinsee herum ist heute still und einsam.

Formarinsee

Formarinsee: im Hintergrund Freiburger Hütte


An der Freiburger Hütte wurde gerade umgebaut. Wir liegen gut in der Zeit und beschließen, nach Dalaas abzufahren.

Alpenpanorama

Über das Rauhe Joch führt bis zu einer Almhütte ein leichter Schotterweg


Aber nun ist es mit den Spaß vorbei. Der jetzt folgende Weg ist verblockt und durch die lang anhaltenden Regenfälle der letzten Wochen sehr schmierig. Sowohl David als auch ich sind keine ausgeprägten Liebhaber von Steinhopserei und Stürzen im schweren Gelände. Aber das ist sicher Geschmackssache, andere werden diese Trails genießen Wir beide schieben jedenfalls unverdrossen unsere Räder einige Höhenmeter bergab. An der Mustrin-Alm auf ca. 1450 m entscheiden wir uns auch noch für den "falschen" Abzweig, wie sich im Nachhinein herausstellen sollte. Der Weg gabelt sich. Nach rechts zeigt ein Schild "Braz" an. Nach links scheint es direkt in die Schlucht hinunter zu gehen, komplett unfahrbar, wie es aussieht. Beide Varianten führen letztlich nach Dalaas im Klostertal, wo wir im gemütlichen Gasthof "Zur Post" unterkommen.
Der Wirt ist bestens auf Radler eingestellt und sagt mir, dass wir am Abzweig besser den Weg nach links genommen hätten. Er sähe zwar auf den ersten Blick schlechter aus, würde aber recht bald in einen fahrbaren Forstweg übergehen. Das nächste Mal weiß ich es besser (in den GPS-Tracks ist es auch korrigiert). Zumindest haben wir unsere Beinmuskeln für das Bergabschieben gekräftigt. Inzwischen gibt es an der Strecke auch eine weitere sehr gute Übernachtungsmöglichkeit für Mountainbiker im Haus Gaues: siehe den folgenden Hinweis.


Übernachtungstipps:

Haus Gaues in Dalaas
liegt direkt an der MTB-Strecke Formarinsee-Dalaas und eignet sich sehr gut für die Unterbringung von Radfahrern
Direkt-Reservierung: Heidi Ollschnöger - Telefon: +43 (664) 3929389
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Dalaas: Gasthof Post:  https://postdalaas.at/