Transalp.info by Andreas Albrecht

Das Nachfahren der Touren geschieht auf eigenes Risiko. Siehe auch die Hinweise im Haftungsausschluss.

Heckmair à la Albrecht


6. Tag: Die lange Auffahrt zum Passo Croce di Domini

Strecke: 82,9 km, 2502 hm
Passo Vivione - Rifugio Bagozza - Passo di Campelli - Breno - Passo di Croce Domini - Passo di Maniva - Passo Dosso Alto - Anfo - Idrosee

  • 35 %: Straße
  • 27 %: Radweg, Teer, Nebenstraße mit wenig Verkehr
  • 38 %: Feldweg, Schotter
  • 0 %: Trail, Pfad
  • GPS-Track: 06-Vivione-Idrosee.gpx

Variante bei schlechtem Wetter:

  1. von Passo del Vivione auf Nebenstraße nach Cedegolo im Valcamonica und weiter nach Breno
    GPS-Track: 06-Var1-Vivione-Valcamonica-Breno.gpx
  2. am Passo di Maniva Abfahrt auf Nebenstraße via Bagolino zum Idrosee
    GPS-Track: 06-Var2-PassoManiva-Idrosee.gpx

Details dazu weiter unten im Textbericht.


Übersichtskarte

schwarz: Hauptroute
rot: Varianten (wenn vorhanden)
magenta: Heckmair Route (wenn abweichend, ansonsten wie Hauptroute)

06 Transalp Heckmair a la Albrecht

06 Vivione Idrosee


Am Passo del Vivione beginnt die Etappe mit einer Streicheleinheit für den Hund am Rifugio Vivione und einer kurzen Bergabfahrt in Richtung Schilpario.

Hund


Am Rifugio Bagozza geht es nun links auf grober Schotterpiste, jedoch meist gut fahrbar zum Passo di Campelli.

Passo di Campelli

Knapp 250 Höhenmeter sind es vom Rifugio Bagozza auf Schotterpiste zum Passo di Campelli


Passo di Campelli

Passo di Campelli: der Übergang bietet herrliche Ausblicke zur Adamello-Gruppe.


Es folgt die lange Abfahrt ins Valle Camonica. Die Abfahrt erfolgt auf teils grober Piste direkt nach Breno.

Abfahrt nach Breno

Piste im oberen Teil der Abfahrt nach Breno


Karrenweg

Interessante Abschnitte auf alten Karrenwegen kurz vor Breno


Durch die Fahrt über den Passo di Campelli umgeht man die ätzende Talfahrt auf der SS 42 zwischen Edolo und Cedegolo, wie sie in der Heckmair-Route gefahren wird. Wir kommen direkt in Breno heraus. Hier heißt es tief durchatmen, Wasser und Nahrungsvorräte checken und vor allem sich mental einzustimmen. Zum Passo Croce di Domini und weiter in Richtung Doss dei Galli liegen so ziemlich 1800 Höhenmeter am Stück vor uns. Ich verschwende keinen Gedanken an die Möglichkeit, über Bienno einen ausgewiesenen MTB-Weg nach oben zu fahren. In einigen Berichten hatte ich gelesen, dass das Sträßchen im unteren Teil zwar auf Grobasphalt verläuft, aber mit 20-30% Steigung mörderisch steil ist. Weiter oben soll sie flacher werden, der Belag aber in so etwas wie "Eisenbahnschotter" (Originalzitat) übergehen. "Ankommen" und nicht "Abkotzen" heißt für uns die Devise. Ich gehe die Auffahrt extrem verhalten an. Die Provinzstraße SP 345 ist heute kaum befahren und nicht übermäßig steil. Trotzdem ist es eine gewaltige Fleißaufgabe.

Valcamonica

Blick zurück ins Valcamonica


Zum Glück bewölkt sich der Himmel leicht, so dass es nicht zu heiß wird. Ich bin als erster oben und warte ein paar Minuten auf David, der bei der Auffahrt Sitzprobleme bekommen hat.

Passo di Croce Domini

Nach langer Fahrt endlich oben am Passo Croce di Domini. Das waren rund 1600 Höhenmter am Stück. Doch es geht noch weiter bergauf.


Auf der Terrasse des Gasthauses vertilgen wir unsere Vorräte. Drinnen gibt es heute nur Pasta. Wir haben aus den Erfahrungen der letzten Tage nur Appetit auf Suppe, leider gibt es die nicht. Zu unserem Tagesziel Idrosee führen von hier aus etliche Varianten. Wir folgen der SP 345, die als Schotterpiste in Richtung Doss dei Galli verläuft. Bei kleinen Anstiegen gibt sie uns heute den Rest.

Piste zum Doss dei Galli

Piste vom Passo Croce Domini zum Dosso dei Galli


Im Schneckentempo schleichen wir die Serpentinen hoch. Endlich ist das Ende in Sicht. Am Doss dei Galli ragen riesige futuristisch anmutende Sende- oder Empfangsanlagen in die Höhe. Eine Stichstraße führt hinauf, heute für uns keine Versuchung. Wir fahren weiter in Richtung Passo di Maniva.

09 Doss dei Galli DSCN1106

Doss dei Galli


Wir sind froh, dass die Piste wieder in Asphalt übergeht, so dass der finale Anstieg einigermaßen erträglich ist. In Richtung Monte di Maniva haben wir den weiteren Verlauf der Strecke immer gut im Blick. In einer Spitzkehre sehen wir einen Schotterweg, der geradeaus weiterführt in Richtung Passo di Maniva. Den befahren wir und vermeiden so unnötigen Höhenverlust, wenn wir auf der Straße geblieben wären. Am Passo trinken wir den Nachmittags-Cappuccino und blicken von der Terrasse hinunter nach Bagolino. Direkt dorthin würde die Variante 2 direkt zum Nordende des Idrosees führen. Das haben wir bei unserer ersten Befahrung ausprobiert. Für uns diesmal keine Option, siehe auch die Bemerkungen dazu am Ende des Tagesberichtes.

Es gib etwas Besseres. An der Flanke des Dosso Alto schlängelt sich eine alte Militärstraße entlang.

Passo di Maniva

Blick zurück zum Passo di Maniva


Ein Volltreffer, wie sich herausstellt. Durch einen Bergrutsch ist die Piste für Autos und Motorräder unterbrochen. Mit dem Mountainbike kann man die Stelle jedoch problemlos überwinden.

Mure

Der Abgang einer Mure beschert uns eine einsame Fahrt.


Wir haben die Strecke für uns allein.

Piste Richtung Idrosee

Piste Richtung Idrosee


Von der landschaftlichen Charakteristik her ähnlich wie der Tremalzo ist sie jedoch viel einsamer. Die Strecke führt lange auf der Höhe bis zum Rifugio Rosa Baremone.

Rifugio Rosa Baremone

Das Rifugio liegt einladend in der Abendsonne


Leider nimmt das Rifugio keine Gäste mehr auf, so dass wir noch bis an den Idrosee rollen müssen. Da es nur noch bergab geht, ist das nicht so dramatisch.

Serpentinenstrecke a la Tremalzo

Serpentinenstrecke a la Tremalzo


Immer wieder halten wir an, um die Eindrücke in uns aufzusaugen.

Innehalten

Innehalten


Unten im Tal liegt der Idrosee.

Idrosee

Idrosee bei Anfo in der Abendsonne


In Anfo angekommen, lacht uns ein Albergo am Seeufer förmlich an.

Anfo Hotel Al Lago

Albergo Al Lago in Anfo


Wir fahren hin, checken ein und genießen einen Abend auf der Seeterrasse.

Prost

Prost


Varianten

1. von Passo del Vivione auf Nebenstraße nach Cedegolo im Valcamonica und weiter nach Breno

  • nur bei total schlechtem Wetter
  • GPS-Track: 06-Var1-Vivione-Valcamonica-Breno.gpx

2. am Passo di Maniva Abfahrt auf Nebenstraße via Bagolino zum Idrosee

  • ist eigentlich nur sinnvoll, wenn feststeht, dass man auf der letzten Etappe definitiv nicht über Monte Caplone und/oder Tremalzo fahren kann oder will
  • GPS-Track: 06-Var2-PassoManiva-Idrosee.gpx
  • und am Idrosee ggf. weiter bis Storo,
    GPS-Track: 07-Var1-Idrosee-Ampola-Tremalzo.gpx

Übernachtungstipps:

Anfo: Albergo Al Lago, Via Lago, 14, 25070 Anfo BS, Telefon: +39 340 2694903