Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Via Crux Albi


6. Tag: Altopiano dei Sette Comuni - Posina

Strecke: 101,9 km, 2510 hm
Rif. Barricata - Bivio Italia - Portule - Forte Verle - Passo Vezzena - Luserna - Forte Belvedere - Carbonare - Passo Sommo - Rif. Stella Italia - Passo Coe - Mga. Zonta - Posina

  • 26 %: Straße
  • 13 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 56 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06a-VCXA.gpx
  • GPS-Track: 06b-VCXA.gpx

siehe auch Varianten: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte

  • GPS-Track: 06-VAR.gpx (Monte Maggio)

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten

06 Transalp Via Crux Albi

06 VCXA


06 350 IMG 3658 werk lusernAm heutigen Tage habe ich mir in den Kopf gesetzt, unbedingt Posina am Fuße des Pasubios erreichen zu wollen. Die dortige Trattoria All'Alpino war bei Transalplern ebenso legendär wie das Rifugio Refavaie. Ich habe dort schon einmal mit meinem Bikefreund David bei einer Transalp übernachtet. Wir konnten am nächsten Tag definitiv nicht über Pasubio fahren, weil wir so vollgefressen und damit träge waren. Dabei kommt eine Etappe mit über 100 km und ca. 2500 hm heraus. Das ist nicht unbedingt sinnvoll. Mir macht das an diesem Tag mit wiederum extrem klarer Sicht nicht so viel aus, ich bin allein unterwegs und kann mein Tempo selber bestimmen. Es ist fast alles Schotterpiste und Trail. Wenn ich zu zweit unterwegs wäre, würde ich mir aber definitiv mehr Zeit lassen und unterwegs eine Übernachtung einschieben. Vielleicht ist es auch eine Idee, das Terrain als Spielwiese für eine Minitransalp zu nehmen. Wie dem auch sein, einen Teil der Strecke kenne ich schon. Beim zweiten Mal ist der Genussfaktor viel größer, weil es hier ein schier unendliches und durchaus auch undurchschaubares Netz an Schotterpisten gibt. Auch die gehen auf alte Militärpisten zurück, die die Österreicher und Italiener angelegt haben, als sie sich hier als Feinde gegenüber standen.
Heute ist das wie gesagt eine menschenleere Einöde, ideal um sie mit dem Mountainbike zu erkunden. Ich habe mir im Vorfeld einen Plan gemacht und diesen dann als GPS-Track zusammengeklickt, damit ich kein lohnenswertes Ziel verpasse. Das klappt auch prima und ich vertue nicht viel Zeit mit der Wegsuche. Die Strecke ist eine schöne Zickzacklinie. Das hat seinen Grund nicht nur in der Tatsache, dass ich mir einige der vielen alten Festungen anschaue, die es auf der Hochebene gibt. Viele der alten Militärstraßen wurden so angelegt, dass sie das Geländeprofil ausnutzen und sich an einer Bergflanke entlang schlängeln. Das gibt Deckung und vermeidet unnötige Abstecher ins Tal. So kommen vom Start der Etappe reichlich 30 km auf Schotterpisten in der Einsamkeit zustande, einfach toll. Erst am Passo Vezzana erreiche ich wieder eine asphaltierte Straße. Hier gibt es ein Hotel und für mich einen Latte Macchiato (der hat mehr Flüssigkeit als ein Espresso, insofern passt das schon).

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Ich bin bis hierher im wesentlichen der logischen Hauptroute über Bivio Italia, Portule, Larici und Forte Verle gefolgt. Nun stehen noch das Werk Lusern und das Forte Belvedere auf dem Plan. Dazu ist es recht hilfreich, dass hier oben eine Bikestrecke ausgeschildert ist - 100 km dei Forti (grob übersetzt: die 100 km Festungsstrecke). So finde ich relativ entspannt die Wege zum Forte Luserna und dessen Vorposten und auch zum Forte Belvedere. Alles sehr beeindruckende Überbleibsel aus vergangener Zeit.
Die Bikestrecke nimmt aber auch jeden Schlenker mit. In der Nähe des Lago Lavarone habe ich dann die Faxen dicke. Den vorgeschlagenen Abstecher ins Tal schenke ich mir und steuere auf geradem Wege den Passo Sommo an. Die Gegend kenne ich nun wieder recht gut von vorherigen Touren. Ach, da ist ja die Bikestrecke "100 km dei Forti" wieder. Ich kann mich doch immer wieder auf meine Intuition verlassen. Da ich gut in der Zeit liege, will ich am Passo Sommo noch eine Rast machen - Pustekuchen, heute Ruhetag. OK, so ziehe ich auf dem schönen Höhenweg am Rif. Stella Italia vorbei durch bis zum Passo Coe.
Hier bin ich bei der Transalp Dolomiti direkt zum Monte Maggio gefahren. Ich will mir aber noch mal die Schotterstrecke durch das Valle Campoluzzo anschauen. Dort war ich zuletzt auf meiner Transdolomiti 2002, ist also eine Weile her. Zunächst muss aber noch eine Rast sein, ich habe Hunger und vertilge ein riesengroßes Panino mit Speck und Käse. Danach geht es gut weiter, fast nur noch bergab. Nur zum Passo Pianella muss man noch einmal 100 hm hinaufstrampeln.
Wie fast den gesamten Tag, ja fast bei der gesamten Transalp, treffe ich hier kaum auf eine Menschenseele. Es ist es später Nachmittag und langsam reicht es mir auch. Zum Glück habe ich keine einzige Reifenpanne unterwegs. Auf Anraten von Dirk habe ich die Schläuche gegen Latexmilch ausgetauscht, das spart einerseits Gewicht und vermeidet andererseits lästige Pannenstopps - super Tipp, vielen Dank.
Schließlich bin ich im Talgrund und muss noch ein paar Kilometer um den Berg herum auf der Straße fahren, ehe ich in Posina lande. Man könnte auch sagen, mit der Kirche ums Dorf gefahren. Aber ich wollte das ja so. Wer den Monte Maggio noch nicht kennt, dem empfehle ich das als Alternative mit mehr Trailanteilen.
Was ich noch nicht weiß, meine sehnsüchtig erwartete Trattoria All'Alpino hat heute Ruhetag. Mir rutscht erst einmal das Herz in die Hose. Aber alles wird gut. Durchreisende Gäste werden aufgenommen und bekommen auch ordentlich was zu essen (inzwischen soll das Niveau allerdings deutlich nachgelasssen haben).
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Variante A: Monte Maggio

ab Passo Coe über Monte Maggio (siehe auch Dolomiti)

  • GPS-Track: 06-VAR.gpx (Monte Maggio)

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06 vcxaVar Maggio


Übernachtungstipps:

  • Trattoria All‘Alpino: hat anscheinend den früheren legendären Status eingebüßt
    Via Sareo 13, 36010 Posina VI, Italien
    Telefon: +39 0445 748019
  • Ristorante Albergo Al Garibaldino
    Via Sareo, 5, 36010 Posina VI, Italien
    Telefon: +39 0445 748023
    www.garibaldino.com