Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Rennrad Transalp


5. Tag: Madonna di Campiglio - Passo Daone - Passo Durone - Passo Ballino - Gardasee

5. Tag: 74,9 km, 1350 hm
Madonna di Campiglio - Pinzolo - Spiazzo - Passo Daone - Preore - Zuclo - Passo Durone - Fiave - Passo Ballino - Riva - Torbole
GPS-Track:  05Madonna-Torbole.gpx
Originalfahrzeit ohne Pausen: 4:24 h
Originalfahrzeit mit Pausen: 4:52 h


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
blau: mit Rad zurück (ergänzt durch Bahnfahrt Rovereto - Brenner)

05 rennrad transalp


05Madonna Torbole


Am Morgen bin ich wieder voller Elan, nicht zuletzt deshalb, weil ich heute den Gardasee erreichen werde und die Etappe eher moderat ausfallen wird. Ich will noch zwei für mich neue Pässe fahren, den Passo Daone und den Passo Durone. Der Tag beginnt strahlend, aufgrund der Höhenlage ist es noch empfindlich frisch. Am Hotel Arnica geht es los.

Hotel Arnica

Wie es in Italien üblich ist, trinken die Einheimischen noch schnell einen Espresso oder Cappuccino im Vorbeigehen und essen maximal ein Brioche dazu.


Ich habe mich beim reichlichen Frühstück im Hotel ordentlich gestärkt und bereite mich auf die Abfahrt ins Valle Rendana vor. Durch den morgendlichen Tau ist die Straße ein wenig feucht und schlüpfrig. Ich will erst einmal heil den Berg hinunter kommen. Nebenan baut sich die Brenta in ihrer ganzen Pracht auf.

Brenta

Brenta: manche sagen, diese Gebirgsgruppe sei die Wiege des Alpininismus. Auf jeden Fall ist der Bocchette-Weg in der Brenta die Wiege der alpinen Klettersteige.


Auf der Abfahrt sind durch Straßenbauarbeiten Teile der Strecke recht schmierig und ich stehe die meiste Zeit auf der Bremse. In Sant Antonio di Mavignola wechsle ich auf die alte Straße (Via San Vili). Die führt in vielen Kehren und teils mit etwas gröberen Untergrund hinunter ins Val Rendena, Gravelbiker würden sich auch freuen.


Alternative zwischen Sant Antonio di Mavignola und Pinzolo

  • bei schlechtem Wetter auf der mitunter stark befahrenen Hauptstraße bleiben, in Pinzolo Wechsel auf den Radweg nicht verpassen
  • GPS-Track:  05Var-Madonna-Strasse-Pinzolo.gpx

Ab Pinzolo wird es flacher und ich lasse es auf dem Radweg ordentlich laufen. In Spiazzo verlasse ich den Radweg und nehme den Passo Daone in Angriff. Kein Schild weist den Weg. Ich frage vorsichtshalber nach und erhalte die Bestätigung, dass ich auf der richtigen Strecke bin. Ein paar steile Rampen gibt es schon, bei denen ich in den Wiegetritt gehe. Es ist aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Kein einziges Auto begegnet mir auf der Strecke, so macht die Sache richtig Spaß. Oben wird es flacher und da ist er ja auch schon erreicht, der Passo Daone - ein kleiner Geheimtipp auf diesem Weg zum Gardasee.

Passo Daone

Passo Daone: ein einsamer Straßenpass abseits der touristischen Hauptströme


Die Abfahrt ist ein Traum auf guter Straße.  Zuerst gibt es viele enge Kehren und später ein paar Geraden, auf denen man es so richtig laufen lassen kann. Außerdem hat man eine gute Aussicht ins Tal der Sarca, die direkt in den Gardasee fließt. Aber ein paar Höhenmeter will ich noch machen. Der Passo Durone ist noch zu bezwingen. Ich kann ihn schon auf der gegenüberliegenden Talseite ausmachen.

Zuclo Durone

Blick ins Sarcatal mit dem weiteren Wegverlauf über Zuclo zum Passo Durone


Nach einer Kurve halte ich an und begutachte den Straßenverlauf von oben. Dabei entdecke ein kleines Nebensträßchen, das nach Zuclo zu führen scheint und mir den Umweg über Tione ersparen könnte.

Tione di Trento

Tione di Trento: wenn man den Passo Daone auslassen sollte oder muss, führt der Radweg des Valle Rendana rechts am Ort vorbei


Im Tal angekommen, bestätigt sich meine Vermutung und ich erreiche unbehelligt von Autoverkehr den Ortskern von Zuclo, trinke einen letzten Cappuccino vor dem Lago, schaue zurück und denke mir, nun ist es ja geschafft.

Sarcatal

Blick zurück über das Sarcatal auf die Kehren der Abfahrt vom Passo Daone


Ja, es ist fast geschafft, allerdings nicht ohne eine letzte, etwas steilere Rampe. Dann wird die Straße breit und moderat im Anstieg und ich bin oben am Passo Durone. Der Rest ist freundliche Zugabe. In Fiave angekommen, sind es keine einhundert Höhenmeter mehr bis zum Passo di Ballino, dem definitiv letzten Pass vor dem Gardasee. Der kostet mich nur ein müdes Lächeln.

Passo Ballino

Passo Ballino: der Gardasee liegt nahezu 700 Höhenmeter tiefer


Es folgt die rasante Abfahrt zum Lago di Tenno, die ich schon so oft gefahren bin.

Lago di Tenno

Lago di Tenno: auf der gegenüberliegenden Seite ist die Straßenabfahrt zu erkennen


Tenno

Tenno: nur wenig später passiere ich den Ort, der dem Tennosee seinen Namen gab


Bald kommt auch schon der Gardasee ins Blickfeld.

Gardasee

Gardasee: Blick auf Riva und den Altissimo


Und wieder macht sich das übliche, angenehme Glücksgefühl breit, als im am Hafen von Riva aus dem Gewirr der schmalen Gassen auftauche.

Finale Riva

Finale in Riva? Nicht ganz.


Der Rest ist angenehme Zugabe. Entspanntes Rollen von Riva nach Torbole, hier das Teilstück entlang des Monte Brione.

Radweg von Riva nach Torbole am Monte Brione

Ankunft am Gardasee - was für ein Gefühl! Besonders, wenn man es teilen kann wie hier bei einer späteren Transalp mit meinem Bikefreund Philipp Petermann.


In Torbole ist dann wie immer am Strandcafé endgültig Schluss. Eine gelungene Transalp mit dem Rennrad liegt hinter mir.

Torbole

Torbole: geschafft und die Seele baumeln lassen


Torbole

Torbole


Enten

Der Gardasee erfreut nicht nur Radfahrer.


Übernachtungstipps:

  • Torbole: Aktivhotel Santalucia, Via di Santa Lucia, 6, 38069 Nago-Torbole, Tel.: +39 0464 505140
  • Torbole: Villa Stella: Via Strada Granda, 104 - 38069 Torbole Tel + 39 0464 505354

Villa Stella in Torbole

Villa Stella in Torbole