Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Albrecht-Route eMTB


3. Tag: Traumhafte Fahrt durchs Val Mora und über den Passo di Verva

Strecke: 77,2 km, 1394 hm
Tschierv - Val Vau - Döss Radond - Val Mora - Lago di Cancano - Rifugio Mt. Scale - Torri di Fraele - Arnoga - Passo di Verva - Eita - Fusino - Grosio

  • 8 %: Straße
  • 9 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 72 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-EAR-Tschierv-Verva-Grosio.gpx

siehe auch Variante/Nebenroute von Torro di Fraele über Bormio nach Grosio: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte, separates Höhenprofil

  • GPS-Track: 03-EAR-Var-Tschierv-Bormio-Grosio.gpx

Hinweise zur Hauptroute:

  • Wechsel zur Nebenroute an den Torri di Fraele möglich
  • ab Eita auch einfache Abfahrt auf Nebenstraße möglich bis Grosio wie bei Albrecht-Route, separater GPS-Track nicht notwendig (da kann man sich nicht verfahren)

Val Mora - eines der schönsten autofreien Hochtäler in den Alpen

Traumhafte Fahrt im Val Mora


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute eMTB
rot: leichtere Nebenrouten eMTB
grün: Albrecht-Route MTB, wenn abweichend

03 map Albrecht Route eMTB


03-EAR-Tschierv-Verva-Grosio


Was habe ich mich früher geschunden am Aufstieg zum Döss Radond, dem Tor ins Val Mora, einem der schönsten Hochtäler, die ich in den Alpen kenne. Heute genießen wir beide die entspannte Fahrt.

An der Weggabel bei den Almwiesen Pra de Vau treffen wir zum wiederholten Male auf andere Transalp-Gruppen. Eine hatten wir schon mehrfach unterwegs gesehen. Und als ob es einer letzten Bestätigung für mich bedürfe, fährt einer von ihnen tatsächlich mit einem eMTB.

Zunehmender Fahndungsdruck nach eMTBikern auf der Albrecht-Route  Christian auf Tour - gemeinsam ein Stück des Weges

Zunehmender Fahndungsdruck nach eMTBikern auf der Albrecht-Route 😅: Christian auf Tour - gemeinsam ein Stück des Weges


Christian ist ein junger Mann von 25 Jahren und ich frage ihn nach seinen Beweggründen. Er sagt mir, dass er das eMTB für seinen Arbeitsweg gekauft habe. Als seine Freunde dann eine Transalp machen wollten, sagte er, dass er sich dafür nicht extra ein anderes MTB zulegen wolle. Gezielt habe er dann im Internet nach Informationen gesucht, aber noch nicht viel Verwertbares gefunden (siehe auch seine Rückmeldung im Gästebuch vom 12.08.2016). Über meine Seite sei er auch gestolpert und aus ein paar Andeutungen entnommen, dass Teile der Albrecht-Route eMTB-tauglich sein könnten. Und das ist sie in der Tat und es macht riesigen Spaß und es ist mir vollkommen egal, was andere darüber denken!

Philipp und ich kurbeln nach der Gesprächsrunde hoch zum Döss Radond.

Alp Praveder

Kurz vor Alp Praveder


Auffahrt zum Döss Radond

Die letzten Meter zum Döss Radond


Kurz vor Döss Radond

Kurz vor Döss Radond


Döss Radond - die Abfahrt im Val Mora beginnt

Döss Radond - die Abfahrt ins Val Mora beginnt


Das Val Mora ist eines der schönsten autofreien Hochtäler in den Alpen. Wir legen immer wieder Fotostopps ein. Auch wenn ich schon so oft hier war, mich fasziniert diese Landschaft immer wieder. Auf der einen Seite sanft und auf der anderen wiederum sehr kraftvoll.

Begegnung im Val Mora

Begegnung im Val Mora mit Pferden...


...und mit anderen eMountainbikern, die auf meiner Route unterwegs sind.

