Transalp.info by Andreas Albrecht

Rennrad Transalp


Fazit

fazit 350 DSCN5143Meine erste Transalp, die ich alleine gefahren bin. Das würde ich auch nur mit dem Rennrad so machen. Der Vorteil, dass man die täglichen Etappenlängen nur mit sich selber ausmachen muss, ist nach meinem Empfinden wohl gleichzeitig auch ein Nachteil, weil man wahrscheinlich eher zuviel als zuwenig fährt. Aber das ist sicher Geschmackssache. Beim Gepäck bin ich wirklich auf das absolute Minimum dessen gegangen, was ich mit gutem Gewissen noch verantworten konnte. Das Leichtgewicht Deuter Speed Lite 30 hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich mich trotz Rucksack auf dem Rücken auf dem Rennrad wohl gefühlt habe. Die minimale Packliste könnt ihr hier einsehen. Natürlich habe ich im Großen und Ganzen auch Glück mit dem Wetter gehabt. Es gab keinen gravierenden Wetterumschwung, Kälte und Dauerregen sind mir erspart geblieben. Was das Rennrad angeht, kann ein dreifaches Kettenblatt vorne auf keinen Fall schaden und hinten kann das größte Ritzel ruhig 28 Zähne haben, dann ist genug Reserve vorhanden.


Meinungen-Rückmeldungen:


Datum: 11. August 2021

Alexander
Betreff: Rennrad AlpenX vom 05. bis 08.08.2021

Hallo Andreas,

nach der „Top of the rocks“ anfangs Juli, hab ich nun noch den „RRAlpenX“ anfangs August durchgeführt, den ich eigentlich schon letztes Jahr machen wollte, aber dies dann wegen der Sperrung des Tunnels nach Livigno nicht mehr möglich war. Genauso wie im Juli, war das Wetter nicht besonders gut und beständig gemeldet, was heuer aber ja keine Besonderheit darstellt.

Dennoch bin ich dann am 05.08.21 vom Skisprungstadion in Partenkirchen gestartet, wo mich netterweise wieder mein Vater hingefahren hat. Oder besser gesagt zunächst erst ein wenig abgewartet habe, da das Wetter nicht so mitspielte wie ich wollte und es regnete bzw. wolkenverhangen war. Um 9.30 Uhr startete ich dennoch in voller Regenmontur und siehe da, es hörte auf zu regnen.
Ich hatte mir eine etwas andere Aufteilung der Etappen vorgenommen, damit ich jeden Tag ungefähr 100km und 2100hm absolviere.
Bei Weidach kurz vor Seefeld hat nochmal kurz ein Sprühregen eingesetzt. Somit waren die Regenklamotten nicht nur auf der regennassen Fahrbahn vollkommen richtig. Ab Seefeld ist es dann aber immer schöner geworden. Kurz vor der Steigung nach Arzl sind die Regensachen dann endgültig bei Sonnenschein runter gekommen, was zur Folge hatte, dass es kurz danach noch ein paar Tropfen geregnet hat, was es dann für diese Tour aber auch war! Der Anstieg zur Pillerhöhe zieht sich doch ganz schön hin, aber die Aussicht ist dann zumindest grandios.Die anschließende Abfahrt ist steil und lang. Somit wurden die Scheibenbremsen einem ersten Test unterzogen.Eigentlich wollte ich in Prutz übernachten, aber da es erst kurz nach 14 Uhr war und mein gewählter Gasthof Ruhetag hatte, entschloss ich mich weiter bis nach Nauders zu fahren, wo ich vorab noch schnell eine sehr nette, schöne und günstige Unterkunft am Ortsausgang gebucht habe (Gästeheim Sigrid).Der Weg von Prutz bis Nauders mit der Norbertshöhe zieht sich doch etwas. Am Ende waren es dann doch statt der geplanten 115km am ersten Tag 155km und 2700hm.

Eigentlich hatte ich für den 2. Tag schon die Unterkunft am Stilfser Joch auf der Franzenshöhe vorgebucht, weil dies eine sehr schöne Unterkunft ist, aber das wären dann nur gute 50km gewesen. Evtl. kann ich die Tour ja sogar etwas schneller absolvieren. Somit entschloss ich mich nach der Bezwingung des Stilfer Joches, wo oben mal wieder die Hölle los war, weiter zu fahren. Die Unterkunftsfindung in der Schweiz war dann aber nicht besonders leicht und billig und somit fuhr ich noch den Ofenpass hoch. Dies war aber bei der Hitze und nach dem Stilfser Joch alles andere als leicht. Dafür kann man die Abfahrt bis zum Tunnel nach Livigno dann wieder genießen. Eine schöne Unterkunft in Livigno war mitten im Zentrum mit dem Hotel Helvetia schnell gefunden. Auch Livigno war komplett mit Menschen überfüllt. Heute stand dann eigentlich schon fest, dass ich die Tour in 4 anstatt 5 Tage fahre.

