Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Albrecht-Route eMTB


4. Tag: Fast schon ein Ruhetag über den Passo Foppa/Mortirolo

Strecke: 46,4 km, 2130 hm
Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Col Carette - Vezza d'Oglio - Ponte di Legno - Pezzo

  • 35 %: Straße
  • 58 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 7 %: Feldweg, Schotter
  • 0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-EAR-Grosio-Carette-Pezzo.gpx

Achtung! Beim Anstieg von Grosio zum Passo Foppa müssen rund 1200 Höhenmeter ohne sichere Nachlademöglichkeit bewältigt werden. Darauf muss man sich einstellen. Wer Bedenken hat, kann sich einen Shuttle organisieren:
Giordano Osmetti: sehr zuverlässig, spricht gut englisch: Phone +39 347 2590873
https://www.facebook.com/pages/TAXI-Driver-NCC-BIKE-Shuttle/1434159493507151
Auch die Hotels in Grosio und Grosotto (siehe 3. Tag) sind gerne bei der Organisation behilflich.

siehe auch Variante/Nebenroute vom Passo Foppa/Mortirolo über Monno nach Vezza d'Oglio: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • 04-EAR-Var-Grosio-Monno-PdLegno.gpx

Hinweise zur Hauptroute:

  • Etappe endet in Pezzo, dort ist die Unterkunftskapazität begrenzt, ggf. in Ponte di Legno übernachten
  • das ist auch dann sinnvoll, wenn man am folgenden Tag nicht der Hauptroute über die Alta Via Camuna folgen will oder kann (z.B. weil das Wetter schlecht ist)

Ja, es ist auch der Passo della Foppa!

Passo della Foppa oder Passo del Mortirolo?


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute eMTB
rot: leichtere Nebenrouten eMTB
grün: Albrecht-Route MTB, wenn abweichend

04 map Albrecht Route eMTB


04-EAR-Grosio-Carette-Pezzo


Der Streckencheck am gestrigen Tag war erfolgreich. Wir nehmen einen schönen Weg durchs alte Grosio, der uns unter Umgehung der Hauptstraße zur Straße zum Passo Foppa/Mortirolo führt.

Grosio

Grosio


 Von Grosio geht es unter Umgehung der Hauptstraße direkt zur Passstraße Foppa/Mortirolo (auf dem Bild oben auf der rechten Bildseite ungefähr in Höhe des ersten sichtbaren Teils der Staatsstraße). Die schmale Teerstraße verläuft im Wald und ist zwar steil, aber das juckt uns nicht. Der Akku wird reichen bis zur Passhöhe, wo damals Passo della Foppa draufstand und nur darunter in Klammern die Bezeichnung Mortirolo.

Auffahrt Mortirolo

Blick ins Valtellina bei der Auffahrt zum Passo Mortirolo bzw. Passo della Foppa


Der unterschiedliche Sprachgebrauch Mortirolo/Foppa ist verwirrend. Die Geschichte ist schnell erzählt. De facto gibt es sowohl den einen als den anderen. Der Passo del Mortirolo liegt abseits der Straße, wenn es nach dem Passo della Foppa hinunter nach Monno geht (siehe auch die Nebenroute an diesem Tag). Der eigentliche Straßenpass ist der Foppa. Der Hotelchef Jim Pini vom legendären "Hotel Sassella" in Grosio hat mir die Zusammenhänge erklärt. Foppa ist wie gesagt die alte, richtige Bezeichnung für den Straßenpass. Als dann der Giro d'Italia einige Male über diesen Pass führte, benutzte ein Reporter aus Unkenntnis den Namen des Passes del Mortirolo, der Luftlinie keinen Kilometer entfernt liegt, aber nur auf einem Wanderweg zu erreichen ist. Ich habe es überprüft.

mortirolo beweisfoto

Passo del Mortirolo: Das Schild ist da! Nur zu Fuß zu erreichen oder mit dem Mountainbike auf dem Weg 435, ca. 500 m und 90 Höhenmeter oberhalb des Albergos Mortirolo.


Was der eine Reporter sagte, haben dann alle nachgeplappert und so bürgerte sich im Laufe der Zeit der "falsche" Name für den "richtigen" Pass ein. Durch die offenkundig hochwirksame normative Kraft des Faktischen ist inzwischen auch der Name "Foppa" von den Wegweisern vor Ort verschwunden. Allerdings gibt es auch eine Geschichte zum Namen des Passes von den Leuten aus dem Valcamonica, das von Grosio aus auf der anderen Seite liegt. Die sagten schon immer, dass sie zum Mortirolo gehen. Also akzeptieren wir das als guten Kompromiss und verwenden je nach Lust und Laune beide Bezeichnungen.


Auf dem Weg zur Passhöhe begegnet uns kaum ein Fahrzeug.

Madonna di Pompei

Madonna di Pompei


Auffahrt zum Mortirolo

Auffahrt zum Mortirolo bei der ersten Befahrung der Albrecht-Route mit eMTB im Jahr 2014


Inzwischen hat der Passo Mortirolo aufgerüstet. Es gibt einen Container mit Möglichkeit zum Waschen, Umziehen und Aufwärmen, falls es denn notwendig sein sollte.

Unterschlupf am Mortirolo

Unterschlupf am Mortirolo


Und ohne eine Selfie Point geht heutzutage gar nichts mehr.

Passo del Mortirolo

Vor diesem - sollen wir sagen - Mahnmal? befindet sich noch ein stabiler Pflock, auf dem man ein Smartphone in der richtigen Höhe abstellen kann, damit das Selfie auch gelingt.


Und auch eine Möglichkeit zum Nachladen gibt es, falls die denn funktionieren sollte (was ich auch schon anders erlebt habe).

