Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

St. Moritz - Venedig


3. Tag: Traumtrail vom Mendelpass ins Nonstal

Strecke: ca. 102 km, ca. 740 hm
Meran – Frangart – Kaltern – Mendelbahn – Mendelpass – Ruffre – Amblar – Don – San Romedio – Coredo – Nonstal – San Michele – Lavis – Trento
dabei mit Mendelbahn: von Kaltern zum Mendelpass

  • 10 %: Straße
  • 78 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 7 %: Feldweg, Schotter
  • 5 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 03-SMoVe.gpx

siehe auch Varianten: Hinweise weiter unten, eingezeichnet auf Übersichtskarte

  • GPS-Track: 03-var-Eisloch.gpx
  • GPS-Track: 03-var-Nonstal.gpx

Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Nebenrouten

03 Transalp St.Moritz Venedig


03 SMoVe

 


opner 350 DSC02744Die Etappe Meran-Trento könnte dieselbe sein wie bei der Sissi-Transalp. Doch danach steht uns nicht der Sinn, ein wenig Abwechslung soll schon sein. Bei einem Bikeurlaub hatten wir einen schönen Trail vom Mendelpass ins Nonstal entdeckt - den wollen wir in diese Transalp einbauen. Die Flachstrecke zwischen Meran und Frangart fährt sich am Morgen sehr angenehm. Der leichte Fahrtwind kühlt tatsächlich. Wärmer wird uns dann auf dem Radweg, der auf der alten Bahntrasse hinauf nach Kaltern verläuft. Bei St. Michael besteht die Chance, ein überraschendes Naturphänomen als Variante in die Route einzubauen. Es sind die Eislöcher - und sie tragen ihren Namen zu Recht. In einer Bodensenke am Fuß von Porphyrfelsen herrschen im Sommer wie auch im Winter die gleichen Temperaturen von ca. null bis neun Grad Celsius. Im Hochsommer ist es ein tolles Erlebnis, von einen Meter auf den anderen plötzlich eine Abkühlung zu erfahren, als ob man in einen Eiskeller geht. Wenn man diese Variante in die Strecke einbauen will, muss man in St. Michael abbiegen und ein etwas steileres Stück bergauf fahren. Entweder geht es auf gleichem Weg zurück zur Hauptroute oder man nimmt von den Eislöchern eine kurze Schiebe- und Tragepassage (ca. 30 Höhenmeter) zur Mendelpassstraße in Kauf. Von dort führt ein direkter Weg zur Talstation der Mendelbahn, die wir für unseren Aufstieg gern nutzen. Puristen meinen zwar, man müsste bei einer Transalp jeden Höhenmeter selbst gefahren sein; das ist uns aber völlig egal, zumal die Fahrt mit der Mendelbahn ein Erlebnis für sich ist. Unser Tandem geht geradeso hinein und flugs sind wir oben am Mendelpass.
Das war zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie ein beliebter Ort der Sonnenfrische für die betuchte Gesellschaft. Heute ist der Mendelpass ein Ausflugsziel für Touristen aller Art, auch der mit Motorrädern. Auch ein Grund, die bergaufführende Passstraße zu ignorieren.


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Bergab haben wir mit der Straße auch nichts zu tun. Abwärts führt ein Radweg nach Ruffrè, gefolgt von einem sensationellen Trail. Nahezu höhengleich verläuft der in Richtung Cavareno. Bei guter Sicht erhascht man einen Blick auf die Brenta-Gruppe. Der markante Bergstock zwischen Andalo und Madonna di Campiglio gilt als die Wiege des Alpinismus. Bei den ersten Häusern von Cavareno halten wir uns links und erreichen bei einer Wasserstelle einen schönen Waldtrail, der uns am Ortsende auf die Verbindungsstraße nach Don ausspuckt. Dort herrscht kaum Verkehr, außerdem gibt es einen straßenbegleitenden Radweg. Im kleinen Dorf Don rasten wir im Schatten bei einer Bar, die am Wegesrand auftaucht. Das macht das Radfahren in Italien so angenehm, eine kleine Bar mit kalten Getränken und kleinen Snacks gibt es fast in jedem noch so kleinen Ort.
Entspannt radeln wir weiter. Wir kennen die Strecke schon und freuen uns auf den Mix aus Schotterpiste und Trails bis zur Wallfahrtskirche San Romedio. Auf diese Strecke sind wir schon vor ein paar Jahren gestoßen, als wir aufs Geradewohl das Nonstal erkundet hatten. Uns war damals gleich klar, dass wir diese Passage in eine Transalp einbauen wollten. Der einzige Wermutstropfen ist, aus dem Nonstal mit dem Fahrrad wieder herauszukommen.
Will man vielbefahrene Straßen vermeiden, bleibt einem nichts anderes übrig, als von San Romedio aus die Schotterpiste nach Coredo zu fahren. Die geht zunächst stramm bergauf bis man die beiden Stauseen Lago di Tavon und Lago di Coredo erreicht. Von dort gibt es auf halber Bergeshöhe eine abwechslungsreiche Querverbindung in Richtung des Übergnags des Nonstals ins Etschtal.