Am nächsten Tag ging es wieder bei sehr schönem Wetter los. Nach dem Passo d’Eira und Foscagno am Morgen ist man dann auch ganz schnell wieder wach. Es folgte eine schöne und lange Abfahrt nach Bormio mit anschließender Anfahrt auf Radwegen zum Mortirolo-/Foppapass. Dieser Anstieg zieht sich wirklich ganz schön hin und ist mit seinen teilweise sehr steilen Steigungen und dem Rucksack nicht ganz ohne. Ich wundere mich immer wieder, wie die Radprofis solche Berge so spielerisch bezwingen!? Nach der schönen Abfahrt folgte eine lange Anfahrt nach Ponte die Legno zum Tonalepass, der trotz seiner eigentlich moderaten Steigung nach so vielen km, hm und bei sehr warmen Wetter nicht mehr ganz so einfach ist. Nach einer kleinen Stärkung aus dem Supermarkt am Pass ging es heute noch nach Dimaro zu meiner Lieblingsunterkunft „Albergo Dimaro“ mit Sauna, Schwimmbad, Whirlpool und sehr gutem Essen.

Der letzte Tag begann mit einer überraschend nassen Straße. Die Sonne kam aber sofort heraus. Die Auffahrt zum Passo Campo Carlo Magno war auch nicht ganz ohne! Wer jetzt denkt, nach der Abfahrt von Madonna hat man es ja schon fast geschafft, der irrt! Es folgte noch der Anstieg zum Daonepass mit durchwegs sehr steilen Rampen. Nach einer herrlichen Abfahrt folgte noch der teilweise auch steile Duronpass, bevor man dann endlich noch den Ballinopass erklimmt. Jetzt kam noch die Abfahrt mit der Vorfreude auf den Gardasee am herrlichen Tennosee vorbei. In Torbole noch schnell ins Strandcafé und einen ersten Aperol genießen.

Somit bin ich in 4 Tagen 510km und 10600hm bei nicht vorhergesehenem Superwetter geradelt. Eine wirklich wieder sehr schöne Tour, die vor allem durch deine wie gewohnt sehr gut ausgearbeiteten Unterlagen (GPS-Daten, Karten und Beschreibung) wieder problemlos geklappt hat.

Abends nach einem kurzen Strandaufenthalt dann noch schnell traditionell Pizza bei „Villa Emma“ in Torbole gegessen und am nächsten Tag nach Rovereto zum Zug geradelt. Bin dann auch mit dem Regionalzug fast problemlos bis zum Brenner gefahren, da die Züge teilweise Verspätung hatten usw. Die Abfahrt nach Innsbruck war auch sehr schön, hat aber trotz Windschatten und Wettfahrt mit RR-Fahrer mehr als eine Stunde gedauert.Die Rückreise ab Innsbruck war dann durch die teilweise umständlichen Buchungen mit Regionalzügen nicht ganz so einfach und schnell. Aber auch egal, immerhin hatte man ja wieder eine sehr schöne Tour hinter sich.

Zur Info:

Mein Rennrad hatte folgende Übersetzung: vorne 52/36, hinten 11/30, wobei ich den 1. Gang tatsächlich gar nicht genutzt habe! Gewicht des Rucksacks immerhin knapp 7kg.

Schöne Grüße aus Oberfranken

Alexander

Alexander


Datum: 8. August 2020

Patrick
Betreff: Rennrad Transalp

Hallo Andreas

spontan und leicht naiv hatte ich mich als Odenwald Freizeitsportler in diesem Juni für eine Transalp Tour mit dem Rennrad entschieden und war beim ersten Stöbern im Internet auf deine Homepage gestossen.

Das war perfekt. Du hast nicht nur eine Tour für die Strasse "im Programm", die nicht "nur" direkt von A nach B führt, sondern auch anspruchsvoll zu sein scheint. Dazu kommen deine ausführlichen Berichte, die schon im Vorfeld Lust auf mehr machen. Folglich waren an einem Samstag Vormittag ruckzuck mal alle Unterkünfte und der Rücktransport gebucht für Mitte August.

Erst nach dem Buchen und dem Abflachen der Euphorie Welle kamen die ersten Zweifel. Packst du das? Willst die Tour wirklich alleine durchziehen? Und dann noch das Gepäck? Doch letztendlich bin ich mit 3000 km Rad- und 500 km Lauftraining auf dem Buckel voller Motivation am 03.08. Mittags ab 12:30 in Garmisch aufgebrochen und habe Riva del Garda planmäßig mit stolzer Brust am 07.08. um 14:00 erreicht.

Warum schreibe ich nun diesen Kommentar?
Zum einen, um dir für deine Arbeit und all die Mühe in deine echt gelungene Homepage zu danken. Das hat es so einfach gemacht, alles selbst zu organisieren und sich auf das Wesentliche, das Radfahren konzentrieren zu können.
Und zum anderen natürlich, um all jene da draussen zu motivieren, dieses Abenteuer anzugehen. Die Alpen sind die Mühen wert. Ihr könnt das!