Ladestation am Mortirolo

Ladestation an der Passhöhe


Bei unserer Befahrung gab es die Ladestation noch nicht. Wir haben damals die Rast im Albergo Mortirolo genutzt, das etwas unterhalb der Passhöhe liegt.

Albergo Mortirolo

Albergo Mortirolo


Zur Hauptroute über den Col Carette nach Vezza d'Oglio muss man ein paar dutzend Meter zurück zum Abzweig der Almstraße fahren. Die Strecke ist einfach, aber landschaftlich sehr reizvoll.

Auffahrt Col Carette

Auffahrt Col Carette


Col Carette

Col Carette - Abzweig auf Schotter zum Pianaccio


Wenn man gut in der Zeit liegt, empfiehlt sich bei gutem Wetter am Col Carette ein kurzer Abstecher über einen alten Militärpfad zum Pianaccio.

Pianaccio

Dort hat man eine fantastische Rundsicht zum Passo Tonale, der Adamello-Pressanella-Gruppe und hinunter ins Valcamonica.


Die Abfahrt vom Col Carette erfolgt zunächst auf einer geteerten Almstraße.

Abfahrt vom Col Carette

Blick in Valcamonica


Später folgen Abschnitte auf Schotter und Waschbeton, die einige steile Bergabpassagen enthalten.

Abfahrt Col Carette

Bei der Erstbefahrung


Den Talgrund erreicht man in Vezza d'Oglio.

Vezza d Oglio

Vezza d'Oglio: rechts an der Waldkante verläuft der Radweg im Valcamonica, der Einschnitt im Hintergrund links ist der Passo Tonale


In Vezza d'Oglio besteht die Möglichkeit für eine Rast.

Vezza d Oglio

Im Zentrum von Vezza d' Oglio


Mit Rast oder ohne, wir wechseln nun auf den Radweg, der uns nach Ponte di Legno führt. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zum Hotel Raggio di Luce. Das dient als Ziel für die Fahrer der Nebenroute, vor allem auch für die, die am nächsten Tag auf der Nebenroute bleiben und direkt zum Passo Tonale fahren werden.

Raggio di Luce

Blick vom hauseigenen Gemüsegarten zum Hotel Raggio di Luce


Carla, die Hotelchefin, spricht so rasend schnell Deutsch wie ihre Muttersprache Italienisch. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert. Das blitzsaubere Hotel liegt in ruhiger Lage etwas oberhalb von Ponte di Legno. Wer hier Station macht, hat bei dieser kurzen Etappe ausreichend Zeit für einen Stadtbummel.

Regenbogen über Ponte di Legno

Regenbogen über Ponte di Legno


Wir fahren heute noch weiter bis Pezzo ins "Da Giusy".

Pezzo Da Giusy


Das verträumte Dorf ist der perfekte Ort, um am nächsten Tag ein weiteres Highlight dieser eMTB-Transalp in Angriff zu nehmen - die Alta Via Camuna.


Hinweise zur Nebenroute

Strecke: 41,4 km, 1588 hm
Grosio - Passo Foppa/Mortirolo - Monno - Incudine - Vezza d'Oglio - Ponte di Legno

  • 64 %: Straße
  • 34 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 0%: Feldweg, Schotter
  • 0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 04-EAR-Var-Grosio-Monno-PdLegno.gpx
  • eigentlich gibt es keinen Grund außer Wettersturz und/oder Dauerregen, ab Albergo Mortirolo auf die Nebenroute auszuweichen
  • die Strecke verläuft bergab auf der Straße über Monno ins Valcamonica
  • nach kurzer Passage auf der Staatsstraße SS 42 (ca. 1 km)  verläuft sie ab Incudine auf dem Radweg in Richtung Ponte di Legno, trifft in Vezza d'Oglio wieder auf die Hauptroute
  • Route endet am Hotel Raggio di Luce oberhalb von Ponte di Legno (siehe Übernachtungstipps)
  • Verlängerung nach Pezzo ist möglich und ggf. sinnvoll, wenn man am 5. Tag die Hauptroute über die Alta Via Camuna fahren möchte (zusätzlich 6 km und 360 Höhenmeter)
    GPS-Track: 04-EAR-var-Raggio-di-Luce-Pezzo.gpx

04-EAR-Var-Grosio-Monno-PdLegno


Einkehrtipps mit sicherer Nachlademöglichkeit:

  • Albergo Mortirolo (ca. 1 km nach Passhöhe, bis dorthin nur abwärts), Telefon: +39 0364 71163    www.passomortirolo.com
  • Vezza d'Oglio: Bar direkt im Ortszentrum Nähe der Kirche

Radshop mit eBike-Kompetenz:


Übernachtungstipps:

  • Pezzo: "Da Giusy" mit 3 Zimmern, in denen bis zu 14 Biker übernachten können. Im "Da Giusy" kann man auch am Abend essen. Sehr gute Küche.
    Loc. Pezzo di Pontedilegno, Via Ercavallo 39 - Tel: +39 0364 92153
  • Ponte di Legno: Hotel Raggio di Luce, Chefin Carla spricht perfekt deutsch, sichere Bikegarage mit Waschmöglichkeit, Wäscheservice auf Anfrage
    25050 Temu, Via Valeriana 46 - loc. Plazza (Vorort von Ponte di Legno)
    Tel. +39 0364 900852 - mobil. +39 338 1140510
    Auf Anfrage bereitet Carla gerne ein Abendessen zu mit Produkten aus der Region und aus ihrem Bio-Garten direkt am Haus (siehe auch folgendes Bild).

Raggio di Luce


Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt