7. Tag: Grande Finale über Monte Caplone und Tremalzo
Strecke: 71,3 km, 2591 hm
Anfo am Idrosee - Bondone - Bocca di Camplone - Malga Tombea bei Monte Caplone - Malga Lorina - Malga Ciapa - Tremalzo - Passo Nota - Passa Bestana - Baita Segala - Passo Rocchetta - Bocca Larici - Pregasina - Ponale - Riva - Torbole
- 15 %: Straße
- 27 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
- 50 %: Feldweg, Schotter
- 8 %: Trail, Pfad
- kurze Tragepassage über den nicht fertiggestellten Tunnel am Monte Caplone in der Nähe der Bocca di Campei, Schiebepassage über ca. 20 hm am Passo Rocchetta
- GPS-Track: 07-Idrosee-Gardasee.gpx
Varianten
- ab Idrosee über Storo und Passo Ampola zum Tremalzo
GPS-Track: 07-Var1-Idrosee-Ampola-Tremalzo.gpx - ab Passo Ampola über Lago di Ledro zur Ponale-Straße
GPS-Track: 07-Var2-Ampola-Ledrosee-Ponale.gpx
Details dazu weiter unten im Textbericht.
Übersichtskarte
schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)
magenta: Heckmair Route (wenn abweichend, ansonsten wie Hauptroute)
Der Abschluss über den Tremalzo ist schon ein krönendes Highlight einer Transalp, wobei ich da noch einen drauf setze: die wunderschöne Traverse entlang des Monte Caplone zum Tremalzo. Ein Blick auf die Übersichtskarte verrät schon, dass es der logische Weg in Richtung Gardasee ist. Außerdem werdet ihr es an den Bilder sehen. Doch los geht es auf der letzten Etappe von Anfo entlang des Idrosees. Gleich danach beginnt die lange Auffahrt, zunächst auf einer kaum befahrenen Nebenstraße zum Bergdörfchen Bondone.
Bondone: Blick zurück zum Idrosee
Von Bondone führt eine durchgehend steile Waschbetonpiste zum Rifugio Alpo, ggf. kann man hier rasten und verschnaufen. Denn es folgt nach kurzer etwas flacherer Fahrt die Auffahrt auf grober Schotterpiste zur Bocca di Caplone.
Bei der Auffahrt zur Bocca di Caplone schweift der Blick zurück in den Teil der Alpen, den wir in den letzten Tagen durchstreift haben.
Wir kommen dem Ziel näher mit der Traverse entlang des Monte Caplone zum Tremalzo. Bis zur Malga Tombea zieht der Weg noch weiter in die Höhe.
Alte Militärpiste von der Bocca di Caplone in Richtung Monte Caplone
Bei der Auffahrt zum Sattel kann man Überreste der Stellungen aus dem 1. Weltkrieg besichtigen.
Schützengräben am Monte Caplone
Die Abfahrt zur Malga Tombea ist einsam.
Hier oben trifft man kaum andere Mountainbiker.
Man kann aber auch nicht sagen, dass keine Sau unterwegs wäre.
An der Malga Tombea werden einheimische Schweinerassen gehalten, die ihre Verwandtschaft mit Wildschweinen nicht verbergen können.
Der Anstieg ist noch nicht zu Ende.
Die Militärpiste zieht sich hinauf zur Bocca di Campei.
Am Monte Caplone wird die Strecke spannend.
Die zuvor breite Militärpiste endet als Sackgasse in einem Tunnel, der im 1. Weltkrieg nicht fertiggestellt wurde.
Eine kurze Klettereinlage ist notwendig. Dann geht es auf Saumpfaden weiter.
Trails am Monte Caplone
Schließlich geht es weiter bergab.
Die Strecke verbreitet Tremalzo-Feeling, nur dass dort außer uns keiner unterwegs ist.
Tunnel bei der Abfahrt zur Malga Lorina
Es bleibt spannend.
In Serpentinen windet sich die alte Militärpiste hinab.
Auch an der Malga Lorina ist es einsam.
Malga Lorina
Weiter geht es weit abseits des Gardasee-Mainstreams über den Passo della Cocca und Malga Ciapa zum Rifugio Garda. Wir sind nun wieder auf der ursprünglichen Heckmair-Route. Hier beginnt die legendäre Schotterpiste am Tremalzo. Man kann mit Fug und Recht sagen: die Wiege des Mountainbikings in Europa. Plötzlich gib es deutlich mehr Mountainbiker, nicht zuletzt weil es viele Shuttle-Services am Nordufer des Gardasees gibt. Der Tremalzo ist das Ziel, das am häufigsten angefahren wird.
Bei unserer damaligen Befahrung war das anders. Bevor es losgeht, gönnen wir uns noch einen Cappuccino. Der Wirt bestätigt mir, dass die Ponale-Straße offen ist. Wir ziehen frohlockend los. Nach einem Erdrutsch zwischen Riva und Limone war die Ponalestraße lange Jahre zwischen Riva und Pregasina gesperrt, sehr zum Leidwesen aller Mountainbiker am Gardasee. Das passiert immer mal wieder, man sollte also immer ein Auge drauf haben, wenn man diese Passage als Abschluss einer Transalp plant.
Rifugio Garda - Beginn der Schotterpiste, zunächst Auffahrt zum Tremalzotunnel
Die Auffahrt teilt man sich heutzutage mit anderen Mountainbikern gerne.
Schotterpiste zum Tremalzotunnel - Blick zurück zum Rifugio Garda, darunter im Tal liegt die Malga Ciapa
Schließlich sind wir oben und durchfahren den berühmten Tremalzotunnel.
Tremalzotunnel: kaum vorstellbar, dass die Piste noch in den 2010er Jahren als offizielle Straße galt, die von Autos befahren werden durfte.
Die legendäre Abfahrt beginnt.
In vielen Kehren geht es hinab.
Wir lassen uns Zeit bei der Abfahrt.
Es kann aber auch durchaus rasant zugehen.
Als wir bei der traumhaften Schotterabfahrt den Lago im Sommerdunst vor uns liegen sehen, machen wir noch einmal kurz Rast und vertilgen die Reste des Paninos von heute morgen.
Blick ins Valle di Bondo: im Sommerdunst ist der Lago zu erahnen.
Auf der alten Militärstraße am Tremalzo wird in beiden Richtungen gern gefahren.
Meine Vorzugsrichtung ist abwärts (hier bei einer späteren Befahrung).
Am Passo Nota beginnt eine der schönsten Passagen, die man am Gardasee fahren kann.
Passo Nota - Möglichkeit zum Zwischenstopp oder man fährt weiter zur...
Baita Segala - legendäre Selbstversorgerhütte oberhalb von Limone
An der Baita Segala füllen wir Wasser nach. Nach wie vor versorgt die Sektion Limone des italienischen Alpenvereins die Besucher der Hütte mit Getränken: Wasser, Bier, Wein. Was der Wanderer oder Radfahrer als Obolus hinterlässt, ist seinem Gutdünken überlassen und wird in den Geldschlitz einer "Kasse des Vertrauens" eingeworfen, die ins Mauerwerk eingelassen ist. Zufällig sind zwei Männer vom Verein da. Ich bedanke mich herzlich für die Versorgung und sie bestätigen mir endgültig, dass das Traumfinale Wirklichkeit wird. Nun gibt es für uns kein Halten mehr. Wir überwinden die letzten Trail-Passagen zum Passo Rocchetta mit Genuss.
Trail von Baita Segala zum Passo Rocchetta: den überprüfe ich regelmäßig - am Weg ist in den letzten Jahren etwas gearbeitet worden, Konzentration ist allerdings immer gefragt!
Am Passo Rocchetta liegt uns der Gardasee zu Füßen.
Es folgte damals eine letzte kleine Herausforderung.
Historischer Wurzeltrail vom Passo Rocchetta zur Malga Palaer
Der Trail wurde inzwischen entschärft und ist damit deutlich besser fahrbar, siehe folgendes Bild.
Ob das nun gut oder schlecht ist? Darüber ist eine heiße Diskussion entbrannt. Jeder sollte sich dazu eine eigene Meinung bilden.
Nach der Malga Palaer erfreuen wir uns an der Abfahrt auf dem uralten Karrenweg nach Pregasina.
Zwischen Bocca Larici und Pregasina: in den steilen Abschnitten und Kurven ist die Schotterpiste als Waschbeton hergerichtet, weil es die Zufahrt zum Gehöft an den Punta Larici ist
Immer wieder halten wir an einem der vielen Aussichtspunkte an und können uns an den Blicken auf den Lago kaum satt sehen.
Panorama bei Pregasina
Wer noch den Nerv dazu hat, besucht den berühmten Hidden Spot, den man kurz hinter Pregasina über die Wiese nach einer kurzer Schiebepassage erreicht.