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Ab Mollaro kann man einen Radweg benutzen. Der geht kurz vor Sabino in eine wenig befahrene Nebenstraße über, da der Hauptverkehr auf der Schnellstraße unterwegs ist. Ab hier bläst die Thermik meist wie eine Düse und beschert straffen Gegenwind. Die Orientierung am großen Kreisel, der als Verteiler für den Autoverkehr ins Nonstal/Val di Sole bzw. Andalo dient, ist auch nicht ganz einfach. Man muss die Gegenspur überqueren, um hinter einer Schranke auf den alten Weg zu gelangen, der in Richtung Mezzocorona führt. Dort stößt man auf den Etschradweg, der einen dann über Lavis nach Trento führt. Hier beenden wir die Etappe. Wir hatten dort auf unserer Sissi-Transalp ein kleines klimatisiertes Hotel im Vorort Vela entdeckt. Das steuern wir ohne Umschweife an. Es herrscht eine Bruthitze und wir warten die Abendstunden für einen Bummel durch die schöne Altstadt von Trient ab.


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Variante: Eislöcher bei Kaltern

siehe die Beschreibung weiter vorn im Bericht

  • GPS-Track: 03-var-Eisloch.gpx

Variante Nonstal leicht: Straße von San Romedio bis Mollaro

Vom Parkplatz San Romedio dort weiter auf Straße bis Dermulo. Von dort zunächst auf der teils stark befahrenen Straße SS 43 in Richtung Taio. Beim nächsten Kreisel geht es auf Nebenwegen weiter über Segno zum Bahnhof Mollaro. Hier trifft man wieder auf die Hauptroute.

  • GPS-Track: 03-var-Nonstal.gpx

Alternative Fortführung der Transalp an den Gardasee

Im Nonstal kann man am Kreisel und Parkplatz "La Rocchetta" auf die Strecke der eMTB-Transalp Brenner - Bozen - Gardasee wechseln. Siehe dort den Bericht am 5. Tag.


Alternative: Regionalbahn

Ab Dermulo mit Regionalbahn in Richtung Trento. Der Zustieg ist auf verschiedenen Stationen unterwegs möglich.
Wer auf die Übernachtung in Trento keinen Wert legt, kann auch gleich mit dem Regionalzug von Trento ins Valsugana fahren und sich eine Unterkunft am Lago di Caldonazzo suchen. Im heißen Hochsommer gibt es dann die Möglichkeit eines erfrischenden abendlichen Bades im See.


Alternative: von Kaltern zum Etschradweg

Wer keinen Wert auf die Passage über den Mendelpass legt, kann ab Kaltern der ausgeschilderten Radroute in Richtung Auer zum Etsch-Radweg folgen. In Grumo (bei Mezzocorona) erreicht man dann wieder die Route der Transalp St. Moritz - Venedig. Wird ähnlich auch bei der Sissi-Transalp beschrieben (siehe auch Transalp Roadbook 12 - Sissi-Transalp München - Verona).


Übernachtungstipp:

Hotel Vela: Via Santi Cosma e Damiano, 21/4  38121 Trento-Vela, Tel: 0039-0461-827200     www.hotelvela.com