Auf Transalptour im Val Mora

Bei einer Reportage im Münstertal zwei Jahre später sehen wir, wie dankbar die Albrecht-Route eMTB angenommen wurde und wird.


Weiter geht die Fahrt bis zum nächsten Stopp.

Val Mora - Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora

Val Mora - Wasserstelle in der Nähe der Alp Mora


Das Kind im Manne

Das Kind im Manne!


Dann treffen wir auf eine tolle Idee, wie man Weidezäune passieren kann, ohne ständig anhalten zu müssen.

Weidezaun 1

Anfahrt


Das ist das Teil. Wer hats erfunden? Die Schweizer!
Tschenett Metallbau SA, Via Palü 111, CH-7537 Müstair    Tel.: +41 (0)81 858 59 63   www.thebikepatcher.com

Das ist das Teil

Danke für die Idee und Umsetzung!


Passage

Drüberrollen und weiter geht's! So funktioniert das Passieren problemlos!


Jetzt wird es spannend.

Val Mora - Trail zur grünen Grenze nach Italien

Trail im Val Mora


Steg im Val Mora

Steg im Val Mora


Der Trail durch die Schutthalden wird nach jedem Winter von den Schweizern hergerichtet und ist dann in einem exzellentem Zustand.

Schutthalden


Wer nach einem schneereichen Winter zu früh im Jahr unterwegs ist, kann natürlich Pech haben. In der Regel kann man ab Mitte Juni den Trail passieren. Info zum aktuellen Zustand erhält man bei der Touristinfo im Val Müstair.

Val Mora - der Trail ist bei Regen erosionsgefährdet

Val Mora - der Trail ist einer der schönsten in den Alpen, aber bei Regen erosionsgefährdet (ggf. gibt es eine Ausweichroute über Ofenpass und Passo Gallo)


Der Passo Val Mora ist als Pass im eigentlichen Sinn kaum zu erkennen.

grüne Grenze Schweiz - Italien

Passo Val Mora: grüne Grenze Schweiz - Italien


Am Lago Fraele bleiben wir abweichend von der normalen Albrecht-Route auf der linken Seite und fahren über die Staumauer zum Rifugio Monte Scale.

Am Lago di Cancano ist man dann in Italien

Am Lago di Cancano ist man in Italien


Am Rifugio Monte Scale machen wir Rast mit Blick auf die Gletscher des Sommer-Skigebietes am Stilfser Joch und den Wahnsinnstrail in der Felswand gegenüber. Der führt zur Bocchetta di Forcola und weiter zum Pass Umbrail. In der Gegenrichtung ist die Strecke Bestandteil der Albrecht-Route Top of the Rocks, bei der ich diese Passage auch mit einem eMTB gefahren bin.

Während der Rast lassen wir es gemütlich angehen. Wir vertilgen eine große Portion Pizzoccheri und nehmen uns ausreichend Zeit zum Nachladen. Deshalb folgt nach dem Essen der obligatorische Espresso. Und weiter gehts in Richtung Torri di Fraele.

An der Torri di Fraele geht es die Serpentinen hinab nach Bormio

Torri di Fraele: die höhengleiche Strecke auf der Decouville geht in der 3. Serpentine ab in Richtung Arnoga


Das ist eine ca. 18 km lange flache Passage über Arnoga bis ins Val Viola. Gebaut wurde die Strecke für eine Kleinbahn beim Bau der Stauseen Lago di San Giacomo e Fraele und Lago di Cancano. Unterwegs hat man tolle Blicke auf die Gletscherwelt der umgebenden Alpen.

Gletscher des Cima di Piazzi 3439 m

Gletscher des Cima de Piazzi (3439 m)


Wie der Zufall so spielt, treffe ich bei einer Tour zur Verifizierung der Strecke meinen italienischen Freund Danilo Martinelli aus Bormio. Er ist ein engagierter Mountainbiker im Valtellina und kennt die Gegend natürlich wie seine Westentasche. Wir kennen uns von meinen Recherchen zum Alta Rezia Projekt. Er begleitet mich ein Stück auf dem Weg in Richtung Arnoga.