Schlussendlich noch ein paar persönliche Eindrücke:
- Kompliment zur Routenwahl: wenige viel befahrene Strassen, herrliche Abfahrten mit immer gutem Strassenbelag, häufig ruhige Auffahrten, schöne Abstecher in die Schweiz
- die Abfahrten sind teilweise anspruchsvoll, da lang, steil und kurvenreich. Material und Konzentration sind echt gefordert
- am meisten Kräfte kostete der Ofenpass bei Hitze in der vollen Sonne mit dem Stilfserjoch in den Beinen
- die Abfahrt hinab vom Passo di Daone ist echt ein Traum
- das erfrischende Gefühl in Riva in das kühle Nass des Gardasees einzutauchen ist unbeschreiblich
- es braucht in den Alpen auch immer ein Quäntchen Glück, um die Tour erfolgreich beenden zu können. Stichwort Wetter: das Stilfserjoch war einen Tag vor meiner Auffahrt wegen 30cm Neuschnee gesperrt,
Stichwort Material: bereits an Tag 2 verbrachte ich schon fast verzweifelnd beim Anstieg zur Piller Höhe 30 min alleine damit, meine Kette mit roher Gewalt wieder aus den Fängen der Speichen und dem großen Kettenblatt zu befreien.

Du wirst gesehen haben, dass ich letztendlich nicht das Rennrad genutzt hatte, sondern eine Alternative auf Grund der Scheibenbremsen und der günstigeren Übersetzung.
Dafür nahm ich gerne auch 2 Kg mehr in Kauf. Am Ende hatten Rad und alles Andere ausser dem nackten Kerl 21 kg. Das hielt ich für okay.

Mit sportlichen Grüßen
Patrick

patrick


Datum: 01.10.2013
Tom Prock
Kurze Danksagung zur Rennrad Transalp:
Bin Deine Rennrad Tour 2013 im August alleine gefahren. Super Tour! Vorwiegend einsame Strecken, seeehr fordernde Anstiege. Wer glaubt, nach dem Stilfser Joch hat man das schlimmste hinter sich, irrt (wie ich) gewaltig. Packliste auch ideal. Hatte die ersten beiden Tage immer über 33 Grad, dann Wetterumschwung und am Passo Tonale auch mal 4 Grad mit Starkregen. Da is man froh um jedes Kleidungsstück auf der Abfahrt (und um Scheibenbremsen bei Carbonfelgen).
Abgewichen bin ich nur im Bereich Nauders bis Prad. Da fährts sich am Radweg auf der anderen Seite entspannter als auf der Hauptstraße. Der neue Deuter TransAlpine 32 EL war perfekt. Kein Drücken oder Ziehen. Klare Kaufempfehlung. Kompaktkurbel 50/34 und 28er Ritzel hinten waren gerade so ausreichend.
War eine sehr erholsame Reise! Bis nächstes Jahr!


Datum: 02.09.2013
Karen
Danke für die schöne Alpentour :) - Rennrad-Transalp
Ende August bin ich mit einem Freund Deine Rennradtour von Garmisch nach Garda nachgefahren, mit unwesentlichen Abweichungen (Gavia noch mitgenommen...). Es war eine geniale Tour, vielen Dank für Deine guten Beschreibungen, Karten etc. Nur den letzten Tag fand ich hart: Da meint man es wäre fast geschafft und Du jagst einen noch über den Passo Daone, einer der gefühlt steilsten der ganzen Tour.
Schönen Gruss, Karen


Datum: 26.09. 2011
Chris
Hallo Herr Albrecht,
Ich bin 24 Jahre alt und studiere Maschinenbau in München. In den Semesterferien möchte ich den Kopf einfach mal ein bisschen frei bekommen und habe vor mit dem Rennrad an den Gardasee zu fahren. Bei ihnen bekomme ich ja wirklich jede Hilfe, die ich für so eine Tour benötige. Genau diese Tour will ich nun auch fahren. Danke, dass Sie sich die Mühe gemacht haben und so einen detaillierten Bericht ins Netz gestellt haben. Ob ich nun genau so extrem bin wie sie und teilweise 3000hm am Tag schaffe weiß ich nicht, und vielleicht brauche ich auch 2-3 Tage länger.. Egal! Ich versuche es und hoffe Ihren Routen folgen zu können.
Danke, dieser Bericht hat mich zusätzlich sehr motiviert!
Viele Grüße & weiter so!
Eine kleine Änderung zu Ihrer Route hatte ich dann doch: Von Bormio aus bin ich über den Gaviapass gefahren - sehr tolle Route und wahnsinns Natur.
Danke, ohne Ihren Bericht hätte ich nie so eine tolle Erfahrung mit so geringem organisatorischem Aufwand geschafft!
Chris