Hier werden immer wieder gerne von den Hochglanzmagazinen die Fake-Fotos der Trails am Gardasee aufgenommen.
Schließlich überqueren wir den Ponale und landen auf dem als Wanderweg wiedereröffnetem Stück, dass fast noch schöner zu fahren ist als früher.
Der Weg ist als ca. anderthalb Meter breiter Sentiero für alle Nutzergruppen (Radfahrer, Läufer, Wanderer etc.) angelegt. In den Tunnels werden die Wege getrennt geführt. Die restliche Breite ist mit Erde aufgefüllt und es sind ein paar Schikanen eingebaut, damit die Biker nicht zu sehr runterheizen. Wir sind natürlich rücksichtsvoll und erschrecken keine Wanderer.
Lieber halten wir für einen letzten Stopp nochmal an.
David und ich genießen in vollen Zügen diese schönste aller Möglichkeiten, eine Transalp zu beenden und rollen zum Hafen von Riva.
Ankunft bzw. Zwischenstopp am Hafen in Riva
Es folgt der letzte Teil, die immer wieder beeindruckende Fahrt entlang des Ufers des Gardasees.
Der Radweg von Riva nach Torbole verläuft direkt am Ufer des Gardasees - nicht immer ist es so ruhig wie hier.
Schließlich erreichen wir den traditionellen Endpunkt fast aller meiner Transalps, die am Gardasee enden, das Strandcafe in Torbole.
In Torbole endet unsere Reise dann traditionsgemäß endgültig.
Wir ziehen kurz Resümee. Eine einsame, anstrengende, aber auch beeindruckende Transalp liegt hinter uns. Alles ist gut gegangen. Ein kleines Empfangskomitee hat sich zusammengefunden: meine Simi und Tino. Matze und Reiner sind auch da, die uns im September bei der nächsten Transalp begleiten werden (Bemerkung: das wurde dann die Albrecht-Route).
Am Ziel in Torbole - Blick zurück auf Cima Sat, Strada del Ponale und Pregasina
Varianten
1. ab Idrosee über Storo und Passo Ampola zum Tremalzo
- kommt eigentlich nur in Frage, wenn man am Tag zuvor die Variante 06-Var2-PassoManiva-Idrosee.gpx gefahren ist
- und noch bis Storo oder Passo Ampola weitergefahren sein sollte
- GPS-Track: 07-Var1-Idrosee-Ampola-Tremalzo.gp
- ab Anfo: ca. 68 km, 1840 hm
2. vom Passo Ampola über Ledrosee zur Ponalestraße
- ist eigentlich nur sinnvoll, wenn feststeht, dass man auf der letzten Etappe definitiv nicht über den Tremalzo fahren kann oder will
- zum Beispiel weil das Wetter nicht passt oder man mit der Kraft am Ende ist
- man kann dann ab Passo Ampola leicht und einfach auf dem Radweg in Richtung Lago di Ledro fahren
- den Ledrosee dann auf der rechten Seite über Pur umfahren und bergab über Pre zur Ponale-Straße
- GPS-Track: 07-Var2-Ampola-Ledrosee-Ponale.gpx
- ab Anfo: ca. 51,4 km, 612 hm
Zu beiden Varianten kann man sich ab Storo an den Höhenprofilen bei dieser Transalp am 7. Tag orientieren. Ab Anfo kommen hinzu: ca. 14,9 km und ca. 150 hm
Übernachtungstipps:
Keine Gewähr für die Aktualität und Richtigkeit der Angaben. Hinweise zu Änderungen und Alternativen nehme ich gerne entgegen - siehe Kontakt
Idrosee bis Tremalzo
- Hotel Al Pescatore, Via dei Quadri Quarta, 36, 25070 Ponte Caffaro BS, Italien, Tel.: +39 0365 990192
- Albergo Alpina Bondone, Via Giuseppe Giusti, 28, 38080 Bondone TN, Italien, Tel.: +39 0465 689331
- Malga Ciapa, direkt an der Strecke, kurz unterhalb vom Rifugio Garda, Tel.: +39 0464 598501
Gardasee
- Hotel Villa Stella, Via Strada Granda, 104, 38069 Torbole TN, Italien, Tel.: + 39 0464 505354
- Aktivhotel Santalucia, Via di Santa Lucia, 6, 38069 Nago-Torbole, Tel.: +39 0464 505140