Decouville with friend - Danilo Martinelli


Schließlich kommt Arnoga in Sichtweite.

Arnoga

Arnoga


Das Hotel "Li Arnoga" an der Passstraße ist leider seit einiger Zeit geschlossen und es ist ungewiss, ob es jemals wieder öffnen wird. Also geht es ohne Pause weiter. Der Weg bleibt nahezu höhengleich.

Arnoga zu Verva

Pfad von Arnoga in Richtung Passo di Verva


Der Anstieg zum Passo di Verva war auch einer meiner Hass-Auffahrten aus den Zeiten, als ich mit einem normalen MTB unterwegs war. Jetzt genieße ich die steilen Rampen so richtig dank einer hohen Unterstützungsstufe.

Rampe Verva

Rampe zum Passo di Verva - in Fotos kommt die Steilheit nicht annähernd so rüber, wie es in echt ist


An der Alpe di Verva besteht eine Möglichkeit zum Verschnaufen.

Alpe Verva

Zur Alpe di Verva geht es links, zum Passo di Verva bleibt man geradeaus


Schließlich nähern wir uns der Passhöhe.

kurz vor Passo Verva

Kurz vor der Passhöhe


Nun ist es geschafft.

Passo di Verva

Passo di Verva


Die Wetterlage ist indifferent. Deshalb machen wir uns ohne viel Federlesen an die Abfahrt auf der alten Militärpiste ins Valtellina. Diese verläuft ohne nennenswerte Gegenanstiege, so dass man nicht mit der Batterieleistung haushalten muss.

Abfahrt Verva


Die Abfahrt vom Passo di Verva erfolgt auf einer grobschotterigen Piste.

Abfahrt Verva rasant

Dabei kann es durchaus rasant zugehen.


Ein Fotostopp ist Pflicht am Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks. Unwirklich glänzend liegt er da. Philipp muss da rauf - mit eMTB. Das Foto muss sein und an dieser Stelle passt es auch - wo ich sonst ja nie Fake-Fotos mache!?

Eine Transalp weitet den Horizont

Und wenn der Trail nur 50 cm Platz zum Rollen lässt. Es ist ein Trail und auf dem kann man fahren und dann ist das auch für ein Foto gut!


Schließlich kommt das Bergdorf Eita in Sicht.

Eita


Eita liegt auf einem kleinem Plateau im Valle Grosina auf gut 1700 m Höhe.

Eita

Eita - umrahmt von den 3000ern im Valle Grosina


In Eita wenden wir uns am Brunnen nach links und fahren die v2-Variante der Albrecht-Route bis Fusino und ebenso wieder ab Ravoledo. Falls das Wetter schlecht ist, bleibt man ab Eita auf der Teerstraße. Die verläuft im folgenden Bild auf der rechten Seite.

Eita Fusino DSC08953

Abfahrt von Eita nach Grosina auf der Schotterpiste der linken Talseite


Bei einer späteren Befahrung gibt es dazu auch Sonnenschein.

Valle Grosina

Im Valle Grosina zwischen Eita und Fusino


Zwischen Fusino und Ravoledo rollt man dann ein Stück auf der Teerstraße bergab. Aber keine Sorge, es folgt noch ein interessanter Abschnitt.

Ravoledo

Von Ravoledo geht es auf dem alten Karrenweg hinab ins Tal - das rumpelt ordentlich


Außerdem ist die Fahrt entlang des Castello Visconti Venosta einfach zu schön, als dass man ab Ravoledo alle Höhenmeter auf der Straße vernichten müsse.

Castello Visconti Venosta

Castello Visconti Venosta


Nun ist es nicht mehr weit bis zum Etappenende.

Grosio

Grosio ist erreicht


Wir nehmen Quartier natürlich im Hotel Sassella ein - für mich ein wenig das Gefühl, als ob es eine zweite Heimat sei.

Hotel Sasella

Hotel Sasella


Da es erst früher Nachmittag ist, checke ich noch einmal den morgigen Anfahrtsweg zum Passo Foppa/Mortirolo. Der soll durch das alte Grosio mit seinen Gassen führen - ich will ja nicht einfach nur meine eigene Route abkupfern. Ein bisschen was Neues soll schon immer dabei sein.


Hinweise zur Nebenroute

Strecke: 73,6 km, 858 hm
Tschierv - Val Vau - Döss Radond - Val Mora - Lago Cancano - Torri di Fraele - Bormio - Le Prese - Sondalo - Grosio

  • 5 %: Straße
  • 45 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 39 %: Feldweg, Schotter
  • 11 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-EAR-Var-Tschierv-Bormio-Grosio.gpx
  • bleibt in der 3. Kehre unterhalb der Torri di Fraele auf der Terstaße in Richtung Bormio
  • Leckerbissen bei dieser Variante ist ein super Flowtrail nach Premadio
  • der Abzweig befindet sich ca. 5 km nach den Torri di Fraele nach dem Ende der Serpentinenstrecke auf einer Höhe von ca. 1610 Metern
  • der Trail kann auf Straße auch umfahren werden
  • ab Premadio bis Tola schöner Radweg entlang der Adda
  • zwischen Aquilone und Sondalo Fahrt auf ruhiger Nebenstraße und zunehmend auf Radwegen, die gerade ausgebaut werden
  • dabei passiert man im Valdisotto bei Aquilone die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (detaillierte Infos dazu hier)
  • ab Sondalo Radweg bis Grosio

03-EAR-Var-Tschierv-Bormio-Grosio


Trail von Torri di Fraele nach Premadio

Bei der Abfahrt von den Torri di Fraele auf der Nebenroute nach Premadio gibt es einen schönen Hochgeschwindigkeitstrail


Ab Premadio über Bormio bis Grosio verläuft die Strecke fast durchgängig auf schönen Radwegen entlang der Adda bis Grosio. Die noch fehlenden Teilstücke werden weiter ausgebaut.

Sentiero Valtellina

Sentiero Valtellina: perfekter Zubringer. Verläuft inzwischen fast durchgängig als Radweg abseits der Straße von Bormio bis an den Comer See.


Vom Radweg zwischen Aquilone und Le Prese sieht man noch die Spuren des gewaltigen Bergrutsches im Tal der Adda, der im Jahr 1987 dazu führte, dass der Gaviapass asphaltiert wurde, da die normale Zufahrt nach Bormio verschüttet war.

Val Pola

Valdisotto bei Aquilone: vom Radweg aus sieht man die Stelle des katastrophalen Val Pola-Bergsturzes vom 28. Juli 1987 (detaillierte Infos dazu hier)


Einkehrtipps mit sicherer Nachlademöglichkeit:

  • Rifugio Monte Scale (am Stausee Lago di Cancano): Tel. 0039-0342-904660 www.cancano.com
  • Le Prese bei Sondalo (liegt an Strecke der Variante über Bormio): Bar Ai Cacciatori - Via Rasica 2, Tel.: +39 0342 820079 - direkt am Beginn des Anstiegs ins Valle di Rezzalo

Radshop mit eBike-Kompetenz:

  • an der Nebenroute in Bormio: Bormio Ski & Bike, via Stelvio, 19 und via Funivie, 27, Tel.: 0039-0342-911142   www.bormioskibike.com
  • Tovo di Sant'Agata, Via Roma 66 - ca. 8 km von Grosio entfernt in Richtung Tirano, Telefon: +39 0342 770066  www.cubebike.it 

Übernachtungstipps:

  • Grosio: Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, Wellness, sichere Bikegarage;  www.hotelsassella.it
  • Grosotto: Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624     www.garnilecorti.it
  • Sondalo-Bolladore: HOTEL DELLE ALPI 23035 Sondalo (SO), Via Bolladore, 19,  Tel.: +39-0342-801412 (liegt an Nebenroute)

Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt